Yen unter Druck: USD/JPY kehrt trotz seltener gemeinsamer Intervention nahe 160 zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •Japan gab zwischen Ende Juli und Anfang August rund 89 Milliarden US-Dollar und die Vereinigten Staaten 5 bis 10 Milliarden US-Dollar für eine seltene koordinierte Intervention zur Stützung des Yen aus.
- •Der Yen festigte sich nach der Intervention von 164 auf 156 pro Dollar, handelt seither jedoch wieder nahe 160.
- •Die US-Inflation kühlte im Juli ab: Der CPI sank im Jahresvergleich auf 3,4 %, der Kern-CPI auf 2,5 %, und der PPI lag im Monatsvergleich unverändert gegenüber einem erwarteten Anstieg von 0,2 %.
- •Benzin bleibt über 4 US-Dollar pro Gallone, und die USA werden 50-prozentige Zölle auf bestimmte kanadische Waren erheben – Belastungen, die die Federal Reserve hawkish halten könnten.
- •Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte bei einer Auktion 5,216 %, den höchsten Stand seit 2001, da die Märkte das Risiko einpreisen, dass Japan Staatsanleihen zur Stützung seiner Währung verkaufen könnte.

Japan und die Vereinigten Staaten führten Ende Juli und Anfang August eine seltene koordinierte Währungsintervention durch und gaben jeweils rund 89 Milliarden US-Dollar und 5 bis 10 Milliarden US-Dollar zur Stützung des Yen aus. Die Währung festigte sich zunächst von 164 auf 156 gegenüber dem Dollar, doch zwei Wochen später handelt USD/JPY wieder nahe 160.
Diese Umkehr spiegelt wider, dass die Intervention die zugrunde liegenden Probleme nicht behoben hat, allen voran den großen Zinsabstand zwischen den Vereinigten Staaten und Japan. Diese Differenz hält den Carry Trade weiterhin attraktiv, da Anleger Yen aufnehmen, um höher verzinste US-Vermögenswerte zu kaufen – was bedeutet, dass eine Entlastung durch direkte Währungsstützung fragil bleibt, solange sich auch die Zinserwartungen nicht verschieben.
Die US-Inflation hat begonnen nachzulassen. Laut dem CPI-Bericht für Juli sank die Inflationsrate im Jahresvergleich auf 3,4 % von 3,5 % im Juni, während der Kern-CPI von 2,6 % auf 2,5 % zurückging. Auch der PPI fiel schwächer als erwartet und lag im Monatsvergleich unverändert gegenüber einem erwarteten Anstieg von +0,2 %, während das Jahreswachstum von 5,5 % auf 4,7 % verlangsamte.
Allerdings bleiben die Ölpreise erhöht. Benzin kostet weiterhin über 4 US-Dollar pro Gallone und ist seit Beginn des von den USA und Israel geführten Krieges um mehr als 30 % gestiegen. Dies erhöht das Risiko einer weiteren Inflationswelle und erschwert es der Fed, zu schnell einen leichteren Kurs zu signalisieren.
Auch Handelsspannungen kehren zurück: Die USA werden am Mittwoch 50-prozentige Zölle auf bestimmte kanadische Waren erheben, während sich die Wirtschaftsbeziehungen zu Indien und China verschlechtern könnten, falls Washington schärfere Sanktionen gegen Irans Handelspartner einführt.
Angesichts dieser Belastungen hat die Federal Reserve weiterhin Gründe, hawkish zu bleiben, selbst wenn die Märkte auf einen milderen Kurs setzen – die Wahrscheinlichkeit, dass es dieses Jahr zu keiner geldpolitischen Änderung kommt, liegt bei rund 55 %.
Sollte die Fed die Zinsen erhöhen, dürfte die Bank of Japan möglicherweise keine andere Wahl haben, ebenfalls zu straffen. Was die Chancen betrifft, dass die BOJ ohne die Fed handelt, werden die japanischen Inflationsdaten für Juli dieser Woche entscheidend sein – starke Zahlen könnten die Renditen von JGBs nach oben treiben und dem Yen etwas Halt geben.
Sollte selbst eine straffere Geldpolitik den Yenverfall nicht stoppen – ein Rückgang, der die Haushalte in Japan, das stark von importierter Energie abhängt, bereits belastet –, könnte die BOJ gezwungen sein, US-Staatsanleihen zu verkaufen, um Liquidität zu beschaffen und die Währung zu stützen. Die Märkte scheinen dieses Risiko einzupreisen: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte bei einer Auktion 5,216 %, den höchsten Stand seit 2001.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Marktvolatilität deutlich steigen könnte, falls Japan mit dem Verkauf US-amerikanischer Staatsanleihen beginnt – ein Szenario, das die meisten Anleger noch nicht erwarten.