China erhöht Berichten zufolge Goldreserven um 88 Tonnen auf Rekordstand von 2.366 Tonnen
Wichtige Erkenntnisse
- •Chinas gemeldete OTC-Goldkäufe im Mai und Juni beliefen sich Berichten zufolge auf schätzungsweise 88 Tonnen.
- •Die Käufe erhöhten Chinas Goldreserven auf einen Rekordstand von 2.366 Tonnen.
- •OTC-Goldtransaktionen werden privat verhandelt, sodass es sich bei diesen Zahlen in der Regel um Analystenschätzungen und nicht um offizielle Offenlegungen handelt.
- •Die People's Bank of China hatte zuvor in regelmäßigen Abständen Zuwächse ihrer Goldbestände gemeldet, allerdings macht Gold weiterhin nur einen kleinen Anteil an Chinas Gesamtreserven aus.
- •Marktbeobachter werden für die Richtung des Goldpreises die monatlichen Reservendaten der PBOC sowie breitere Makroereignisse im Blick behalten, darunter die Politik der Federal Reserve und geopolitische Entwicklungen.

China hat Berichten zufolge im Mai und Juni schätzungsweise 88 Tonnen Gold über den Over-the-Counter-Markt (OTC) erworben und seine gesamten Goldreserven damit auf einen Rekordstand von 2.366 Tonnen erhöht.
Der von Cointelegraph im Detail beschriebene Kauf unterstreicht Chinas fortlaufende Strategie, seine Goldbestände angesichts globaler wirtschaftlicher Unsicherheit auszubauen. Das gemeldete Ausmaß des Zukaufs hat die Aufmerksamkeit auf seine möglichen Auswirkungen auf den Goldpreis gelenkt, da es auf eine starke Nachfrage einer der größten Volkswirtschaften der Welt hindeutet. Da OTC-Transaktionen privat verhandelt und nicht über Börsen abgewickelt werden, handelt es sich bei derartigen Zahlen in der Regel um Analystenschätzungen und nicht um direkte Offenlegungen – ein Grund, warum unabhängige Erfassungen chinesischer Käufe von den offiziell gemeldeten Reservensummen abweichen können.
Gold ist Teil der offiziellen Reserven, die von der People's Bank of China (PBOC), der Zentralbank des Landes, verwaltet werden. In den vergangenen Jahren hat die PBOC in ihren regelmäßigen Reserven-Updates immer wieder schrittweise Zugänge zu ihren Goldbeständen offengelegt – eine Serie gemeldeter monatlicher Zuwächse über 18 Monate pausierte Mitte 2024, bevor noch im selben Jahr wieder Offenlegungen neuer Käufe einsetzten. Damit zählt China zu den größten offiziellen Haltern des Edelmetalls – hinter den Vereinigten Staaten, die rund 8.100 Tonnen melden und damit den weltweit größten offiziellen Bestand halten, sowie hinter Deutschland, Italien, Frankreich und Russland. Gold macht nach wie vor einen vergleichsweise geringen Anteil an Chinas offiziellen Reserven aus, die weiterhin von Fremdwährungsanlagen dominiert werden. Zentralbanken weltweit waren in den vergangenen Jahren ebenfalls durchgängig Nettokäufer von Gold – ein Trend, der in den regelmäßigen Berichten des World Gold Council zur Nachfrage des offiziellen Sektors dokumentiert ist: Die offiziellen Nettoankäufe überstiegen in jedem der Jahre 2022, 2023 und 2024 die Marke von 1.000 Tonnen und lagen damit etwa doppelt so hoch wie im Durchschnitt des vorangegangenen Jahrzehnts – eine Phase beschleunigter Käufe, die auf die Einfrierung der Zentralbankreserven Russlands im Jahr 2022 folgte. In Umfragen des World Gold Council unter Zentralbanken wurden Krisenabsicherung und Diversifikation wiederholt als wichtigste Motive für derartige Käufe genannt.
Die im Zusammenhang mit dem Bericht herangezogenen Prädikationsmärkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 73,7 Prozent für ein YES-Ergebnis ein, dass Gold im August 4.700 US-Dollar erreicht. Der Bericht legt nahe, dass das unerwartete Ausmaß der chinesischen Käufe auf einen strategischen Versuch hindeuten könnte, sich gegen wirtschaftliche Volatilität abzusichern.
Worauf zu achten ist
Marktbeobachter werden verfolgen, wie sich die Entwicklung in den kommenden Tagen auf den Goldhandel auswirkt. Die monatlichen Reservenveröffentlichungen der PBOC, die jeweils Anfang des Monats erscheinen, werden zeigen, ob ein Teil der gemeldeten OTC-Käufe formell in den offiziellen Beständen anerkannt wird. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen mögliche Verschiebungen in der Politik der US-Notenbank Federal Reserve, die die Stärke des US-Dollars und die Renditen von US-Staatsanleihen und damit wiederum die Goldpreise beeinflussen können. Auch neue Meldungen über Käufe der People's Bank of China, geopolitische Spannungen und anstehende Veröffentlichungen von Konjunkturdaten dürften die Markterwartungen prägen.