Dezember-Futures auf das britische Pfund erreichen 13-Wochen-Hoch, während der Druck auf den Dollar zunimmt
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Dezember-Futures auf das britische Pfund sind auf ein 13-Wochen-Hoch gestiegen und befinden sich im Tageschart in einem Aufwärtstrend.
- •Der MACD-Indikator zeigt sich bullisch: Beide Linien steigen, und die MACD-Linie liegt über der Signallinie.
- •Wyckoff zufolge würde ein Anstieg über 1,3568 eine Kaufgelegenheit schaffen, mit einem Kursziel von 1,3900 oder höher.
- •Die technische Unterstützung liegt bei 1,3425; dort könnte für eine Long-Position eine protective Sell-Stop-Order platziert werden.
- •Die Aussichten werden gestützt durch eine relativ solide britische Wirtschaft, die restriktive Geldpolitik der Bank of England sowie zuletzt schwache US-Daten, die den Dollar unter Druck gesetzt haben.

Futures auf das britische Pfund mit Dezember-Verfall (B6Z26) bieten bei weiteren Kursgewinnen eine Kaufgelegenheit, so der erfahrene Marktanalyst Jim Wyckoff, Senior-Marktanalyst bei Barchart, während der Druck auf den US-Dollar weiter zunimmt. Zur Einordnung des Tickers: Das „Z“ ist der Börsen-Monatscode für Dezember; der Kontrakt wird an der CME Group gehandelt, ist in US-Dollar pro Pfund auf derselben Skala wie der Spot-Wechselkurs notiert, und jeder Kontrakt umfasst 62.500 Pfund Sterling. Das zugrunde liegende Währungspaar nennen Händler „Cable“ – eine Bezeichnung, die auf die transatlantische Telegrafenleitung zurückgeht, über die einst Kurse zwischen London und New York übermittelt wurden. Bei den jüngsten Notierungen gab GBP=X um 0,20 % nach, während der US-Dollar-Index (DX-Y.NYB) um 0,01 % zulegte. Die beiden Werte sind konstruktionsbedingt miteinander verknüpft: Das Pfund Sterling ist eine der sechs Währungen im Korb des Dollar-Index, mit einem Gewicht von rund 11,9 %.
Technisches Bild
Im Tageschart der Dezember-Futures auf das britische Pfund befinden sich die Kurse in einem Aufwärtstrend und haben soeben ein 13-Wochen-Hoch erreicht. Im unteren Bereich des Charts zeigt sich der Moving-Average-Convergence-Divergence-Indikator (MACD) – ein Momentums-Indikator, der die Differenz zwischen zwei gleitenden Durchschnitten des Kurses misst – in einer bullischen Verfassung: Die blaue MACD-Linie liegt über der roten Signallinie, und beide Linien steigen – eine Konstellation, die Charttechniker als zunehmendes Aufwärtsmomentum deuten. Auf dieser Grundlage haben die Bullen beim Pfund Sterling, so Wyckoff, insgesamt den kurzfristigen technischen Vorteil.
Fundamentaler Hintergrund
Die britische Wirtschaft steht weitgehend auf solidem Fundament, und die Bank of England hat ihre Geldpolitik restriktiv gehalten. Gleichzeitig haben zuletzt enttäuschende US-Wirtschaftsdaten auf den US-Dollar ($DXY) gedrückt. Diese Konstellation wirkt unmittelbar auf diesen Kontrakt: Wechselkurse reagieren empfindlich auf Zinsdifferenzen, und das relative Verhältnis von Federal Reserve und Bank of England ist ein zentraler Treiber des Cable. Da ein starkes Pfund und ein schwacher Dollar zwei Seiten derselben Kursbewegung sind, verstärken solide britische Rahmenbedingungen zusammen mit nachlassenden US-Daten dieselbe Bewegung, die der Chart nachzeichnet.
Zu beobachtende Marken
Ein Anstieg der Dezember-Futures auf das britische Pfund über den charttechnischen Widerstand beim dieswöchigen Hoch von 1,3568 würde eine Kaufgelegenheit darstellen, so Wyckoff. Das obere Kursziel läge bei 1,3900 oder darüber. Die technische Unterstützung, knapp unterhalb derer eine protective Sell-Stop-Order platziert werden könnte, liegt bei 1,3425. Diese beiden Kurse definieren das Risiko des Setups: Ein protective Sell Stop ist eine stehende Order zum Schließen einer Long-Position, falls die Unterstützung nachgibt, und begrenzt so den Verlust des hypothetischen Trades. Und weil die These auf anhaltendem Druck auf den Dollar und einer straffen Bank of England beruht, sind die anstehenden US-Wirtschaftsveröffentlichungen und die Sitzungen der Bank of England die nächsten Termine, auf die zu achten ist, da beide das Umfeld verändern könnten, auf dem der Chart basiert.
Haftungsausschluss des Autors
Wyckoff weist darauf hin, dass er kein Futures-Broker ist und keine Trading-Konten verwaltet – mit Ausnahme seines eigenen privaten Kontos. „Es ist mein Ziel, Ihnen potenzielle Handelsgelegenheiten aufzuzeigen. Es liegt jedoch an Ihnen: (1) zu entscheiden, wann und ob Sie Trades eingehen möchten, und (2) die Größe der Trades festzulegen, die Sie gegebenenfalls eingehen. Alle Trades, die ich erörtere, sind hypothetischer Natur“, schreibt er.
Er fügt die folgenden Hinweise der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der US-Aufsichtsbehörde für die Futures- und Optionsmärkte, an, denen er nach eigenen Angaben „zu 100 %“ zustimmt: „Der Handel mit Rohstoff-Futures und Optionen ist nicht für jeden geeignet. ES IST EIN VOLATILES, KOMPLEXES UND RISIKOREICHES GESCHÄFT. Bevor Sie Geld in Futures- oder Optionskontrakte investieren, sollten Sie Ihre Finanzerfahrung, Ihre Ziele und Ihre finanziellen Ressourcen berücksichtigen und wissen, wie viel Sie über Ihre anfängliche Zahlung an einen Broker hinaus verlieren können. Sie sollten die Kontrakte für Rohstoff-Futures und Optionen sowie Ihre Verpflichtungen beim Eingehen dieser Kontrakte verstehen. Sie sollten Ihre Risikoexposition und andere Aspekte des Handels verstehen, indem Sie die Risikohinweis-Dokumente, die Ihr Broker Ihnen aushändigen muss, sorgfältig prüfen.“
Offenlegung
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt Jim Wyckoff weder direkt noch indirekt Positionen in den in diesem Artikel genannten Wertpapieren. Alle Informationen und Daten in diesem Artikel dienen ausschließlich der Information. Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Barchart.com veröffentlicht.