Europäische Märkte im Rückblick: Eurozonen-Inflation steigt im Juli; Erneut vermutete Yen-Intervention
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Bank of Japan beließ die Zinsen in einer 8-1-Abstimmung unverändert, während Gouverneur Ueda anzeigte, dass die Notenbank beabsichtigt, die Zinsen weiter zu erhöhen, um nicht hinter der Entwicklung zurückzubleiben.
- •Der südkoreanische KOSPI-Index stieg um knapp 18 % und trug damit zu einer breiteren Erholung bei Technologieaktien sowie zu einem konstruktiveren Grundton an den Aktienmärkten bei.
- •Die Inflation im Euro-Raum für Juli fiel etwas höher als erwartet aus, auch die französische Inflation beschleunigte sich, was die datenabhängige geldpolitische Haltung der EZB verstärkt.
- •Der japanische Yen erlebte erhebliche Volatilität im Zuge einer vermuteten zweiten Währungsmarktintervention, wobei USD/JPY auf 158.55 fiel, bevor sich der Kurs auf rund 160.05 erholte.
- •Die deutsche Arbeitslosigkeit stieg im Juli etwas stärker als erwartet, was neben den erhöhten Inflationswerten ein gemischtes wirtschaftliches Bild für den Euro-Raum zeichnet.

Schlagzeilen
- Wie haben sich die Zinserwartungen nach den Ereignissen dieser Woche verändert?
- BOJ-Gouverneur Ueda kündigt an, dass mit weiteren Zinserhöhungen als Reaktion auf wirtschaftliche und finanzielle Bedingungen zu rechnen sei
- BOJ-Gouverneur Ueda erklärt, die Geldpolitik so zu gestalten, dass die Notenbank nicht hinter der Entwicklung zurückbleibt
- BOJ belässt Zinsen wie erwartet unverändert. Abstimmung 8-1
- EZBs Kocher: Entscheidungen werden auf Basis eingehender Daten getroffen, um die Inflation zurück auf das 2 %-Ziel zu bringen
- Inflation im Euro-Raum steigt im Juli leicht an und hält die EZB unter Druck
- Französische Inflation beschleunigt sich im Juli und bestätigt den breiteren Trend in der Region
- Italien Juli vorläufiger VPI +2,8 % gegenüber +2,8 % gegenüber dem Vorjahr erwartet
- Deutsche Arbeitslosigkeit steigt im Juli etwas stärker als erwartet
- Südkoreas KOSPI verlängert die Erholung in der Endphase der Woche, heute nun 17 % im Plus
Marktüberblick
- USD und AUD führen; CHF hinkt am Tag zurück
- WTI-Rohöl plus 0.7 % auf $84.20
- Europäische Indizes überwiegend höher; S&P 500 Futures plus 0.5 %
- US 10-Jahres-Renditen plus 1.2 bp auf 4.675 %
- Gold minus 1.1 % auf $4,057
- Bitcoin minus 1.3 % auf $63,887
Marktanalyse
Die Märkte erleben weiterhin volatile Schwankungen, während sich die Handelswoche ihrem Ende nähert und der Monat zu Ende geht.
Die Erholung bei Technologieaktien dehnte sich weiter aus, nachdem der südkoreanische Benchmark-Index KOSPI heute Gewinne von knapp 18 % verzeichnete, was dazu beitrug, einen konstruktiveren Grundton an den breiteren Aktienmärkten zu etablieren.
Europäische Aktien legen moderat zu, mit dem DAX plus 0.7 % und dem CAC 40 plus 0.9 %. Auch die US-Futures verzeichnen solide Gewinne in Richtung Wochenabschluss, wobei S&P 500 Futures plus 0.5 % und Nasdaq Futures plus 1.3 % notieren. Das Ausbleiben von Bedenken hinsichtlich der Ausgaben von Hyperscalern in dieser Woche hat die Stimmung zusätzlich gestützt, zumindest vorerst.
Der japanische Yen erlebte eine weitere Phase der Volatilität im Zuge einer vermuteten zweiten Interventionsrunde. USD/JPY hatte sich vom Rückgang des Vortags erholt und sich in der Sitzung zunächst über 160.00 etabliert, bevor der Kurs rasch auf 158.55 zurückgedrängt wurde. Eine allmähliche Erholung folgte, und das Paar notierte zuletzt plus 0.3 % bei 160.05. Die Interventionsdynamik spielt sich vor dem Hintergrund der Entscheidung der BOJ ab, die Zinsen in einer 8-1-Abstimmung unverändert zu belassen, während Gouverneur Ueda gleichzeitig die Absicht der Notenbank signalisierte, die Zinsen weiter zu erhöhen und nicht hinter der Entwicklung zurückzubleiben – eine Haltung, die Marktteilnehmer abwägen lässt, wie schnell die geldpolitische Normalisierung angesichts des anhaltenden Währungsdrucks voranschreiten wird.
Der US-Dollar verzeichnet ebenfalls eine moderate Erholung, mit EUR/USD minus 0.3 % auf 1.1495 und USD/CHF plus 0.5 % auf 0.8095 am Tag.
Bei den Wirtschaftsdaten fielen die Inflationszahlen für den Euro-Raum im Juli etwas höher aus als erwartet. Dieser Anstieg war nicht isoliert: Auch die französische Inflation beschleunigte sich, während der vorläufige VPI Italiens mit 2.8 % gegenüber dem Vorjahr den Erwartungen entsprach. Zusätzlich getrübt wird das Bild für den Euro-Raum durch die im Juli etwas stärker als erwartet gestiegene deutsche Arbeitslosigkeit. Zusammen unterstreichen diese Daten die datenabhängige Haltung der EZB, wobei Beamte wie Kocher betonen, dass eingehende Daten die Entscheidungen leiten werden, die darauf abzielen, die Inflation auf das 2 %-Ziel zurückzuführen. Die Märkte werden künftige Datenveröffentlichungen und EZB-Kommentare im Auge behalten, um weitere Klarheit darüber zu gewinnen, ob für September noch eine Maßnahme infrage kommt.
An den Rohstoffmärkten setzen sich die Ölpreise etwas höher fest, mit WTI-Rohöl plus 0.7 % auf $84.20. Auch die US-10-Jahres-Staatsanleihenrenditen steigen um knapp 2 bp auf 4.68 %. Gold notiert minus 1.1 % auf $4,057, während der Handel mit Edelmetallen weiterhin hin und her schwankt.