Kanadischer Dollar steigt auf neue Höchststände, nachdem Trump 50%-Zölle aussetzt und das US-Finanzministerium die Rückkäufe ausweitet
Wichtige Erkenntnisse
- •Trump setzte die angedrohten 50%-Zölle auf kanadische Waren für drei Tage aus und sagte, dass eine Einigung zwischen den USA und Kanada bestehe, vorbehaltlich der endgültigen Unterlagen.
- •Die Zollverschiebung nahm den Druck vom kanadischen Dollar und machte seine Verluste vor Ablauf der Frist wieder wett.
- •Das US-Finanzministerium kündigte an, die Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Wertpapiere am Treasury-Markt auszuweiten.
- •USD/CAD fiel unter die Unterstützung nahe 1,3920, wodurch der Bereich um 1,3750 in den Blick rückt.
- •Die Entwicklungen im US-Iran-Krieg bleiben ein wichtiges Marktrisiko, das den US-Dollar und den kanadischen Dollar beeinflussen könnte.

Der kanadische Dollar stieg gegenüber dem US-Dollar auf neue Höchststände, nachdem Präsident Donald Trump die angedrohten 50%-Zölle auf kanadische Waren für drei Tage ausgesetzt hatte und das US-Finanzministerium seine Liquiditätsstützungsmaßnahmen am Markt für Staatsanleihen ausweiten wollte.
Die Währung hatte am Vortag eine schwierige Sitzung erlebt. Mit dem näher rückenden Zolldatum und ohne Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und Kanada wurden die Märkte zunehmend nervös, dass die angedrohten 50%-Zölle tatsächlich in Kraft treten könnten. Für Kanada steht dabei besonders viel auf dem Spiel: Rund drei Viertel der kanadischen Exporte gehen in den US-Markt, angeführt von Kategorien wie Energie und Autos. Zolldrohungen in dieser Größenordnung wirken daher direkt auf die Wachstumserwartungen, die die Währung prägen.
Das Bild änderte sich vollständig, als Trump einen weiteren klassischen „TACO“-Moment lieferte — die weithin verwendete Marktabkürzung für „Trump Always Chickens Out“, die das Muster des Präsidenten beschreibt, Zölle zu drohen und sie dann zu verschieben — indem er die Zölle für drei Tage aussetzte. Trump fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten und Kanada eine Einigung hätten, vorbehaltlich der Fertigstellung der relevanten Dokumente. Die Nachricht verschaffte dem kanadischen Dollar spürbare Erleichterung, der seine Verluste vor dem Zolldatum vollständig ausglich. Das dreitägige Zeitfenster lenkt den Fokus nun darauf, ob diese endgültigen Dokumente vor Ablauf der Pause abgeschlossen werden, während die Zolldrohung bis dahin technisch bestehen bleibt.
Der Loonie — der Spitzname des kanadischen Dollars, abgeleitet vom Seetaucher auf der kanadischen Ein-Dollar-Münze — setzte dann seine Gewinne gegenüber dem Greenback fort, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, es werde den Umfang seiner Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Wertpapiere erhöhen. Bei solchen Rückkäufen kauft das Finanzministerium ältere, „off-the-run“ Wertpapiere zurück, um die Handelsliquidität am Treasury-Markt zu stützen. Das Finanzministerium startete regelmäßige Rückkäufe im Jahr 2024 genau mit diesem Ziel, wobei ältere Emissionen mit geringerem Handelsvolumen als neu auktionierte Schuldtitel im Fokus stehen; der unterstützte Markt ist der größte Staatsanleihenmarkt der Welt und ein zentraler Referenzpunkt für globale Finanzierungskosten.
Im Tageschart von USD/CAD — dem Währungspaar, das zeigt, wie viele US-Dollar ein kanadischer Dollar kauft, wobei ein fallender Kurs einen stärkeren Loonie widerspiegelt — durchbrach der Wechselkurs zuletzt eine wichtige Unterstützungszone um das Niveau von 1,3920. Dieser Bruch öffnete, unter sonst gleichen Bedingungen, den Weg zu einer Bewegung in Richtung der nächsten Unterstützungszone um 1,3750.
Der US-Iran-Krieg bleibt das wichtigste Risiko im weiteren Verlauf. Ein längeres Patt, begleitet von einer passiven Lockerung der Finanzierungsbedingungen, sollte für den US-Dollar negativ sein und den CAD weiter bis zu neuen Höchstständen stützen. Eine deutliche Eskalation könnte dem Greenback hingegen durch risikoaversen Kapitalfluss und erneut aufflammende Sorgen über Inflation und Fed-Zinserhöhungen Auftrieb geben.