NachrichtenMakroWarum das College über das Einkommen hinaus weiterhin wichtig ist

Warum das College über das Einkommen hinaus weiterhin wichtig ist

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Bei den über 25-Jährigen sind 64 Prozent der Menschen mit Bachelorabschluss verheiratet, verglichen mit 50 Prozent der Highschool-Absolventen.
  • Die angegebene Wahrscheinlichkeit, mindestens 20 Jahre verheiratet zu bleiben, liegt bei Frauen mit Collegebesuch bei 78 Prozent und bei Männern bei 65 Prozent, gegenüber 41 Prozent beziehungsweise 47 Prozent bei Highschool-Absolventen.
  • Hochschulabsolventen geben doppelt so häufig an, mindestens sechs enge Freunde zu haben, und halb so häufig, überhaupt keine engen Freunde zu haben.
  • Laut der Kolumne könnten die sozialen Vorteile eines Studiums angesichts von Einsamkeit, längerer Lebenserwartung und möglichen KI-bedingten Veränderungen der Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen.
  • Die Daten belegen nicht, dass ein Studium allein bessere soziale Ergebnisse verursacht, da persönliche Merkmale sowohl die Studienaufnahme als auch spätere Beziehungen beeinflussen können.
Warum das College über das Einkommen hinaus weiterhin wichtig ist

Eine neue Kolumne in The Free Press untersucht Gründe für ein Studium, obwohl der mit einem Abschluss verbundene finanzielle Vorteil zurückgeht. Der Autor argumentiert, dass eine Hochschulbildung zunehmende soziale Vorteile bieten könnte, insbesondere durch Freundschaften, Partnerschaften und Ehe.

„Das College ist ein großartiger Ort, um Freundschaften zu schließen, sich zu verabreden und möglicherweise einen Ehepartner kennenzulernen.“

Diese Vorteile könnten wichtiger werden, da die Vereinigten Staaten mit einer Krise der Einsamkeit konfrontiert sind, wie es in der Kolumne heißt. Wenn künstliche Intelligenz viele Arbeitsplätze verdrängt oder die Zahl der Arbeitsstunden reduziert, könnten die Ehe und andere enge Beziehungen an Bedeutung gewinnen. Der Titel des Essays von Clara Collier, „After Work, We’ll Have Each Other“, bringt diese Möglichkeit auf den Punkt.

Die Menschen leben zudem länger, wodurch die Frage, mit wem sie diese Zeit verbringen, an Bedeutung gewinnt. Die in der Kolumne angeführten Daten zeigen, dass Menschen mit Hochschulbildung häufiger heiraten und eher verheiratet bleiben. Allgemeiner weisen sie in mehreren Bereichen bessere soziale Indikatoren auf, darunter eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Alkohol-, Drogen- und Spielsucht. Charles Murray untersuchte ähnliche Muster in Coming Apart: The State of White America, 1960-2010.

Bei den über 25-Jährigen sind 64 Prozent der Menschen mit Bachelorabschluss verheiratet, verglichen mit 50 Prozent derjenigen, deren Ausbildung mit einem Highschool-Abschluss endete. Auch bei langfristigen Ehen ist der Unterschied erheblich. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau mindestens 20 Jahre verheiratet bleibt, liegt bei 78 Prozent, wenn sie ein College besucht hat, gegenüber 41 Prozent bei einem Highschool-Abschluss. Bei Männern liegen die entsprechenden Werte bei 65 Prozent und 47 Prozent.

Hochschulabsolventen verfügen zudem tendenziell über größere Freundesnetzwerke. Sie haben doppelt so häufig sechs oder mehr enge Freunde und halb so häufig überhaupt keine engen Freunde. Einige Jobs im privaten Sektor ermöglichen es Menschen, vier Jahre mit derselben Gruppe von Kollegen zu verbringen und diese Beziehungen anschließend aufrechtzuerhalten. Häufiger wechseln Arbeitnehmer jedoch, verlieren schnell den Kontakt zu früheren Kollegen oder entwickeln am Arbeitsplatz nie eine starke gemeinsame Erfahrung.

Das College scheint besonders gut darin zu sein, Menschen langfristig miteinander verbunden zu halten. Die Kolumne weist jedoch darauf hin, dass die festgestellten Zusammenhänge nicht vollständig kausal sein müssen. Unklar ist, in welchem Maß der Besuch eines Colleges selbst zu besseren sozialen Ergebnissen führt und in welchem Maß dies darauf zurückgeht, dass Menschen, die unabhängig davon bessere Ergebnisse erzielen würden, eher ein Studium aufnehmen. Nach Einschätzung des Autors spielen wahrscheinlich beide Faktoren eine Rolle.

Die Kolumne stellt ein Studium daher als mögliche Unterstützungsquelle dar, auch wenn seine genaue Wirkung ungewiss ist. Ihr Fazit lautet, dass der finanzielle Vorteil eines Studiums zwar abnimmt, die mit Freundschaft und Ehe verbundenen Vorteile jedoch zunehmen und wahrscheinlich weiter wachsen werden.

Das sind natürlich nicht die einzigen Überlegungen. Der Autor schreibt außerdem, dass ein Studium am Rande weniger sinnvoll ist als noch vor sieben oder acht Jahren, und erläutert diese Veränderungen in dem vollständigen Essay, der von The Free Press veröffentlicht wurde.

Der ursprüngliche Kommentar wurde von Marginal Revolution veröffentlicht.