NachrichtenMakroHafen von Callao nimmt Lateinamerikas erstes Landstromsystem in Betrieb

Hafen von Callao nimmt Lateinamerikas erstes Landstromsystem in Betrieb

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Hafen von Callao ist der erste Hafen Lateinamerikas mit Landstromangebot; das System wurde am South Pier Container Terminal installiert, das von DP World Callao betrieben wird.
  • DP World Callao erwartet, dass das System die CO2-Emissionen um mehr als 6.300 Tonnen pro Jahr senkt und zugleich Kraftstoffverbrauch, Lärm sowie lokale Luftschadstoffe in Hafennähe verringert.
  • Die nationale Hafenbehörde erklärte, das Projekt sei Teil der breiteren Bemühungen Perus um effizientere und nachhaltigere Häfen.
  • Landstrom wird bereits in Häfen in Nordamerika, Europa und Asien genutzt; die EU verlangt ab 2030, dass Container- und Passagierschiffe in großen Häfen Landstrom verwenden.
  • Der Emissionsnutzen von Landstrom hängt vom Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz ab; die Wasserkraft macht einen großen Teil der Stromerzeugung Perus aus.
Hafen von Callao nimmt Lateinamerikas erstes Landstromsystem in Betrieb

Der Hafen von Callao in Peru ist der erste Hafen in Lateinamerika, der Landstrom anbietet. Dadurch können Schiffe während des Liegens am Kai an das Stromnetz an Land angeschlossen werden, statt ihre Hilfsmaschinen laufen zu lassen.

Das System wurde am South Pier Container Terminal installiert, das von DP World Callao betrieben wird, wie die nationale Hafenbehörde in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung mitteilte.

Kompatible Schiffe, die das Terminal anlaufen, können im Hafen Strom aus dem Landanschluss beziehen und damit den Kraftstoffverbrauch, die Emissionen und den Lärm reduzieren. Für die Gemeinden in Hafennähe bedeutet das Abschalten der Hilfsmaschinen zudem eine Verringerung lokaler Luftschadstoffe wie Stickoxide, Schwefeloxide und Feinstaub. DP World Callao erwartet, dass das System die CO2-Emissionen um mehr als 6.300 Tonnen pro Jahr senkt.

Die nationale Hafenbehörde erklärte, das Projekt sei Teil der breiter angelegten Bemühungen Perus, seine Häfen effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Landstrom, auch als Cold Ironing oder Alternative Marine Power bekannt, wird bereits in Häfen in Nordamerika, Europa und Asien eingesetzt, um die Emissionen liegender Schiffe zu verringern. Auch die Regulierung entwickelt sich zunehmend in dieselbe Richtung: Die Europäische Union verlangt, dass Containerschiffe und Passagierschiffe ab 2030 in großen EU-Häfen an das Landstromnetz angeschlossen werden, und die Treibhausgasstrategie der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation zielt darauf ab, die Emissionen des internationalen Schiffsverkehrs bis oder etwa um 2050 auf netto null zu senken. Die Nutzung von Landanschlüssen hängt außerdem davon ab, ob die Schiffe entsprechend ausgerüstet sind; internationale Normen wie IEC/IEEE 80005-1 regeln Hochspannungs-Landanschlüsse.

Der Klimanutzen der Technologie hängt jedoch auch davon ab, wie der Strom erzeugt wird, der den Schiffen geliefert wird. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Netz, desto größer die potenziellen Emissionseinsparungen. In Peru entfällt ein großer Teil der Stromerzeugung auf Wasserkraft.