Alphabet- und Tesla-Aktien fallen, während KI-Zulieferer von Big-Tech-Ausgaben profitieren
Wichtige Erkenntnisse
- •Alphabets Umsatz im zweiten Quartal stieg um 23% auf $119.8 billion, doch die Aktie fiel um etwa 8%, nachdem der freie Cashflow ins Minus gedreht hatte.
- •Tesla meldete einen negativen freien Cashflow von $1.1 billion, eine niedrigere operative Marge und einen wöchentlichen Kursrückgang von 18%.
- •Alphabet erhöhte seinen Ausblick für die jährlichen Ausgaben auf bis zu $205 billion, während Tesla in diesem Jahr Ausgaben von bis zu $25 billion erwartet.
- •KI-Infrastrukturzulieferer legten zu: Supermicro gewann 25%, Digital Realty stieg um fast 15%, und Nvidia fügte rund $100 billion an Marktwert hinzu.
- •Investoren warten auf die Ergebnisse von Microsoft, Meta, Amazon und Apple, um einzuschätzen, ob sich Sorgen über KI-Investitionsausgaben auf große Technologieunternehmen ausweiten.

Alphabet und Tesla haben in ihren jüngsten Quartalsergebnissen beide einen negativen freien Cashflow gemeldet. Das setzte ihre Aktien unter Druck, während mehrere Unternehmen, die Infrastruktur für künstliche Intelligenz liefern, deutliche Kursgewinne verzeichneten.
Google-Mutter Alphabet meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von $119.8 billion, ein Anstieg von 23% gegenüber dem Vorjahr. Das Cloud-Geschäft wuchs um 82%. Trotz dieses Umsatzwachstums fiel die Alphabet-Aktie um etwa 8% und vernichtete rund $330 billion an Marktwert.
Die Hauptsorge galt der Cash-Generierung. Der freie Cashflow wird genau beobachtet, weil er misst, wie viel Barmittel nach operativen Kosten und Investitionsausgaben verbleiben. Damit gilt er als wichtiger Indikator dafür, wie viel finanziellen Spielraum ein Unternehmen hat, um Investitionen, Aktienrückkäufe oder andere Zwecke zu finanzieren, ohne auf externe Finanzierung angewiesen zu sein. Alphabet gab im Quartal $45 billion aus, darunter $27 billion für Server und $18 billion für Rechenzentren. Diese Ausgaben drückten den freien Cashflow auf negative $5.9 billion und markierten damit das erste Mal seit Alphabets Börsengang im Jahr 2004, dass diese Kennzahl ins Minus fiel.
Alphabet erwartet nun, in diesem Jahr bis zu $205 billion auszugeben, ein Anstieg um $15 billion gegenüber der Schätzung von vor drei Monaten. Das Management lehnte es ab, eine Ausgabenobergrenze für 2027 zu nennen, wodurch Investoren nur begrenzte Transparenz darüber haben, wann der aktuelle Ausbau der KI-Infrastruktur in eine stärkere Cash-Generierung münden könnte.
Tesla sah sich mit einer anderen Ergebnislage konfrontiert. Der Umsatz des Unternehmens übertraf die Erwartungen, die Gewinne verfehlten sie jedoch deutlich. Die operative Marge sank von 4.1% im Vorjahr auf 1.4%, während der freie Cashflow bei negativen $1.1 billion lag.
Tesla erklärte, in diesem Jahr Ausgaben von bis zu $25 billion zu erwarten, mehr als doppelt so viel wie die Investitionsausgaben 2024. Der CFO des Unternehmens sagte, die Ausgaben dürften in den kommenden drei Jahren wahrscheinlich weiter steigen. Die Tesla-Aktie fiel im Wochenverlauf um 18%, wodurch rund $250 billion an Marktwert verloren gingen; es war die schlechteste Woche der Aktie seit 2022.
KI-Infrastrukturzulieferer legen zu
Während Alphabet und Tesla nach Berichten über hohe Ausgaben und negativen freien Cashflow abgestraft wurden, stiegen mehrere KI-Infrastrukturzulieferer. Der Gegensatz verdeutlicht eine Spaltung innerhalb des KI-Handels: Unternehmen, die Server, Chips und Rechenzentrumskapazitäten kaufen, tragen hohe Vorabkosten, während einige Zulieferer direkt von diesen Ausgaben durch Aufträge, Leasingnachfrage und Infrastrukturumsätze profitieren.
Supermicro, das KI-Server baut, stieg um 25%, nachdem das Unternehmen in einem einzigen Quartal neue Aufträge von mehr als $60 billion gemeldet hatte. Digital Realty, ein Vermieter von Rechenzentren, gewann fast 15% dank eines Rekordbestands an Leasingverträgen.
Auch Nvidia legte zu, stieg um rund 2% und gewann etwa $100 billion an Marktwert hinzu.
Über die Woche hinweg gewann ein Korb von KI-Zulieferern im Durchschnitt 11%. Im Gegensatz dazu fielen die fünf größten KI-Ausgeber — Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Tesla — im Durchschnitt um 9%.
Auswirkungen auf den breiteren Markt
Die Magnificent Seven verloren im Wochenverlauf rund $880 billion an Marktwert. Der Rest des S&P 500 gewann etwa $165 billion, wodurch der Index die Woche nahezu unverändert beendete.
Chip-Aktien lagen weiterhin fast 20% unter ihrem Juni-Rekord, trotz einer teilweisen Erholung auf das Niveau von 12,000 im PHLX Semiconductor Index.
Microsoft, Meta, Amazon und Apple sollen nächste Woche ihre Ergebnisse vorlegen. Microsoft liegt 29% unter seinem Allzeithoch, Meta ist um 25% gefallen und Amazon um 16%.
Apple bildet innerhalb der Gruppe eine Ausnahme. Das Unternehmen muss keinen großen KI-Ausbau verteidigen und schloss zuletzt auf einem Rekordhoch.
Investoren konzentrieren sich darauf, ob die bevorstehenden Ergebnisberichte anderer großer Technologieunternehmen eine ähnliche Reaktion auslösen werden wie bei Alphabet, insbesondere im Hinblick auf Investitionsausgaben. Die Berichte werden Investoren außerdem mehr Daten darüber liefern, ob der Druck durch KI-bezogene Ausgaben auf wenige Unternehmen beschränkt ist oder zu einem breiteren Thema bei den größten Technologieplattformen wird.