NachrichtenRohstoffe & ForexChina verlängert Goldkaufserie auf 22 Monate – Reserven steigen im August erneut

China verlängert Goldkaufserie auf 22 Monate – Reserven steigen im August erneut

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Goldbestände der PBOC stiegen Ende August auf 76,73 Millionen Feinunzen – der 22. Monat in Folge mit Käufen.
  • Der gemeldete Wert der chinesischen Goldreserven erhöhte sich auf 350,08 Milliarden US-Dollar, was größtenteils auf höhere Goldpreise statt auf das Kaufvolumen zurückgeht.
  • Chinas Goldkäufe werden vor allem durch die Diversifizierung der Reserven weg von dollardenominierten Vermögenswerten und souveränem Kreditrisiko motiviert.
  • Zentralbanken weltweit sind seit 2022 Netto-Käufer von Gold – ein Trend, der häufig mit der Einfrierung russischer Reservevermögen in Verbindung gebracht wird.
  • Die anhaltende Nachfrage des offiziellen Sektors gilt als strukturelle Stütze für Gold, wodurch deutliche Kursrücksetzer eher Käufer anziehen dürften.
China verlängert Goldkaufserie auf 22 Monate – Reserven steigen im August erneut

Chinas anhaltende Akkumulation von Gold setzte sich im August fort und stärkte damit eine der bedeutendsten strukturellen Nachfragequellen für das Edelmetall.

Die People's Bank of China (PBOC) meldete, dass sie Ende August 76,73 Millionen Feinunzen Gold hielt – ein Anstieg gegenüber 76,08 Millionen Unzen im Juli. Damit verlängert sich die Kaufserie der Zentralbank auf 22 aufeinanderfolgende Monate.

Der gemeldete Wert der chinesischen Goldreserven stieg ebenfalls kräftig auf 350,08 Milliarden US-Dollar, nach 306,35 Milliarden US-Dollar im Juli. Der Anstieg um 43,7 Milliarden US-Dollar sollte jedoch nicht als die Menge an Gold interpretiert werden, die China in diesem Monat gekauft hat. Die Wertveränderung spiegelt größtenteils den deutlichen Anstieg des Marktpreises von Goldbarren wider, zusätzlich zu den weiteren physischen Käufen.

Die treibende Kraft hinter Chinas anhaltenden Goldkäufen ist in erster Linie die Diversifizierung der Reserven. Peking hält enorme Devisenreserven, die historisch von dollardenominierten Vermögenswerten dominiert wurden. Gold bietet einen Vermögenswert, der kein souveränes Kreditrisiko birgt und weniger direkt dem Finanzsystem eines anderen Landes ausgesetzt ist – dies ist der entscheidende Faktor hinter der chinesischen Nachfrage nach dem Metall.

China ist mit diesem Ansatz nicht allein. Zentralbanken weltweit waren in den vergangenen Jahren Netto-Käufer von Gold; der World Gold Council meldet seit 2022 wiederholt eine offizielle Nachfrage, die deutlich über dem historischen Durchschnitt liegt – eine Verschiebung, die häufig mit der Einfrierung russischer Reservevermögen in jenem Jahr in Verbindung gebracht wird. Die Serie der PBOC ist das prominenteste Beispiel für diesen breiteren Trend unter den Zentralbanken der Schwellenländer.

Was die Auswirkungen auf die Märkte betrifft, bietet der anhaltende Kauf der PBOC eine wichtige strukturelle Stütze unter der Goldnachfrage. Zudem hält sich die verbreitete Spekulation, dass China deutlich mehr Gold ankauft, als die monatlichen Berichte ausweisen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Preise geradlinig steigen werden. Es spricht aber dafür, dass tiefe Verkäufe oder deutliche Kursrückgänge angesichts der anhaltenden Zentralbanknachfrage eher Käufer anziehen dürften.

Der nächste relevante Datenpunkt ist die Reserveveröffentlichung der PBOC für den September, die zeigen wird, ob sich die Kaufserie auf einen 23. Monat verlängert.

Quelle: Investinglive