Yen steigt auf Höchststand seit mehreren Monaten, da Erwartungen auf Zinserhöhung der BOJ wachsen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Märkte haben eine Zinserhöhung der BOJ um 25 Basispunkte auf 1,25 % vor der Sitzung am 17.–18. September nahezu vollständig eingepreist – dies wäre der höchste Leitzins seit 2008.
- •Japan gab zwischen dem 30. Juli und dem 26. August 15,4 Billionen Yen (98,66 Mrd. US-Dollar) für eine Yen-Ankauf-Intervention aus, was im August zu einem Rekordrückgang der Devisenreserven um 79,6 Mrd. US-Dollar beitrug.
- •Der Yen notierte Anfang September bei rund 155–156 pro Dollar und erholte sich damit von einem Vier-Jahrzehnte-Tief von rund 164 pro Dollar.
- •BOJ-Direktoriumsmitglied Hajime Takata und Gouverneur Kazuo Ueda haben zuvor beide auf Inflationsrisiken nach oben hingewiesen; Takata schlug im Januar einen Satz von rund 1,0 % vor.
- •Ein stärkerer Yen könnte die Auflösung von Yen-finanzierten Carry Trades auslösen, was zuvor nach der Zinserhöhung der BOJ im Juli 2024 zu einem starken weltweiten Kursverfall an den Märkten beitrug.

Der japanische Yen hat sich gegenüber dem US-Dollar deutlich erholt und erreicht seinen stärksten Stand seit Februar, da Anleger ihre Erwartungen erhöhen, dass die Bank of Japan (BOJ) auf ihrer Sitzung im September die Zinsen anheben wird.
Laut Coin Bureau preisen die Märkte eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 % ein, was die höchste Leitzins der BOJ seit 2008 wäre. Die nächste geldpolitische Sitzung der Notenbank ist für den 17.–18. September angesetzt, wie der offizielle Terminplan der BOJ bestätigt. Der Schritt würde Japans schrittweisen Ausstieg aus jahrzehntelanger ultralockerer Geldpolitik fortsetzen, während derer die BOJ die Zinsen jahrelang nahe oder unter null hielt.
Yen-Erholung baut auf Intervention auf
Der jüngste Anstieg des Yen setzt eine Erholung von einem Vier-Jahrzehnte-Tief von rund 164 pro Dollar fort. Japan hatte zuvor auf dem Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stützen, was einen Teil der Verluste der Währung umkehrte.
Das japanische Finanzministerium meldete, dass die Devisenreserven des Landes im August um 79,6 Milliarden US-Dollar sanken – der größte monatliche Rückgang aller Zeiten – nach einer rekordhohen Intervention zum Ankauf von Yen. Laut Reuters gab Japan zwischen dem 30. Juli und dem 26. August 15,4 Billionen Yen (98,66 Mrd. US-Dollar) aus, um die Währung zu stabilisieren.
Anfang September notierte der Yen bei rund 155–156 pro Dollar, während die Erwartungen einer weiteren Straffung durch die BOJ zunehmend zu einem Treiber der Devisenmärkte geworden sind.
BOJ steht unter steigendem Inflationsdruck
Die Septembersitzung hat an Bedeutung gewonnen, während die Entscheidungsträger prüfen, ob Inflationsrisiken eine schnellere Normalisierung der Geldpolitik rechtfertigen.
BOJ-Direktoriumsmitglied Hajime Takata hatte sich zuvor für höhere Zinsen ausgesprochen, als die Preisrisiken nach oben gerichtet waren. Im Januar wandte sich Takata gegen einen BOJ-Beschluss, den unbesicherten Tagesgeldsatz bei rund 0,75 % zu belassen, und schlug stattdessen einen Satz von etwa 1,0 % vor.
Auch Gouverneur Kazuo Ueda hat auf Inflationsrisiken nach oben hingewiesen, während die Märkte sich zunehmend auf die Möglichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte konzentrieren. Reuters berichtete am 7. September, dass die Finanzmärkte eine solche Anhebung auf 1,25 % nahezu vollständig eingepreist hätten.
Auch der US-Finanzminister Scott Bessent hat zu stärkerem japanischem politischen Handeln zur Stützung des Yen aufgerufen. Japan und die Vereinigten Staaten vereinbarten im September, nach ihrer früheren Intervention die Koordination über geordnete Yen-Bewegungen fortzusetzen.
Yen-Stärke könnte globale Märkte beeinflussen
Ein stärkerer Yen könnte weitreichende Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte haben. Höhere japanische Zinsen könnten Anleger dazu bewegen, Kapital zurückzuführen und mit Yen finanzierte Carry Trades abzuwickeln, was Währungen, Anleihen und andere Risikopapiere beeinflussen könnte. Die Auflösung solcher Trades hat die globalen Märkte bereits zuvor bewegt: Auf die Zinserhöhung der BOJ Ende Juli 2024 folgte Anfang August 2024 ein starker weltweiter Kursverfall bei Aktien und anderen Risikopapieren – eine Episode, die weithin mit dem Rückgang von Yen-Carry-Trades in Verbindung gebracht wurde.
Für die Kryptomärkte ist die entscheidende Frage, ob eine anhaltende Yen-Erholung breitere Veränderungen der globalen Liquidität und der gehebelten Positionen auslöst.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die BOJ-Sitzung am 17.–18. September, auf der der geldpolitische Beschluss und Uedas anschließende Hinweise am deutlichsten zeigen werden, ob Japan in einen schnelleren Zyklus von Zinserhöhungen eintritt.