Trump wird nach Midterm-Niederlagen auf seine Loyalen gehen, sagt Langzeit-Biograf Michael Wolff voraus
Wichtige Erkenntnisse
- •Michael Wolff, Autor von „Fire and Fury“, sagt voraus, dass Trump Loyale in seinem inneren Kreis für schlechte Midterm-Ergebnisse verantwortlich machen wird.
- •Wolff prognostiziert, dass die Republikaner das Repräsentantenhaus sicher verlieren und möglicherweise auch den Senat.
- •Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Partei im Weißen Haus bei Midterms fast immer Sitze im Repräsentantenhaus verloren, mit seltenen Ausnahmen 1998 und 2002.
- •Wolff argumentiert, dass Trump – anders als Barack Obama und Bill Clinton – die Selbstreflexion fehle, um Niederlagen anzuerkennen und den Kurs zu ändern.
- •Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Senatssitze stehen zur Wahl; das Ergebnis entscheidet über die Kontrolle des Kongresses und die Zukunft von Trumps Agenda.

Präsident Donald Trump geht seinen Freunden und treuesten Verbündeten am härtesten an die Parade, wenn die Dinge nicht nach seinem Willen laufen – vor allem, weil sie die leichtesten Ziele sind, so Michael Wolff, der Langzeit-Biograf des Präsidenten. Wolff, dessen Bestseller über Trumps Weiße Haus unter anderem „Fire and Fury“ aus dem Jahr 2018 umfassen, zählt zu den meistgelesenen Chronisten des inneren Zirkels des Präsidenten. Er argumentiert, dass sich dieses Muster nach einem harten Midterm-Ergebnis wiederholen wird, wenn ein wütender Präsident nach seiner Ansicht jemanden suchen werde, der die Schuld für seine eigenen Fehler trägt.
„He would literally dissolve“, sagte Wolff über Trump. „It would be the existential event of his life. He cannot be a loser.“
„President Donald Trump’s post-midterm temper tantrum will hit loyalists in his inner circle hardest, his longtime biographer predicts“, berichtet the Daily Beast über Wolffs Podcast „Inside Trump’s Head“. „The president will not react kindly to the widely expected blue wave that polling shows will hit on Election Day.“
Die Umfrage-Annahme hat historisches Gewicht: Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Partei im Weißen Haus bei Midterm-Wahlen fast immer Sitze im Repräsentantenhaus verloren, mit seltenen Ausnahmen wie 1998 und 2002. Mit allen 435 Sitzen im Repräsentantenhaus und rund einem Drittel des Senats auf dem Stimmzettel entscheidet das Ergebnis über die Kontrolle des Kongresses – und damit darüber, wie viel von der Agenda eines Präsidenten den Capitol Hill passieren kann.
Wolff zufolge betrachtet Trump Verbündete – auch USVerbündete im Ausland – als schwach, schlicht weil sie ihm gegenüber vergleichsweise freundlich sind. Doch wie US-Verbündete bereits lernen mussten, zielte Trump mit seinen Angriffe gerne auf die Schwachen.
Nach den Midterms werde der „Puppenspieler“ Trump sicherlich jemanden suchen, dem er die Schuld geben kann, so Wolff. Trump werde einigen Republikanern einen „Moment in der Sonne“ verschaffen, um ihnen später ebenso „den Teppich unter den Füßen wegzuziehen“.
„Blame is elemental to Trump“, sagte Wolff. „He is going to throw dirt on virtually anybody who is a Republican. And what he’s going to say about all of these people who might want to replace him is that you’re nothing without me.“
Wolff sagte voraus, dass Trump und seine Republikanische Partei likely auf eine Niederlage zusteuern, und dass dies einen neuen Trump-Zusammenbruch unmittelbar bevorstehen lässt.
„They will certainly lose the House. They may lose the Senate“, sagte Wolff. „Whatever happens there, it’s not going to be pretty, and there’s not going to be a real way to spin anything else, but we’ve done terribly in this election.“
Nach Wolffs Ansicht ist Trump nicht der Mann, der Niederlagen anerkennt und nach einer Midterm-Niederlage die Taktik ändert. Während frühere Präsidenten wie Barack Obama und Clinton schlechte Midterm-Ergebnisse als Signal für einen Kurswechsel verstanden, fehle Trump diese Form der Selbstreflexion, so Wolff.
„They say, OK, yeah ... that went badly for us ... and we ... hear you. And then they … modify positions“, sagte Wolff über frühere Regierungen. Nur Trump, argumentierte er, sei nicht in der Lage, eine Niederlage einzugestehen.
„And that’s actually one of the reasons he won’t be able to say, ‘OK, I hear you, and we’re going to adjust.’ Why? Because that would be an acknowledgment of losing. I mean, that would be actually listening to someone else“, schloss Wolff.
Ob die Umfragen am Wahltag Bestand haben und wie der Präsident reagiert, sobald die Ergebnisse ausgezählt sind, wird die unmittelbaren Maßstäbe sein, an denen Wolffs Prognose gemessen wird.
Der Originalbericht erschien auf Alternet.