Sony entlässt „Wheel of Fortune“-Sprecher Jim Thornton wegen Vorfalls an Bord eines Fluges
Wichtige Erkenntnisse
- •Jim Thornton wurde von Sony entlassen, nachdem Ermittlungen zu Vorwürfen ergaben, dass er während eines Fluges im Mai von Charlotte nach Los Angeles mindestens 57 Minuten auf einer Website verbrachte, die mit Material sexueller Ausbeutung von Kindern in Verbindung steht.
- •Thorntons Anwalt erklärte, er habe die Website der National Suicide Prevention Lifeline besuchen wollen und sei zu einer ähnlichen URL umgeleitet worden; er habe die Seite verlassen, sobald er erkannt habe, worum es sich handle.
- •Die Polizei befragte Thornton nach der Landung am Gate, entließ ihn jedoch ohne Anklage; Sony handelte nach eigenen arbeitsrechtlichen Standards statt nach der strafrechtlichen Beweisschwelle.
- •Sony besetzt die Rolle neu und entfernt nach Berichten seine Stimme aus bereits aufgezeichneten Folgen der aktuellen Staffel – ein Zeichen, dass mit einer Wiedereinsetzung nicht gerechnet wird.
- •Thornton war seit 2011 Sprecher der Show; seine Entlassung markiert den zweiten Sprecherwechsel des Programms in weniger als zwei Jahrzehnten, ohne dass ein Nachfolger öffentlich genannt wurde.

Jim Thornton, der langjährige Sprecher von „Wheel of Fortune“, wurde entlassen, nachdem Sony Vorwürfe untersuchte, wonach er während eines Fluges fast eine Stunde lang eine Website aufgerufen haben soll, die mit Material sexueller Ausbeutung von Kindern in Verbindung steht – und seine Erklärung zu dem Vorfall hat weitere Fragen aufgeworfen.
Laut The Daily Beast gab Sony diese Woche Thorntons Entlassung bekannt und beendete damit seine Zeit bei der Show nach eigener Prüfung des Vorfalls. Thornton war bereits zu Wochenbeginn beurlaubt worden, nachdem Sony erfahren hatte, dass ein Mitpassagier auf einem American-Airlines-Flug im Mai von Charlotte nach Los Angeles ihn beim Aufrufen der Seite fotografiert hatte. Laut von TMZ berichteten Zeitstempeln war er mindestens 57 Minuten auf der Seite, und er trug dabei eine „Wheel of Fortune“-Jacke.
In einem von Page Six eingeholten Schreiben legte Thorntons Anwalt eine ungewöhnliche Verteidigung dar: Thornton habe in Wahrheit im Rahmen einer anderen ehrenamtlichen Tätigkeit die Website der National Suicide Prevention Lifeline erreichen wollen, sei jedoch über einen Bekannten zu einer ähnlich aussehenden URL umgeleitet worden. Der Anwalt betonte, Thornton habe die Seite sofort verlassen, sobald ihm klar geworden sei, was er sah: „[Er] verließ die Seite und hat sie seither nicht mehr besucht."
Das Fotomaterial deutet jedoch darauf hin, dass Thornton deutlich länger auf der Seite blieb, als ein kurzer versehentlicher Klick erklären würde. Ein weiterer Passagier informierte die Kabinencrew, und die Polizei erwartete Thornton nach der Landung am Gate, befragte ihn kurz und entließ ihn ohne Anklage – ein Umstand, den sein Anwalt als Beleg dafür anführte, dass kein Fehlverhalten vorliege. Beide Ergebnisse stehen sich nicht zwingend entgegen: Das Fehlen strafrechtlicher Anklagen spiegelt wider, was die Polizei am Gate feststellen konnte, während Sonys Entscheidung eine arbeitsrechtliche Angelegenheit ist, die das Unternehmen nach eigenen Verhaltensstandards treffen kann – nicht nach der für eine Strafverfolgung erforderlichen höheren Beweisschwelle.
Sony hat die genauen Gründe für Thorntons Suspendierung nicht öffentlich erläutert und lediglich mitgeteilt, den Vorgang gründlich zu prüfen und seine Rolle neu zu besetzen. Berichten zufolge nimmt der Sender zudem die komplizierte Aufgabe in Angriff, seine Stimme aus bereits aufgezeichneten Folgen der aktuellen Staffel zu entfernen – ein Schritt, der über eine einfache Suspendierung hinausgeht und signalisiert, dass das Unternehmen mit einer Wiedereinsetzung nicht rechnet und bereit ist, die Produktionskosten für Neuaufnahmen oder das Herausschneiden seiner Segmente zu tragen, statt sie auszustrahlen.
Thornton war seit 2011 Sprecher der Show und übernahm die Rolle nach dem Tod des langjährigen Stimmprofis Charlie O'Donnell. Seine Entlassung bedeutet, dass „Wheel of Fortune“ – seit seiner Abenddebüt im Jahr 1983 eine feste Größe im amerikanischen Syndication-Fernsehen und heute von Sony Pictures Television vertrieben – vor dem zweiten Sprecherwechsel in weniger als zwei Jahrzehnten steht, wobei bislang kein Nachfolger öffentlich benannt wurde.