NachrichtenMakroBIMCO bezweifelt Einigung der IMO auf Net-Zero-Rahmenwerk bis Dezember

BIMCO bezweifelt Einigung der IMO auf Net-Zero-Rahmenwerk bis Dezember

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die IMO-Arbeitsgruppe erzielte bei ihrem Septembertreffen nur begrenzte Fortschritte auf dem Weg zu einem Konsens über das Net-Zero Framework.
  • Die Mitgliedstaaten sind weiterhin zwischen einer zweistufigen und einer einstufigen Struktur für die Treibhausgas-Kraftstoffintensität gespalten.
  • Die Regierungen haben sich weder darauf geeinigt, ob das Rahmenwerk Mittel einnehmen soll, noch darauf, wie diese verwendet werden könnten.
  • Vor MEPC 85 wird die Arbeitsgruppe erneut tagen; zuvor werden neue Vorschläge und bilaterale Verhandlungen erwartet.
  • BIMCO rechnet damit, dass die Gespräche über MEPC 85 hinaus und möglicherweise bis 2027 fortgesetzt werden.
BIMCO bezweifelt Einigung der IMO auf Net-Zero-Rahmenwerk bis Dezember

BIMCO bezweifelt, dass die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) beim Treffen ihres Ausschusses für den Schutz der Meeresumwelt (MEPC) 85 im Dezember genügend Zeit haben wird, ein neues oder überarbeitetes Net-Zero Framework (NZF) zu finalisieren.

Die zwischen den Sitzungen tagende IMO-Arbeitsgruppe zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus der Schifffahrt traf sich vom 1. bis 4. September in London. Laut BIMCO trug das Treffen „wenig dazu bei, einen Konsens“ in den zentralen Streitfragen zwischen den Mitgliedstaaten herbeizuführen.

Eine ungelöste Frage betrifft den Pfad für die Treibhausgas-Kraftstoffintensität (GFI) des Rahmenwerks. Die Mitgliedstaaten sind weiterhin uneinig darüber, ob das NZF eine Struktur mit zwei Stufen beibehalten oder einen einstufigen Ansatz ähnlich der Verordnung FuelEU Maritime der Europäischen Union übernehmen sollte. Dies bleibt eine zentrale Gestaltungsfrage dafür, wie das Rahmenwerk die Emissionsanforderungen für die Schifffahrt festlegen würde.

Die Regierungen sind außerdem uneinig darüber, ob das Rahmenwerk Mittel generieren sollte und wie diese gegebenenfalls verwendet werden sollen. Der Streit geht damit über den Emissionspfad des Rahmenwerks hinaus und betrifft auch die Rolle eines möglichen damit verbundenen Finanzmechanismus.

„Es gab sporadische Anzeichen für die Bereitschaft zu Kompromissen“, erklärte BIMCO, fügte jedoch hinzu, dass die Kompromisse weiterhin „nicht detailliert genug sind und weitere Arbeit erforderlich ist“.

Die Arbeitsgruppe soll in der Woche vor dem MEPC-85-Treffen im Dezember erneut zusammenkommen. BIMCO erwartet, dass die Mitgliedstaaten in der Zwischenzeit neue Vorschläge einreichen und bilaterale Vereinbarungen zu zentralen Fragen anstreben werden.

„Daher ist fraglich, ob während des MEPC 85 in der ersten Dezemberwoche genügend Zeit bleibt, damit ein neues oder überarbeitetes Rahmenwerk entstehen kann“, erklärte BIMCO.

Der Branchenverband betonte jedoch, dass MEPC 85 nicht das Ende des Verhandlungsprozesses markieren wird. „Die Verhandlungen werden bis 2027 fortgesetzt, und mit der Zeit könnte sich ein Konsens durchsetzen“, erklärte BIMCO.