NachrichtenMakroCats-Musical-Kritik, Regent’s Park Open Air Theatre: Drew McOnies hochenergetische Wiederaufnahme erhält vier Sterne

Cats-Musical-Kritik, Regent’s Park Open Air Theatre: Drew McOnies hochenergetische Wiederaufnahme erhält vier Sterne

Autor: City AM Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Drew McOnies Wiederaufnahme von "Cats" läuft im Regent’s Park Open Air Theatre bis zum 19. September und wurde mit vier Sternen bewertet.
  • Die Produktion ersetzt Gillian Lynnes langjährige Originalchoreografie durch einen natürlicheren Ansatz, der echtes Katzenverhalten statt ballettartiger Bewegungen betont.
  • Die Zweitbesetzung Taziva-Faye Katsande spielte am Presseabend Grizabella und sang „Memory“ überzeugend, obwohl ihre jugendliche Ausstrahlung Grizabellas gelebte Weisheit etwas abschwächte.
  • Die ursprüngliche West-End-Produktion von "Cats" wurde 1981 uraufgeführt, lief 21 Jahre und machte „Memory“ zu einem der bekanntesten Songs der Musicaltheatergeschichte.
  • Die Besetzung der Produktion wirkt deutlich jünger, als es T. S. Eliots Vorlage für Figuren wie Old Deuteronomy und Grizabella nahelegt.
Cats-Musical-Kritik, Regent’s Park Open Air Theatre: Drew McOnies hochenergetische Wiederaufnahme erhält vier Sterne

Bewertung: ★★★★

Die weithin verrissene Verfilmung von 2019 trug kaum dazu bei, den Eindruck zu zerstreuen, dass Andrew Lloyd Webbers Cats für das heutige Publikum vielleicht einfach zu eigenartig ist. Schließlich beruht das Musical auf einem äußerst lockeren Handlungsgerüst und verbringt rund 80 Prozent seiner Laufzeit damit, eine Reihe von Katzen vorzustellen, die in einer Londoner Gasse leben. Doch wenn Starlight Express — eine Show, in der erwachsene Menschen Spielzeugzüge darstellen — erfolgreich zurückkehren kann, gibt es keinen Grund, warum Cats das nicht auch könnte. Immerhin wurde Cats 1981 im West End uraufgeführt und lief 21 Jahre lang; es wurde zu einem der prägenden Megamusicals seiner Zeit und machte „Memory“ zu einem der bekanntesten Songs des Musicaltheaters.

Die energiegeladene Inszenierung von Regisseur und Choreograf Drew McOnie beantwortet diese Frage eindeutig. Die Mülltonnen klassischer Inszenierungen sind verschwunden; an ihre Stelle tritt ein körperlich spürbares, magnetisches Spektakel, das von den ersten Momenten an bewegt und fesselt. Der mit einem Olivier Award ausgezeichnete Choreograf McOnie, bekannt für seine Arbeiten an In the Heights und King Kong, betrat damit wohl den am stärksten beobachteten Bereich der Produktion: Gillian Lynnes ursprüngliche Choreografie setzte fast vier Jahrzehnte lang den Maßstab für Cats, und jede Abweichung lädt zum Vergleich ein.

Seltsame, abstrakte Weisheit

McOnies Choreografie schafft eindrucksvolle Bilder von Tieren, die sich als Rudel bewegen. Sie fallen übereinander her, fauchen und strecken sich mit einer Natürlichkeit, die dem Verhalten echter Katzen viel näherkommt als das pirouettierende Ensemble des Films. Die Company scheint angewiesen worden zu sein, „sich wie Katzen zu verhalten“ statt „als Katzen Ballett zu machen“ — eine Anweisung, die sich enorm auszahlt. Das sind zarte, kluge Geschöpfe, und wie beim Beobachten eines geliebten Haustiers bleibt das Publikum gebannt an diesen intuitiven Darstellerinnen und Darstellern hängen, während sie über Sami Fendalls angenehm minimalistisches, mondförmiges Bühnenbild streifen.

Die Truppe bereitet sich auf den Jellicle Ball vor, ein jährliches Ereignis unter der Leitung des staatsmännisch anmutenden Old Deuteronomy, der eine Katze auswählen wird, die aus dem Leben als Streunerin erhoben und in ein höheres Dasein wiedergeboren wird. Die Tiere erzählen ihre Lebensgeschichten durch Gesang und Tanz: der charismatische, an Harry Styles erinnernde Rum Tum Tugger (fantastisch gespielt von Jaydon Vijn); der Bösewicht Macavity; das verschmitzte Duo Mungojerrie und Rumpleteazer; und Grizabella, die gealterte Ausgestoßene, die die Gruppe verlassen hat, aber für die Chance auf einen Neuanfang zurückkehrt.

Zwei Monde über dem Regent’s Park

Am Presseabend übernahm die Zweitbesetzung Taziva-Faye Katsande die Hauptrolle der Grizabella und verlieh der verletzlichen älteren Katze eine gewisse Naivität. Ihre Interpretation des berühmten Songs „Memory“ war hervorragend, doch ihre Jugend machte es schwer, die Weisheit und Nostalgie zu vermitteln, die die Figur ausmachen — eine Eigenheit der Besetzung, nicht ein Mangel ihres Talents. Ein ähnliches Problem zeigt sich bei Old Deuteronomy: Melanie La Barrie ist 51, doch in T. S. Eliots ursprünglichem Old Possum's Book of Practical Cats legt die Figur ein deutlich höheres Alter nahe. Die Produktion als Ganzes wirkt spürbar jugendlich.

Dennoch bewahrt diese Wiederaufnahme unter zwei Monden — einer oben an der Bühne, der andere der tatsächliche Nachthimmel über dem Theater — die seltsame, abstrakte Weisheit von Eliots Versen.

Cats wird im Regent's Park Open Air Theatre bis zum 19. September gespielt.