NachrichtenMakroVermögensverwalter weltweit äußern tiefgreifende Bedenken hinsichtlich KI-Risiken, ergibt eine Studie von Clearwater Analytics

Vermögensverwalter weltweit äußern tiefgreifende Bedenken hinsichtlich KI-Risiken, ergibt eine Studie von Clearwater Analytics

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Zweiundsechzig Prozent der befragten Vermögensverwalter glauben, dass ihnen die Fähigkeiten und Erfahrungen fehlen, um KI effektiv einzusetzen, wobei 43 % sich als sehr besorgt beschreiben.
  • Risiken bei Data Governance, Zuverlässigkeit und Integrität sind die am häufigsten genannten KI-Bedenken und wurden von 67 % der befragten Vermögensverwalter genannt.
  • Die regulatorische Aufsicht verschärft sich weltweit, wobei die SEC Vorschriften zu KI-bedingten Interessenkonflikten vorschlägt und der EU AI Act bestimmte KI-Anwendungen in Finanzdienstleistungen als hochriskant einstuft.
  • Sechzehn Prozent der Vermögensverwalter geben an, nicht auf KI-bedingte operationale Risiken vorbereitet zu sein, und 15 % sind nicht bereit für Risiken aus unzureichenden KI-Fähigkeiten innerhalb ihrer Organisationen.
  • Implementierungskosten sind für 64 % der Befragten eine signifikante Sorge, während 58 % auch finanzielle Risiken wie Kredit-, Markt- und Betrugsexposition im Zusammenhang mit der KI-Nutzung befürchten.
Vermögensverwalter weltweit äußern tiefgreifende Bedenken hinsichtlich KI-Risiken, ergibt eine Studie von Clearwater Analytics

Künstliche Intelligenz wird zunehmend tiefer in die Betriebsabläufe der Vermögensverwaltung integriert, doch neue Forschung von Clearwater Analytics (NYSE: CWAN) zeigt, dass Unternehmen in der gesamten Branche tief besorgt über die Risiken sind, die die Technologie mit sich bringt – von Data Governance über regulatorische Compliance bis hin zur operationalen Integrität und darüber hinaus. Die Ergebnisse treffen zu einem Zeitpunkt, an dem generative KI-Werkzeuge in den Finanzdienstleistungen von Pilotexperimenten in den produktiven Einsatz übergehen, was den Druck auf Unternehmen erhöht, Begeisterung in kontrollierte, prüfbare Arbeitsabläufe umzusetzen.

Die Studie „Gen AI and Data Divide" von Clearwater befragte Versicherungskapitalverwalter, Hedgefonds, Spezialisten für private Märkte und allgemeine Vermögensverwalter. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI zwar klare Effizienzgewinne und Möglichkeiten zur Alpha-Generierung bietet, jedoch auch neue Schwachstellen schafft, die Unternehmen aktiv steuern müssen – insbesondere da Aufsichtsbehörden weltweit ihren Fokus darauf schärfen, wie Finanzinstitute automatisierte Systeme einsetzen.

Lücke zwischen Adoption und Bereitschaft

Die auffälligste Erkenntnis betrifft die Diskrepanz zwischen KI-Adoption und organisatorischer Bereitschaft. Fast zwei Drittel (62 %) der Vermögensverwalter sind besorgt, dass ihnen die Fähigkeiten und Erfahrungen fehlen, um KI effektiv einzusetzen, wobei 43 % sich als sehr besorgt beschreiben.

Mehr als die Hälfte (52 %) sorgt sich zusätzlich, dass die interne Kultur und Widerstand gegen Veränderungen die Adoption und Bereitschaft verlangsamen werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass für viele Unternehmen das größte Hindernis bei der Ausschöpfung des KI-Potenzials nicht die Technologie selbst ist, sondern die sie umgebende Organisationskultur.

Vertrauen, Governance und Zuverlässigkeit

Im Zentrum der KI-Bedenken der Unternehmen steht eine grundlegende Frage des Vertrauens – ob sie sich auf das verlassen können, was die Technologie produziert. Zwei Drittel (67 %) der Vermögensverwalter sind besorgt über Risiken bei Data Governance, Zuverlässigkeit und Integrität, während 64 % sich wegen operationaler Risiken sorgen.

Angesichts der wachsenden Zahl von Vermögensverwaltern, die KI zur Unterstützung von Anlageentscheidungen einsetzen, sagen 64 % der Studienteilnehmer, sie seien besorgt über Transparenz, Erklärbarkeit und Voreingenommenheit von Modellen und Algorithmen. Darüber hinaus sind 62 % besorgt über Halluzinationen – Fälle, in denen KI plausibel klingende, aber falsche Informationen generiert und als Fakt darstellt. Diese Bedenken sind in einer Branche, die treuhänderischen Pflichten unterliegt, besonders ausgeprägt, da unzuverlässige Ergebnisse Kundenbeeinträchtigungen verursachen und Offenlegungspflichten auslösen könnten.

Regulatorische, finanzielle und Kostbedenken

Mehr als die Hälfte (55 %) der weltweiten Vermögensverwalter sagt, sie seien besorgt über die mit KI verbundenen regulatorischen Risiken, wobei 30 % sich als sehr besorgt bezeichnen. Ein vergleichbarer Anteil (58 %) macht sich Sorgen über finanzielle Risiken infolge von KI, einschließlich des Managements von Kredit-, Markt- und Betrugsrisiken. Implementierungskosten sind ebenfalls eine signifikante Sorge, die von 64 % der Befragten genannt wird.

Die regulatorische Besorgnis spiegelt eine sich verändernde Compliance-Landschaft wider. Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission hat Vorschriften vorgeschlagen, die Interessenkonflikte im Zusammenhang mit prädiktiver Datenanalytik und KI-gesteuerten Interaktionen behandeln. In Europa klassifiziert der EU AI Act – Ende 2023 vorläufig vereinbart und 2024 formell verabschiedet – bestimmte KI-Anwendungen in Finanzdienstleistungen als hochriskant und legt Dokumentations-, Transparenz- und menschliche Aufsichtsanforderungen fest.

Bereitschaftslücken bleiben bestehen

Während viele Vermögensverwalter angeben, sich darauf vorbereitet zu fühlen, KI-bedingte Risiken zu steuern, räumt ein beträchtlicher Anteil ein, dass noch Arbeit zu leisten ist. Konkret sagen 16 % der befragten Vermögensverwalter, sie seien nicht auf KI-bedingte operationale Risiken vorbereitet, und 15 % erklären, sie seien nicht bereit für Risiken, die aus einem Mangel an KI-Fähigkeiten und -Erfahrung in ihren Organisationen resultieren.

Quelle: Clearwater Analytics