Rohöl-Futures schließen bei 85,01 $ angesichts von Sanktionen und Nachfragesorgen schwächer
Wichtige Erkenntnisse
- •WTI-Rohöl-Futures schlossen bei 85,01 $ je Barrel und gaben im Tagesverlauf 2,05 $ bzw. 2,35 % nach.
- •Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Anstiegen und die neuesten US-Sanktionsschritte gegen Iran belasteten die Rohölpreise.
- •Die USA verhängten nicht sofort schärfere Sekundärsanktionen, wodurch die Sorge über einen plötzlichen Verlust iranischen Rohöls vom Markt nachließ.
- •Die US-Kommerz-Rohölbestände stiegen in der vergangenen Woche um 4,4 Millionen Barrel und damit deutlich stärker als der erwartete Rückgang um 600.000 Barrel.
- •WTI bewegt sich zwischen dem 200-Stunden-Durchschnitt bei 84,07 $ und dem 100-Stunden-Durchschnitt bei 85,49 $; ein Bruch einer dieser Marken dürfte die nächste Richtung vorgeben.

WTI-Rohöl-Futures schlossen bei 85,01 $, ein Minus von 2,05 $ bzw. 2,35 % am Tag. Das Tagestief lag bei 84,36 $, das Hoch bei 86,57 $.
Mehrere fundamentale Faktoren belasteten die Rohölpreise. Erstens kam es nach den Gewinnen der vergangenen Woche zu Gewinnmitnahmen, insbesondere vor der Ankündigung zusätzlicher US-Sanktionen gegen Iran.
Zweitens leitete die USA zwar eine neue Kampagne ein, um Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren, doch die ersten Maßnahmen gingen nicht so weit, unmittelbar schärfere Sekundärsanktionen gegen Länder zu verhängen, die weiterhin mit Iran Handel treiben. Das scheint die Sorge verringert zu haben, dass nennenswerte Mengen iranischen Rohöls plötzlich vom Weltmarkt verschwinden könnten. Iran exportiert trotz bestehender US-Sanktionen zudem weiterhin Öl nach China.
Der Markt ringt außerdem mit schwächeren Nachfrageerwartungen und steigenden US-Lagerbeständen. Der EIA-Bericht der vergangenen Woche zeigte einen Anstieg der US-Kommerz-Rohölbestände um 4,4 Millionen Barrel, verglichen mit Erwartungen eines Rückgangs um 600.000 Barrel. Auch die Benzinnachfrage ließ nach. Darüber hinaus haben sowohl die IEA als auch OPEC ihre Öl-Nachfrageprognosen für 2026 kürzlich gesenkt und damit ein breiteres Umfeld verstärkt, in dem Händler Angebotsrisiken gegen Anzeichen eines langsameren Verbrauchs abwägen.
Aus technischer Sicht lässt der Rückgang WTI mit Blick auf den nächsten Handelstag in einer neutraleren Position zurück.
Der Preis bewegt sich zwischen dem 200-Stunden-Durchschnitt bei 84,07 $ und dem 100-Stunden-Durchschnitt bei 85,49 $. Der Rückfall unter den 100-Stunden-Durchschnitt verschafft den Verkäufern kurzfristig einen leichten Vorteil, doch oberhalb des 200-Stunden-Durchschnitts können sie keine festere Kontrolle übernehmen.
Ein Bruch unter den 200-Stunden-Durchschnitt bei 84,07 $, gefolgt vom 50-%-Mittelpunkt der Bewegung vom Juli-Hoch bei 83,89 $, würde die bearishe Tendenz verstärken. Unter diesen Marken liegt das nächste größere Abwärtsziel nahe 81,61 $.
Auf der Oberseite müssten Käufer den Preis wieder über den 100-Stunden-Durchschnitt bei 85,49 $ drücken, um mehr Kontrolle zurückzugewinnen. Dann würde das 61,8-%-Retracement bei 86,17 $ wieder in den Fokus rücken.
Oberhalb von 86,17 $ würde sich der Blick auf den 100-Tage-Durchschnitt nahe 87,78 $ richten. Dieses Niveau ist besonders wichtig, nachdem das Hoch vom vergangenen Donnerstag bei 87,67 $ gedeckelt wurde. Der Bereich von 87,67 $ bis 87,78 $ stellt daher eine wichtige Widerstandszone dar, falls Käufer den Schwung wiederherstellen können.
Vorerst bleiben 84,07 $ auf der Unterseite und 85,49 $ auf der Oberseite die entscheidenden technischen Begrenzungen. Ein Bruch einer dieser Marken sollte dabei helfen, die nächste Richtungsbewegung zu bestimmen.