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AUD/CAD: Zwei hawkish Zentralbanken, ein Dreieck vor dem Ausbruch

Autor: FXOpen Blog·

Wichtige Erkenntnisse

  • Christopher Kent, stellvertretender Gouverneur der Reserve Bank of Australia, erklärte, dass die restriktivere Geldpolitik wie beabsichtigt wirkt, und die Märkte preisen rund 70 % Wahrscheinlichkeit für eine weitere Leitzinserhöhung auf 4,60 % bis Anfang nächsten Jahres ein.
  • Gold, Eisenerz und LNG liegen alle über den Prognosen und stützen den australischen Dollar, da sie wichtige australische Exportrohstoffe sind.
  • Kanadas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal mit annualisiertem Tempo von 3,4 % und übertraf damit die Prognose der Bank of Canada von 2,5 %.
  • Die kanadische Beschäftigung stieg im Juli um 75.100, während die Arbeitslosenquote auf ein Zweijahrestief von 6,4 % fiel.
  • Der AUD/CAD hat nahe 0,9847 und dem 100-Perioden-EMA ein symmetrisches Dreieck ausgebildet; der australische Beschäftigungsbericht am Donnerstag gilt als möglicher Katalysator für die nächste Bewegung.
AUD/CAD: Zwei hawkish Zentralbanken, ein Dreieck vor dem Ausbruch

Der australische Dollar geht mit substanzieller hawkish Rückendeckung in die Woche. Christopher Kent, stellvertretender Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), bestätigte erneut, dass die restriktivere Geldpolitik wie beabsichtigt wirkt, und die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 % für eine letzte Leitzinserhöhung auf 4,60 % bis Anfang nächsten Jahres ein – obwohl die Inflation im vergangenen Quartal unter den Prognosen blieb. In Kombination mit der Stärke bei den wichtigsten Rohstoffen – Gold, Eisenerz und LNG liegen alle über den Prognosen – und einer weiterhin hawkish Notenbank ist der AUD breit gestützt in der Nähe mehrgewöchiger Höchststände geblieben. Diese Rohstoffanbindung ist relevant: Eisenerz, LNG und Gold sind Eckpfeiler des australischen Exportmixes, sodass über den Prognosen liegende Preise unmittelbar in das Nationaleinkommen fließen und die Stützung der Währung untermauern. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Beschäftigungsbericht für Juli am Donnerstag.

Der kanadische Dollar zeigt ein noch stärkeres Bild. Kanadas Wirtschaft legte im zweiten Quartal mit annualisiertem Tempo von 3,4 % zu – deutlich über der eigenen Prognose der Bank of Canada von 2,5 % –, während die Beschäftigung im Juli mit 75.100 Stellen weit über den Erwartungen von nur 15.000 zunahm und die Arbeitslosenquote auf ein Zweijahrestief von 6,4 % senkte. Diese Kombination aus überraschendem Wachstum und Stärke am Arbeitsmarkt hat Spekulationen befeuert, dass die BoC die Zinsen erhöhen könnte, falls die erhöhten Energiepreise anhalten, was dem CAD eine eigene, unabhängige Dynamik verleiht. Das Energieargument wiegt zusätzlich schwer, da Kanada ein großer Exporteur von Rohöl ist, wodurch der Loonie insbesondere auf Ölpreisverschiebungen reagiert, die die Exporterlöse steigern und zugleich in die Inflation einspeisen.

Das Ergebnis sind zwei rohstoffgebundene Währungen, die jeweils von einer echten hawkish Erzählung getragen werden, sodass die nächste Bewegung des AUD/CAD davon abhängt, welche Zentralbank zuerst einlenkt. Weil das Paar den US-Dollar ausklammert, liefert es ein klareres Bild der relativen Politikwartungen zwischen RBA und BoC als beide Währungen gegenüber dem Greenback, wo sonst breite USD-Schwankungen dominieren würden.

Technische Analyse des AUD/CAD

Der AUD/CAD verdichtet sich seit Anfang August zu einem symmetrischen Dreieck. Eine abwärts gerichtete Trendlinie vom Hoch bei 0,9926 konvergiert mit einer aufwärts gerichteten Trendlinie vom Tief bei 0,9748; beide treffen nahe dem aktuellen Kurs um 0,9847 aufeinander – genau dort, wo auch der 100-Perioden-EMA liegt. Symmetrische Dreiecke entstehen, wenn die Volatilität zwischen tieferen Hochs und höheren Tiefs zusammenschnürt, und der 100-Perioden-EMA ist eine weithin beobachtete Momentum-Referenz. Das Zusammentreffen des Dreiecksscheitels mit diesem Durchschnitt lässt dem Paar daher wenig Spielraum zum Seitwärtstreiben.

Bullishes Szenario: Sollten Käufer über die abwärts gerichtete Trendlinie und das 0,382-Retracement bei rund 0,9858 ausbrechen, würde sich der Weg in Richtung des 0 %-Levels bei 0,9926 öffnen. Ein bestätigter Ausbruch dort würde darauf hindeuten, dass echtes Momentum zum Paar zurückkehrt.

Bärisches Szenario: Umgekehrt würde ein Bruch unter die aufwärts gerichtete Trendlinie und das 0,5-Retracement bei rund 0,9837 das 0,618-Level nahe 0,9816 freilegen, wobei ein tieferer Rückverfall einen erneuten Test des 0,786-Retracements um 0,9786 – oder sogar des Tiefs bei 0,9748, das diese gesamte Struktur verankert hat – riskieren würde.

Da der Kurs unmittelbar am Scheitel des Dreiecks verdichtet ist und exakt auf dem 100-Perioden-EMA liegt, scheint der AUD/CAD für einen entscheidenden Ausbruch bereit. Terminierte Veröffentlichungen wie der australische Beschäftigungsbericht am Donnerstag sind die Art von Katalysator, die eine solche Verdichtung auflösen kann – offen bleibt jedoch die Frage, ob die hawkish Rückendeckung des Aussie ausreicht oder ob die stärkeren Daten des Loonie am Ende die Oberhand gewinnen.

Quelle: FXOpen Blog