NachrichtenKryptoBlackRock: Kryptowährungen können der Quantenbedrohung mit rechtzeitiger Koordination vorausbleiben

BlackRock: Kryptowährungen können der Quantenbedrohung mit rechtzeitiger Koordination vorausbleiben

Autor: Bitcoin Magazine·

Wichtige Erkenntnisse

  • BlackRocks Bericht zufolge ist die Post-Quanten-Migration für Kryptowährungen technisch machbar; die größte Herausforderung liegt in der Koordination.
  • Das Unternehmen erklärte, dass bislang kein Quantencomputer gebaut wurde, der Bitcoins Kryptografie brechen kann, während bestehende Quantenmaschinen weiterhin fehleranfällig sind.
  • BlackRock schätzte, dass rund 35% des zirkulierenden Bitcoin-Angebots aufgrund offengelegter öffentlicher Schlüssel für bestimmte Angriffe anfällig sein könnten.
  • BlackRock, Coinbase, Fidelity Digital Assets und Block haben ein Bitcoin Security Consortium gegründet, um Open-Source-Engineering-Arbeiten im Zusammenhang mit der Bitcoin-Sicherheit zu finanzieren.
  • Der Bericht bezeichnete BIP-360 als glaubwürdigen Bestandteil einer umfassenderen Lösung, stellte ihn jedoch nicht als vollständige Antwort dar.
BlackRock: Kryptowährungen können der Quantenbedrohung mit rechtzeitiger Koordination vorausbleiben

BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von mehr als $15 trillion, hat sich in die laufende Debatte über die potenzielle Bedrohung von Kryptowährungen durch Quantencomputing eingeschaltet — und seine Einschätzung fällt bemerkenswert optimistisch aus.

In einem neu veröffentlichten Bericht mit dem Titel Quantencomputing und Blockchains argumentiert BlackRock, dass die Umstellung bestehender kryptografischer Systeme auf quantenresistente Standards eine deutlich besser beherrschbare Aufgabe sei als der Bau eines funktionsfähigen Quantencomputers, der in der Lage wäre, diese Kryptografie zu brechen.

„In our view, PQ migration for cryptocurrencies is eminently addressable from a technical standpoint, and the key challenge is one of timely coordination and implementation,“ heißt es in dem Bericht.

Die Kryptowährungs-Community äußert seit Langem Sorgen über hypothetische Fortschritte im Quantencomputing, die eines Tages die kryptografischen Grundlagen von Bitcoin kompromittieren könnten. Diese Bedenken reichen über den Kryptosektor hinaus: 2024 finalisierte das U.S. National Institute of Standards and Technology seine ersten Standards für Post-Quanten-Kryptografie und signalisierte damit, dass sich auch Regierungen und traditionelle Finanzinstitutionen auf den Übergang vorbereiten. Als Reaktion darauf haben einige Entwickler — darunter Bitcoin-Mitwirkende — begonnen, sich auf eine Post-Quanten-Zukunft vorzubereiten, indem sie quantenresistente Signaturen auf Live-Sidechains testen. Quantencomputer existieren bereits, sind jedoch weiterhin fehleranfällig, und bislang wurde keine Maschine gebaut, die Bitcoins Kryptografie brechen kann. Bitcoin bleibt das größte Computernetzwerk der Welt.

BlackRock ist im Kryptosektor erheblich engagiert, nachdem das Unternehmen 2024 börsengehandelte Spot-Fonds auf Bitcoin und Ethereum aufgelegt hat. Der Bitcoin-ETF des Unternehmens verzeichnete den erfolgreichsten Start in der Geschichte der ETF-Branche. BlackRock-CEO Larry Fink hat Bitcoin als „digitales Gold“ und als „internationalen Vermögenswert“ bezeichnet und darüber gesprochen, wie Kryptonetzwerke die breitere Tokenisierung von Vermögenswerten ermöglichen können.

Separat gab Michael Saylor bekannt, dass Strategy, BlackRock, Fidelity und Coinbase $15 million zusagen, um die Open-Source-Entwicklung von Bitcoin „for the decades ahead“ zu unterstützen.

https://x.com/BitcoinMagazine/status/2080271954506833953

BlackRocks Einschätzung der Quantenresilienz von Bitcoin

Dem Bericht zufolge gibt es zwar technische Lösungen, um Bitcoin vor Quantencomputern zu schützen — und der Upgrade-Prozess selbst ist technisch unkompliziert —, doch die Koordination stellt angesichts des dezentralen, konsensbasierten Entwicklungsmodells von Bitcoin die größere Schwierigkeit dar.

BlackRock wies darauf hin, dass etwa 35% des zirkulierenden Bitcoin-Angebots aufgrund offengelegter öffentlicher Schlüssel potenziell für bestimmte Arten von Angriffen anfällig sind und dass 11–19% unabhängig von einer Migration dauerhaft verloren sein könnten.

Gemeinsam mit Coinbase, Fidelity Digital Assets und Block kündigte BlackRock die Gründung eines neuen Bitcoin Security Consortium an, das Ingenieure finanzieren soll, die an Open-Source-Arbeiten zur Unterstützung von Vorschlägen wie BIP-360 beteiligt sind. Dieser Vorschlag würde quantenresistente Transaktionstypen in das Bitcoin-Netzwerk einführen.

Der Bericht räumte ein, dass BIP-360 zwar einen glaubwürdigen und gut konzipierten Bestandteil einer umfassenderen Lösung darstellt, BlackRock ihn jedoch nicht als endgültige Antwort bezeichnete. Das Engagement des Unternehmens spiegelt eine Veränderung darin wider, wie große institutionelle Akteure direkt an der Entwicklung von Open-Source-Protokollen mitwirken — einem Bereich, der historisch von unabhängigen Beitragenden und ehrenamtlichen Maintainerinnen und Maintainern geprägt war. Dennoch kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass Bitcoin und andere Kryptowährungsnetzwerke gegenüber Quantenbedrohungen im Vorteil sind.

„That said, it is a much less daunting task to upgrade current cryptographic systems (including Bitcoin, Ethereum, and others) to a quantum-secure standard than it is to build a CRQC from where quantum computing progress stands today,“ heißt es in dem Bericht.

„Thus, advantage remains decidedly with the defense, at the current juncture.“

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Bitcoin Magazine veröffentlicht und von Mathew Di Salvo verfasst.