US-Aktien schließen im Minus – Starker Arbeitsmarktbericht befeuert Erwartungen einer restriktiveren Fed
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Aktienmärkte schlossen am Freitag im Minus, nachdem stärker als erwartete Arbeitsmarktdaten die Erwartung einer Zinserhöhung der Fed in diesem Monat erhöht haben.
- •Der robuste Arbeitsmarkt verstärkte bei den Anlegern die Erwartung, dass die Fed ihre Politik straff halten muss, um die Inflation auf ihr Ziel von 2 % zu senken.
- •Die Aktien von Lululemon Athletica und Adobe fielen infolge unternehmensspezifischer Entwicklungen.
- •Die Anleger konzentrieren sich nun auf die CPI- und PPI-Veröffentlichungen der kommenden Woche als Hinweise auf die Inflation und den Kurs der Fed.

Die Wall Street schloss am Freitag im Minus, nachdem ein stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung geweckt hat, dass die Federal Reserve auf ihrer Sitzung in diesem Monat die Zinsen erhöhen könnte.
Die robusten Arbeitsmarktdaten bestärkten die Anleger in der Ansicht, dass die Fed ihre Geldpolitik möglicherweise straff halten oder sogar weiter verschärfen muss, um die Wirtschaft abzukühlen und die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 % zu senken. Der von Kongress festgelegte Doppelauftrag der Federal Reserve umfasst sowohl Preisstabilität als ein Höchstmaß an Beschäftigung, und die monatlichen Beschäftigungszahlen gehören zu den am genauesten beobachteten Indikatoren für die Richtung der US-Geldpolitik. Ein starker Arbeitsmarkt kann den Konsum und das Lohnwachstum stützen, was wiederum den Preisdruck aufrechterhalten kann – Beschäftigungsdaten sind somit ein entscheidendes Signal dafür, wie viel Spielraum die Fed für eine Lockerung der Politik hat.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) und des Produzentenpreisindex (PPI) in der kommenden Woche, die Anleger auf Hinweise zum Inflationstempo und zum wahrscheinlichen Kurs der Federal Reserve prüfen werden. Der von der US-Arbeitsbehörde Bureau of Labor Statistics veröffentlichte CPI misst die Veränderungen der von Verbrauchern gezahlten Preise, während der PPI die Preise verzeichnet, die inländische Produzenten erzielen; beide sind zentrale Bausteine des Inflationsausblicks, der die Entscheidungen der Fed prägt. Historisch haben heißere als erwartete Inflationsdaten zu schärferen Neubewertungen des Zinspfads der Fed an den Märkten geführt, weshalb diese Veröffentlichungen ein besonderes Gewicht haben, wenn die Zinserwartungen ohnehin im Fluss sind.
Bei einzelnen Aktien fielen die Papiere von Lululemon Athletica und Adobe beide infolge unternehmensspezifischer Entwicklungen. Der breitere Marktrückgang erfolgte, während die Anleger ihre Erwartungen an den Zinsverlauf angesichts der Arbeitsmarktdaten neu ausrichteten.
Die Entscheidungen der Federal Reserve wirken sich auf die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft aus, und Verschiebungen der Zinserwartungen beeinflussen häufig die Bewertung von Aktien, da höhere Zinsen tendenziell die Abzinsungssätze für künftige Unternehmensgewinne erhöhen. Über die Aktienmärkte hinaus wirken sich Zinserwartungen auch auf Anleiherenditen, Hypothekenzinsen und Kreditkosten für Unternehmen aus – weshalb ein einziger Arbeitsmarktbericht die Märkte über alle Anlageklassen hinweg bewegen kann.
Quelle: Economic Times Markets