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Bitcoin-Dominanz und Altcoin-Season: Die Statistiken hinter den Markzyklen der Kryptowährungen

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Die Bitcoin-Dominanz wird berechnet, indem die Marktkapitalisierung von Bitcoin durch die gesamte Kryptomarktkapitalisierung geteilt wird.
  • •Die Dominanz fiel während des Token-Booms 2017 von über 85 % auf unter 40 % und später während der Altcoin-Season 2021 von rund 70 % auf 40 %.
  • •Der Wert von 58 % bis 60 % Anfang 2026 liegt zwischen den häufig genannten Hoch- und Niedrigschwellen und zeigt keine klare Dominanz einer Marktseite.
  • •Ein Fall unter 50 % garantiert keine Altcoin-Rallye, wie der Bärenmarkt 2022 zeigte, in dem Altcoins schwere Verluste erlitten.
  • •Stablecoin-Emissionen können den Anteil von Bitcoin senken, indem sie den Kapitalisierungsnenner vergrößern, ohne dass eine Rotation in Altcoins stattfindet.
Bitcoin-Dominanz und Altcoin-Season: Die Statistiken hinter den Markzyklen der Kryptowährungen

Die Bitcoin-Dominanz misst, wie viel des gesamten Kryptomarktes Bitcoin gehört. Sie ist ein Anteil, kein Preis, und damit ein praktischer Indikator dafür, wohin Anleger Kapital über den gesamten Markt verteilen. Trader ziehen die Zahl häufig heran, um einzuschätzen, wann Altcoins beginnen könnten, Bitcoin zu outperformen – ein Zeitraum, der gemeinhin als Altcoin-Season bezeichnet wird. Die historische Aufzeichnung zeigt jedoch, dass der Zusammenhang zwischen beiden nicht immer eindeutig ist. Genau diese Lücke zwischen Preis und Anteil ist der Grund, warum der Wert sorgfältig gelesen werden sollte: Er beschreibt die Marktstruktur, nicht das Schicksal einzelner Assets.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Zahlen zusammen, die von Binance Academy, Paybis, PrimeXBT und einem Analysten-Thread zur Marktstruktur berichtet wurden. Er erklärt, wie die Kennzahl berechnet wird, wie stark sie sich im Zeitverlauf bewegt hat und in welchen Situationen sie Leser in die Irre führen kann.

Wie die Bitcoin-Dominanz berechnet wird

Die Bitcoin-Dominanz ist die Marktkapitalisierung von Bitcoin geteilt durch die gesamte Kryptomarktkapitalisierung, multipliziert mit 100. Die Marktkapitalisierung wiederum ergibt sich aus dem Preis einer Münze multipliziert mit ihrem Umlaufangebot. Das Ergebnis wird als Prozentwert ausgedrückt.

Binance Academy liefert eine einfache Veranschaulichung: Beträgt die Marktkapitalisierung von Bitcoin 1,4 Billionen Dollar und der gesamte Kryptomarkt 2,4 Billionen Dollar, läge die Dominanz bei rund 58 %. PrimeXBT verwendet ein glattes Beispiel: 1 Billion von 2 Billionen ergibt 50 %.

Zum Gesamtmarkt in dieser Berechnung gehören Bitcoin, Ethereum, Stablecoins, Altcoins und Tausende kleinere Assets. Da Datenanbieter leicht unterschiedliche Token-Sets erfassen, können CoinMarketCap und TradingView für denselben Tag geringfügig unterschiedliche Werte anzeigen.

Ein durchgerechnetes Beispiel zeigt, warum Dominanz eine Kennzahl und kein Preissignal ist. Angenommen, die Marktkapitalisierung von Bitcoin fällt um 30 Milliarden Dollar, ein Rückgang von 5 %, während der Rest des Marktes um 70 Milliarden Dollar bzw. 17,5 % sinkt. Bitcoin verliert an Wert, doch sein Anteil steigt von 60 % auf etwa 63 %. Der Preis ist gesunken, während die Dominanz gestiegen ist – beides kann gleichzeitig wahr sein. Für Leser bedeutet das: Die Dominanz lässt sich nur gemeinsam mit beiden Eingangswerten interpretieren – der Marktkapitalisierung von Bitcoin selbst und dem Rest des Nenners, Stablecoins eingeschlossen.

Die Kennzahl lässt sich live auf CoinMarketCap, CoinGecko, TradingView und CoinStats verfolgen; auf TradingView lautet das Ticker-Symbol BTC.D. Paybis rät Lesern, wöchentliche Trends zu beachten, da tägliche Bewegungen größtenteils Rauschen sind.

Die Begriffe Marktdominanz und Dominanzindex beruhen auf derselben Mathematik, wobei sich der Indexname üblicherweise auf Handelsprodukte bezieht. Einige Plattformen listen Futures- oder Perpetual-Kontrakte, die den Prozentwert abbilden, sodass Trader direkt auf den Marktanteil von Bitcoin positionieren können.

Historische Bitcoin-Dominanzwerte von 2017 bis 2026

Als Bitcoin startete, war es die einzige Kryptowährung und hielt daher 100 % des Marktes. Litecoin, Ethereum und Ripple kamen später hinzu, und der Anteil begann zu schrumpfen. Laut Binance Academy lag die Dominanz üblicherweise über 90 %, bevor Altcoins nennenswert an Bedeutung gewannen.

Der Boom 2017 war die erste harte Prüfung. PrimeXBT berichtet, dass die Dominanz Anfang 2017 über 85 % lag und anschließend in weniger als einem Jahr unter 40 % fiel – obwohl der eigene Preis von Bitcoin stieg. Hunderte neue Token sammelten während der ICO-Welle Gelder ein, und dieses frische Kapital vergrößerte die Gesamtmarktkapitalisierung, ohne den Anteil von Bitcoin zu erhöhen. Genau diese Lücke zwischen Preis und Anteil ist der Grund, warum die Kennzahl existiert.

Paybis berichtet, dass die Dominanz 2018, kurz vor einem Crash, 37 % erreichte und während des COVID-Verkaufsdrucks 2020 auf etwa 70 % stieg. Die Zahl bewegte sich 2021 erneut stark, wie PrimeXBT angibt: von nahezu 70 % auf rund 40 % während der anschließenden Altcoin-Season.

Die Werte für 2021 variieren je nach Quelle. Paybis ordnet einen Stand von 45 % dem Mai und 58 % dem Juli zu, während PrimeXBT einen Fall von 70 % auf 40 % über die gesamte Altcoin-Season beschreibt. Leser sollten die Daten als ungefähr betrachten.

Paybis berichtet zudem, dass Altcoins zwischen Mai und Juli 2021 60 % bis 80 % ihres Wertes verloren. Die Dominanz stieg in diesem Zeitraum, weil Bitcoin weniger fiel als der Rest des Marktes. Binance Academy weist darauf hin, dass die Dominanz in den letzten Jahren zwischen rund 40 % und 70 % schwankte.

Anfang 2026 ordnet Binance Academy den Wert bei etwa 58 % bis 60 % ein und führt dies auf die Nachfrage durch Spot-Bitcoin-ETFs sowie auf eine Präferenz für Bitcoin als stabileres Asset im Vergleich zu den meisten Altcoins zurück.

Was verschiedene Dominanzniveaus bedeuten

Es gibt keine allgemein anerkannte gute oder schlechte Zahl. Binance Academy betont, dass die Bedeutung von den Marktbedingungen und der Verwendung der Zahl abhängt. Dennoch gliedern mehrere Ratgeber die Werte in Bänder, und Paybis legt vier solcher Bereiche dar. PrimeXBT ergänzt, dass ein Wert über 60 % allgemein als hoch gilt, während ein Wert unter 45 % darauf hindeutet, dass Altcoins in der Größenordnung an Bitcoin herangerückt sind.

Die veröffentlichten Bereiche lassen eine kleine Lücke zwischen 65 % und 70 %. Der Wert von 58 % bis 60 % Anfang 2026 fällt in das ausgewogene Band, was mit einem Markt übereinstimmt, in dem keine Seite klare Dynamik besitzt.

Oft ist die Richtung wichtiger als das Niveau. PrimeXBT weist darauf hin, dass eine Bewegung von 55 % Richtung 50 % eine andere Geschichte erzählt als eine Bewegung von 55 % Richtung 60 %: Der Trend zeigt eine Stimmungsverschiebung, während ein einzelner Wert nur ein Momentaufnahme ist.

Paybis illustriert dies mit drei Szenarien, die jeweils auf einem Wert von 58 % beruhen. Ein Anstieg von 52 % auf 58 % innerhalb von zwei Wochen deutet darauf hin, dass der Markt in Bitcoin rotiert. Drei Monate bei 58 % deuten auf eine Pause hin. Ein Rückgang von 65 % auf 58 % innerhalb eines Monats zeigt eine Stärkung der Altcoins.

Auch die Steilheit der Linie trägt Information. Ein steiler Anstieg kann eine plötzliche Stimmungsänderung nach einem größeren Ereignis widerspiegeln, während eine langsame Drift auf einen allmählichen Wandel langfristiger Präferenzen hindeutet. Wer die Kennzahl vom Stand von 58 % bis 60 % Anfang 2026 aus verfolgt, sollte daher auf Richtung und Tempo achten statt auf das Niveau selbst, wobei die PrimeXBT-Schwellen von 60 % und 45 % die Punkte markieren, an denen sich das Gleichgewicht des Marktes ändert.

Bitcoin-Preis und Dominanz: Vier typische Konstellationen

Die Dominanz allein sagt nichts darüber aus, ob der Bitcoin-Preis steigt oder fällt. Sie zeigt, wie sich Bitcoin im Vergleich zum Rest des Marktes entwickelt – deshalb betrachten Analysten sie gemeinsam mit dem Kurschart.

Die Quellen stimmen in drei der vier typischen Fälle überein, weichen aber beim letzten ab. PrimeXBT deutet dies als eine von Bitcoin angeführte breite Abwärtsbewegung, während Binance Academy von einem breiten Marktabschwung spricht, ohne einen Anführer zu benennen.

Ein Analysten-Thread zu diesem Thema liefert eine Kurzfassung: Bitcoin steigt und Dominanz steigt bedeutet, dass Bitcoin führt. Bitcoin fällt und Dominanz steigt bedeutet, dass Altcoins stärker getroffen werden. Bitcoin steigt und Dominanz sinkt bedeutet, dass Altcoins outperformen.

Derselbe Thread warnt davor, steigende Dominanz als Kaufsignal zu werten. Eine steigende Linie kann aus einer Bitcoin-Rallye oder aus dem Zusammenbruch von Altcoins resultieren – die jeweils implizierte Handlung ist grundverschieden. Der Thread merkt ferner an, dass Marktkapitalisierung kein Bankkonto ist: Eine Änderung der Dominanz beweist nicht, dass dieselben Dollar von einem Asset in ein anderes bewegt wurden. Die Zahl drückt relativen Wert und Marktanteil aus – eine Karte der Rotation, kein Beleg über Kapitalflüsse.

Für ein klareres Bild empfiehlt der Thread, die Dominanz mit dem Bitcoin-Preis, der Altcoin-Marktkapitalisierung ohne Bitcoin und der Stablecoin-Dominanz zu vergleichen. Wenn diese Elemente übereinstimmen, wird die Geschichte klarer.

Altcoin-Season-Statistiken und die 50-%-Schwelle

Die Altcoin-Season bezeichnet einen Zeitraum, in dem Altcoins weiträumig Bitcoin schlagen. Eine fallende Dominanz ist die mit ihr am engsten verbundene Marktphase. Binance Academy weist darauf hin, dass der Altcoin Season Index häufig zusätzlich zur Dominanz genutzt wird. Im April 2025 stand der Index bei 32 von 100 – ein Wert, der eine starke Bitcoin-Dominanz signalisierte, wobei weniger als 75 % der Top-Altcoins Bitcoin in den vorangegangenen 90 Tagen geschlagen hatten.

Frühere Altcoin-Rallyes fielen mit fallender Dominanz zusammen. 2017 sank die Dominanz von rund 85 % auf etwa 35 %, als die ICO-Welle große Gewinne antrieb. 2021 fiel sie von rund 70 % auf 40 %, als DeFi- und NFT-Themen Kapital in Ethereum und kleinere Assets zogen.

Viele Ratgeber vertreten die Ansicht, dass ein Fall unter 50 % die Altcoin-Season signalisiert. PrimeXBT argumentiert, die Datenlage sei weniger eindeutig: Die Dominanz ist mehrfach unter 50 % gefallen, ohne dass eine dauerhafte Altcoin-Rallye folgte. Der Bärenmarkt 2022 ist das Standardbeispiel – die Dominanz pendelte um 40 % bis 45 %, während die meisten Altcoins 70 % bis 90 % ihres Wertes verloren. Ein niedriger Wert allein bedeutete nicht, dass Altcoins gewannen.

Laut PrimeXBT ist das stärkere Signal eine fallende Dominanz in Kombination mit einer steigenden Gesamtmarktkapitalisierung. Diese Kombination zeigt Kapitalzuflüsse in Altcoins. Eine fallende Dominanz bei gleichzeitig fallender Gesamtkapitalisierung zeigt nur, dass Altcoins schneller fallen als Bitcoin.

Dieselbe Quelle beschreibt die typische Reihenfolge einer Rotation. Kapital fließt zuerst von Bitcoin in Large Caps wie Ethereum, dann in Mid Caps und schließlich in Small Caps und spekulative Assets. Einige Trader rahmen diesen Zyklus mit der Wyckoff-Methode ein, einem Konzept aus den frühen 1930er Jahren, das vier Phasen beschreibt: Akkumulation, Markup, Distribution und Markdown. Laut Binance Academy nutzen Trader sie, um einzuschätzen, wann Kapital zwischen Bitcoin und Altcoins wandern könnte.

Wie Stablecoins die Dominanzstatistik verzerren

Stablecoins zählen zur gesamten Kryptomarktkapitalisierung, sind jedoch an Fiat-Währungen gebunden und verhalten sich nicht wie Risiko-Assets. Wächst das Stablecoin-Angebot, vergrößert sich der Nenner und der Anteil von Bitcoin schrumpft.

PrimeXBT nennt dies die größte Quelle irreführender Werte. Tethers USDT überstieg im März 2024 erstmals 100 Milliarden Dollar im Umlauf und erreichte bis Ende dieses Jahres rund 135 Milliarden Dollar. Ein Trader, der in USDT verkauft, erscheint als fallende Dominanz – doch dieser Trader hat den Risikomarkt verlassen, statt in Altcoins zu rotieren. Der Rückgang der Dominanz spiegelt keine Verschiebung in Richtung Altcoins wider. Stablecoin-Emissionszahlen sind damit einer der klarsten Anhaltspunkte, die Leser prüfen sollten, sobald eine fallende Dominanzlinie erscheint, da weiteres Wachstum des USDT-Angebots den Nenner vergrößert – unabhängig davon, ob Kapital in Altcoins rotiert.

Binance Academy beschreibt die Marktzylus-Dimension des Problems. In einem Bärenmarkt parken Anleger Wert oft in Stablecoins zur Absicherung, was den Anteil von Bitcoin senken kann. In einem Bullenmarkt können Mittel Stablecoins zugunsten von Bitcoin oder volatilerer Altcoins verlassen.

Stablecoins fungieren zudem als Einstiegspunkt. Viele Börsen listen mehr Handelspaare in Stablecoins als in Fiat-Währungen, sodass ein Käufer, der einen Altcoin sucht, über einen Stablecoin einsteigen und Bitcoin ganz überspringen kann. Manche Analysten verfolgen daher eine Dominanz ohne Stablecoins für ein klareres Bild. PrimeXBT hält beide Varianten für sinnvoll: Die Standardzahl eignet sich für den makroökonomischen Kontext, die bereinigte Zahl für Handelssignale.

Was die Bitcoin-Dominanz treibt

Mehrere Kräfte bewegen die Kennzahl; wer sie kennt, kann echte Stimmungsverschiebungen von durch Marktmechanik bedingten Änderungen unterscheiden. Die Quellen benennen fünf Haupttreiber.

Der erste ist der Marktzyklus. In Bärenmärkten und unsicheren Phasen sammelt sich Kapital tendenziell in Bitcoin – der liquidesten und bekanntesten Münze – und die Dominanz steigt. In späteren Bullenmarktphasen jagen Anleger höhere Renditen in Altcoins, und die Dominanz fällt. PrimeXBT zufolge hat sich dieses Muster in jedem größeren Zyklus seit 2013 wiederholt.

Der zweite ist die Regulierung. Bitcoin-freundliche Nachrichten wie ETF-Genehmigungen oder klarere Verwahrungsregeln können die Dominanz heben. Regulierungsdruck auf Altcoins als nicht registrierte Wertpapiere kann Anteile zu Bitcoin verschieben, selbst wenn dessen Preis stabil bleibt.

Der dritte Treiber ist Technologie. Der ICO-Boom 2017 zog Geld in Hunderte Token, und Ethereums Umstellung auf Proof-of-Stake 2022 lenkte die institutionelle Aufmerksamkeit kurzzeitig von Bitcoin ab.

Der vierte ist die institutionelle Nachfrage. Große Investoren steigen tendenziell über Bitcoin in Krypto ein, da es die zugänglichste, am stärksten regulierte und liquideste Option ist. PrimeXBT zufolge führte der Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 zu einem deutlichen Anstieg der Dominanz.

Der fünfte sind neue Token. Wenn neue Münzen Kapital anziehen, verwässern sie den Anteil von Bitcoin, selbst wenn dessen Preis sich nicht bewegt. Binance Academy ergänzt, dass viele neue Projekte an Schwung verlieren und die Dominanz sich erholen kann, wenn Kapital zu Bitcoin zurückfließt.

Zusammen ergeben diese Treiber eine konkrete Checkliste – Stablecoin-Angebot, Regulierungsnachrichten, institutionelle Nachfrage über ETFs und neue Token-Emissionen – deren Komponenten Zähler und Nenner der Kennzahl unabhängig von der eigenen Kursentwicklung von Bitcoin bewegen können.

Die berichteten Zahlen zeigen, dass Rückgänge im Zusammenhang mit neuen Token-Wellen größer waren als Anstiege bei Markstress: Der Rückgang 2017 betrug rund 50 Prozentpunkte, der Anstieg von Mai bis Juli 2021 etwa 13 Punkte.

Grenzen der Daten und wie Trader sie nutzen

Die Kennzahl hat klare Grenzen. Die größte ist der oben beschriebene Stablecoin-Effekt. Eine zweite besteht darin, dass sie jeden Altcoin gleich behandelt: Ein Fall von 55 % auf 45 % könnte bedeuten, dass sich Ethereums Wert verdoppelt hat – oder dass tausend kleine Token gleichzeitig stiegen. Die Zahl kann beides nicht unterscheiden, daher empfiehlt PrimeXBT, zusätzlich die Ethereum-Dominanz oder Bitcoin im Vergleich zu den zehn größten Altcoins zu verfolgen.

Eine dritte Einschränkung: Die Bereiche selbst verändern sich mit der Zeit. Stablecoins, Real-World-Assets, Memecoins und institutionelle Produkte haben die Gesamtmarktkapitalisierung vergrößert, und die 50-%-Linie, die 2017 und 2021 als Signal der Altcoin-Season galt, mag heute weniger Gewicht haben.

Paybis weist ferner darauf hin, dass die Dominanz ein marktweiter Messwert und kein Preistool ist. Sie liefert keine Signale wie überkauft oder überverkauft, anders als Indikatoren wie RSI oder gleitende Durchschnitte.

Dennoch nutzen Trader sie als Rotationsleitfaden. Paybis zufolge kaufen einige Trader bei steigender Dominanz Bitcoin nach und nehmen Gewinne in Altcoins mit; bei fallender Dominanz verlagern einige einen Teil ihres Kapitals in fundamental solide Altcoins und behandeln ganz neue Token vorsichtig. PrimeXBT ergänzt, dass Extreme selten anhalten: Werte über 65 % wurden oft von fallender Dominanz gefolgt, wenn die Risikofreude zurückkehrte, während Werte unter 40 % häufig einer Erholung folgten, wenn sich Altcoin-Zyklen erschöpften.

Mit einem Wert von 58 % bis 60 % befindet sich der Markt in der Mitte des Bereichs – weder an einem hohen noch an einem niedrigen Extrem. Binance Academy stellt klar, dass die Zahl nichts über künftige Kursbewegungen garantiert. Für Leser sind die beobachtbaren Größen wöchentliche statt tägliche Werte, die Stablecoin-Angebotsmengen und die Richtung der Gesamtmarktkapitalisierung – die Variable, die PrimeXBT mit der Dominanz kombiniert, um zu beurteilen, ob Kapital in Altcoins fließt.

In einem Punkt sind sich die Quellen einig: Die Dominanz beschreibt, wo sich Kapital aktuell befindet und ob es Richtung Sicherheit oder Risiko wandert. Sie entfaltet ihre Wirkung am besten gemeinsam mit Kurs-, Volumen- und Stimmungsdaten – nicht allein.

Quellen

  • Binance Academy, „What Is BTC Dominance?“ (aktualisiert am 11. August 2026): academy.binance.com
  • Paybis, Leitfaden „Bitcoin Dominance“: paybis.com
  • PrimeXBT, „Bitcoin dominance explained: the market signal most traders misread“ (13. Mai 2026): primexbt.com
  • Analysten-Thread, „What Is Bitcoin Dominance?“ (BTC.D als Kennzahl und Rotationskarte)
  • CoinMarketCap, Live-Dominanzdaten: coinmarketcap.com
  • CoinGecko, Dominanzdaten: coingecko.com
  • TradingView, BTC.D-Chart: tradingview.com