NachrichtenKryptoAnalyst: XPRs Rückgang um 47 % ist ein Washington-Trade, kein Misserfolg

Analyst: XPRs Rückgang um 47 % ist ein Washington-Trade, kein Misserfolg

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • XRP ist in diesem Jahr um 46,8 % gefallen – von 1,88 US-Dollar auf knapp unter 1 US-Dollar –, trotz gemeldeter Fortschritte im XRP-Ökosystem.
  • Dana Love zufolge wird der Token als Wette auf das ins Stocken geratene Clarity Act gehandelt und nicht als Abbild einer Schwäche des Netzwerks.
  • Spot-XRP-ETFs sollen nach ihrem Start im November 1,51 Milliarden US-Dollar angezogen haben, hielten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung jedoch rund 933 Millionen US-Dollar.
  • Tokenisierte reale Vermögenswerte auf dem XRP Ledger stiegen von 991 Millionen US-Dollar zu Jahresbeginn auf 3,5 Milliarden US-Dollar, während die täglichen Transaktionen am 15. März Berichten zufolge 3 Millionen erreichten.
  • Love beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass das Clarity Act 2026 Gesetz wird, auf 5 % und argumentiert, dass ein gescheiterter Entwurf XRP letztlich helfen könnte, indem er die regulatorische Unsicherheit beendet.
Analyst: XPRs Rückgang um 47 % ist ein Washington-Trade, kein Misserfolg

Der deutliche Kursrückstand von XRP in diesem Jahr wurde fälschlicherweise als Marktcrash dargestellt, so Dana Love, PhD. In der jüngsten Analyse von Love heißt es, dass der Token stattdessen als Wette auf das ins Stocken geratene Clarity Act gehandelt wurde – obwohl SEC und CFTC XRP laut Loves Darstellung bereits durch eine gemeinsame, am 17. März veröffentlichte Leitlinie in die Kategorie „digital commodity“ (digitale Ware) eingeordnet haben.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie die Kursbewegung von XRP als politisch sensible Transaktion statt als einfaches Netzwerk-Problem einordnet. XRP ist seit Jahresbeginn um 46,8 % gefallen – von 1,88 US-Dollar auf knapp unter 1 US-Dollar –, trotz einer Reihe gemeldeter Meilensteine rund um den XRP Ledger und Ripple. Loves zentrale These lautet, dass die gesetzgeberische Unsicherheit – nicht die nachlassende Netzwerkaktivität – zum dominierenden Kursbremser geworden ist.

ETF-Defizite bei gleichzeitig steigender XRP-Ledger-Aktivität

Love verweist auf Spot-XRP-ETFs als deutlichstes Beispiel für die Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Kurs. Laut der Analyse zogen die Fonds nach ihrem Start im November 1,51 Milliarden US-Dollar an, hielten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung jedoch rund 933 Millionen US-Dollar – was darauf hindeutet, dass etwa 580 Millionen US-Dollar in die ETF-Struktur geflossen waren und anschließend an Wert verloren haben.

Die netzwerkseitigen Kennzahlen haben sich dagegen ausgedehnt. Laut Love stiegen die tokenisierten realen Vermögenswerte auf dem XRP Ledger von 991 Millionen US-Dollar zu Jahresbeginn auf 3,5 Milliarden US-Dollar. Die täglichen Transaktionen sollen am 15. März 3 Millionen erreicht haben – etwa das Dreifache des Durchschnitts Mitte 2025 –, während das RLUSD-Angebot die Marke von 1,7 Milliarden US-Dollar überschritt.

Die als YouTube-Video veröffentlichte Analyse führt zudem RipplePrimes Eintragung vom 2. März im Teilnehmerverzeichnis der National Securities Clearing Corporation der DTCC, die japanische Genehmigung für die Nutzung von RLUSD über SBI VC Trade sowie ein Ripple-Settlement im Zusammenhang mit einer tokenisierten Treasury-Transaktion mit JPMorgan, Mastercard und Ondo Finance an.

Love argumentiert, dass diese Entwicklungen XRP eigentlich hätten stützen sollen, jedoch keine anhaltenden Kursgewinne hervorbrachten – ein Hinweis darauf, wie stark die Aufmerksamkeit weiterhin auf dem gesetzgeberischen Umfeld liegt.

Das RLUSD-Problem bleibt bestehen, erklärt aber nicht den Kursverfall

Love greift ein früheres bärisches Argument zu RLUSD wieder auf: Ripples Stablecoin könnte Ripples Zahlungsökosystem stärken, ohne die Nachfrage nach XRP nennenswert zu erhöhen. Bei der hervorgehobenen Transaktion übernahm RLUSD den Cash-Leg, während XRP als Gebühren-Token diente.

Zusätzliche strukturelle Belastungen wurden ebenfalls genannt: Rund 82 % des RLUSD-Angebots befinden sich auf Ethereum, während aus dem Ripple-Escrow monatlich schätzungsweise netto 200 bis 300 Millionen XRP freigegeben werden.

Dennoch hält Love daran fest, dass es sich dabei um konstante Belastungen handelt, die die wachsende Lücke von XRP gegenüber Bitcoin nicht vollständig erklären. Im vorgenommenen Vergleich lag Bitcoin seit Jahresbeginn rund 32 % im Minus, Ethereum 36,7 % und Solana 39,6 %.

Zum gesetzgeberischen Ausblick beziffert Love die Wahrscheinlichkeit, dass das Clarity Act 2026 Gesetz wird, auf lediglich 5 % – mit Verweis auf die fehlende öffentliche Unterstützung der Demokraten für dessen Bestimmungen zur Durchsetzung ethischer Standards. Die umstrittenere Sichtweise der Analyse lautet, dass ein formelles Scheitern des Gesetzentwurfs XRP letztlich helfen könnte, indem es das lange Warten auf gesetzliche Klarheit beendet.