NachrichtenRohstoffe & ForexStudie zum ASEAN-Ölreservensystem voraussichtlich bis November fertig, so das DTI

Studie zum ASEAN-Ölreservensystem voraussichtlich bis November fertig, so das DTI

Autor: Bworldonline·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die ERIA-Studie zu einer vorgeschlagenen gemeinsamen ASEAN-Ölreserve wird voraussichtlich bis November veröffentlicht.
  • Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand und Vietnam haben starkes Interesse an dem gemeinsamen Lagerhaltungsvorhaben bekundet; die VAE haben Interesse an Öllieferungen gezeigt.
  • Die Ölimportabhängigkeit der ASEAN stieg laut Internationaler Energieagentur von rund 57 Prozent im Jahr 2010 auf 66 Prozent im Jahr 2024.
  • Das ERIA empfiehlt, Mineralölunternehmen zur Haltung von Mindestbeständen zu verpflichten, um vorhandene Infrastruktur zu nutzen und die finanzielle Verantwortung auf den privaten Sektor zu verlagern.
  • Der nächste wichtige Meilenstein ist, ob die interessierten Mitgliedstaaten sich auf operative Details wie Lagerorte, Finanzierung und Freigaberegeln einigen.
Studie zum ASEAN-Ölreservensystem voraussichtlich bis November fertig, so das DTI

Das Handels- und Industrieministerium (DTI) teilte mit, dass eine Studie zu einer vorgeschlagenen gemeinsamen Ölreserve der Mitglieder der Vereinigung südostasiatischer Nationen (ASEAN) voraussichtlich bis November veröffentlicht wird.

"Es gibt weitere Länder, die mitmachen möchten, und die vom ERIA (Wirtschaftsforschungsinstitut für ASEAN und Ostasien) erstellten Studien werden bis November vorliegen", sagte Handelsministerin Maria Cristina A. Roque am Montag beim ASEAN Business Media Exchange Forum.

Die Initiative zur gemeinsamen Öllagerhaltung gehörte ihren Angaben zufolge zu den zentralen Tagesordnungspunkten der jüngsten ASEAN-Treffen.

Nach dem Vorschlag soll Öl in den Teilnehmerländern gespeichert werden, um als sofort verfügbares Inventar zu dienen, auf das ASEAN-Mitglieder in einer Krise zurückgreifen können. Der Ansatz ähnelt strategischen Ölreserven, wie sie andernorts bestehen – etwa der Strategic Petroleum Reserve der Vereinigten Staaten und den koordinierten Beständen der Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur –, wobei die ASEAN bislang auf einzelstaatliche Regelungen statt auf einen gemeinsamen Mechanismus gesetzt hat.

Fünf weitere ASEAN-Länder haben laut Roque starkes Interesse an dem Vorhaben bekundet: Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand und Vietnam. Sie fügte hinzu, dass die Vereinigten Arabischen Emirate Interesse daran gezeigt hätten, Öl für die Lagerung in den Teilnehmerländern zu liefern.

In einem im April veröffentlichten Policy Brief empfahl das ERIA, dass die ASEAN-Länder angesichts geopolitischer Belastungen eine gemeinsame Lagerhaltung als Kernstrategie der Region verfolgen sollten.

"Wenn Regierungen von Mineralölunternehmen verlangen, Mindestbestände zu halten, können sie die vorhandene Infrastruktur nutzen und zugleich die finanzielle Verantwortung auf den privaten Sektor verlagern", erklärte das Institut.

Der Konflikt im Nahen Osten habe die Risiken der Importabhängigkeit offengelegt; die Abhängigkeit von Erdölprodukten, die den Persischen Golf durch die Straße von Hormuz passieren, mache die ASEAN-Märkte anfällig für externe Schocks.

Laut der Internationalen Energieagentur stieg die Ölimportabhängigkeit der ASEAN von rund 57 Prozent im Jahr 2010 auf 66 Prozent im Jahr 2024.

"Reserven liefern eine unmittelbare physische Versorgung, gewährleisten die Kontinuität in kritischen Sektoren, stabilisieren die Preise und stärken das wirtschaftliche Vertrauen in Krisenzeiten", erklärte das ERIA in seinem Policy Brief.

Eine gemeinsame Lagerhaltung werde zudem dazu beitragen, die langfristige wirtschaftliche Stabilität der ASEAN zu sichern, da die globale Energiewelt unsicherer werde, hieß es weiter.

Mit der für November erwarteten ERIA-Studie besteht der nächste Meilenstein darin, ob die interessierten Mitgliedstaaten von Absichtserklärungen zu konkreten Vereinbarungen über Lagerorte, Finanzierungsmodalitäten und Freigaberegeln fortschreiten – die operativen Details, die in der Praxis über die Wirksamkeit von Reserveprogrammen entscheiden. — Beatriz Marie D. Cruz