NachrichtenAktienTech-Verkauf geht weiter: Nasdaq fällt erneut inmitten von KI-Investitionssorgen und Handelsspannungen

Tech-Verkauf geht weiter: Nasdaq fällt erneut inmitten von KI-Investitionssorgen und Handelsspannungen

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Dow legte am Freitag rund 0,5 % zu, dennoch beendeten alle drei großen US-Indizes die Woche im Minus.
  • Technologieaktien gerieten unter Druck, nachdem Alphabets Quartalszahlen Bedenken hinsichtlich der Kosten und des zeitlichen Ablaufs der Umsatzgenerierung von KI-Infrastrukturinvestitionen aufkommen ließen.
  • Neue Section 301-Zölle von 10 % bis 12,5 % traten für fast alle US-Importe in Kraft, wobei bestimmte Energie-Rohstoffe ausgenommen wurden.
  • Die Marktpreisgestaltung zeigte eine 62,1-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen am kommenden Mittwoch unverändert lässt, während die Erwartungen für eine Zinserhöhung auf 37,9 % stiegen.
  • Brent-Rohöl fiel am Freitag um etwa 4 % auf unter 96 Dollar pro Barrel, blieb aber auf Kurs für einen wöchentlichen Gewinn.
Tech-Verkauf geht weiter: Nasdaq fällt erneut inmitten von KI-Investitionssorgen und Handelsspannungen

Die Wall Street beendete am Freitag eine turbulente Handelswoche mit gemischter Performance der großen Indizes, da die Märkte versuchten, sich von dem sharp-Rückgang am Donnerstag zu erholen.

Der Dow Jones Industrial Average legte in der Sitzung 235 Punkte bzw. rund 0,5 % zu. Der S&P 500 erreichte ein marginal positives Schlussbild, während der Nasdaq Composite um 0,6 % nachgab und weiterhin unter dem Druck der Schwäche im Technologiesektor stand.

Trotz des Freitagsgewinns des Dow verzeichneten alle drei Benchmark-Indizes Verluste für die Woche. Der Nasdaq führte den Rückgang an und fiel über die fünf Handelssitzungen um 2 %, was die stärkere Gewichtung des Index gegenüber großen Technologie- und Halbleiterunternehmen widerspiegelt.

Technologiesektor von KI-Investitionsangst erschüttert

Der Einbruch am Donnerstag wurde durch eskalierende Besorgnis über Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur ausgelöst. Die Gruppe von Large-Cap-Technologiewerten, die als „Magnificent Seven" bekannt ist, verlor in nur einem einzigen Handelstag rund 800 Milliarden Dollar an kombinierter Marktkapitalisierung.

Auslöser des Verkaufs war der Quartalsbericht von Alphabet, der am Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlicht wurde. Anleger reagierten negativ auf die aggressiven Ausgaben des Unternehmens für KI-Infrastruktur, insbesondere angesichts des Fehlens klarer Umsatzgenerierung aus diesen Investitionen. Die Besorgnis konzentriert sich auf den Zeitpunkt: KI-Rechenzentren, Chips und zugehörige Infrastruktur erfordern erhebliche Vorabausgaben, während Unternehmen noch nicht gezeigt haben, dass kurzfristige KI-Einnahmen diese Kosten vollständig decken können.

Die Intel-Aktie fiel am Freitag um fast 8 %, obwohl der Chiphersteller second-quarter-Zahlen vorlegte, die die Gewinnerwartungen der Analysten übertrafen. Die negative Reaktion unterstrich die wachsende Skepsis der Anleger gegenüber Halbleiteraktien, einer Gruppe, die eng mit den Erwartungen an die KI-Hardwarenachfrage verknüpft ist.

Apple, Amazon, Meta und Microsoft werden in den kommenden Tagen ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Nach der Reaktion des Marktes auf die Ergebnisse von Alphabet werden Anleger genau beobachten, ob andere Megacap-Technologieunternehmen detailliertere Angaben zu KI-Ausgabenniveaus, Margen und Umsatzbeiträgen machen.

Neue Importzölle und Energiepreise verschärfen Marktdruck

Neue Zölle, die auf Grundlage von Section 301 in Kraft gesetzt wurden, gelten seit über Nacht für fast alle US-Importe. Die Zollsätze reichen von 10 % bis 12,5 % und betreffen wichtige amerikanische Handelsbeziehungen.

Regierungsvertreter schlossen bestimmte Energie-Rohstoffe vom Zollrahmen aus und verwiesen dabei auf die erhöhten Erdölpreise, die die Inflationsbesorgnisse verstärkt haben. Zölle können die Inputkosten für Unternehmen und die Verbraucherpreise für importierte Waren erhöhen, was sie zu einem besonders relevanten Faktor macht, wenn sich die Märkte auf Inflation und die Politik der Federal Reserve konzentrieren.

Die Ölmärkte gaben am Freitag nach, wobei Brent-Futures um etwa 4 % fielen und unter 96 Dollar pro Barrel schlossen. Die Rohölpreise waren jedoch weiterhin auf Kurs für einen wöchentlichen Gewinn, nachdem sie zu Beginn der Woche kurzzeitig über 100 Dollar pro Barrel gestiegen waren.

Staatsanleihenrenditen und Geldpolitische Erwartungen

Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen beendete die Woche bei 4,33 %, ging jedoch am Freitag zurück und beendete eine sechssitzige Gewinns serie. Die 2-Jahres-Rendite wird aufmerksam beobachtet, da sie tendenziell sensibel auf Erwartungen zur kurzfristigen Zinspolitik der Federal Reserve reagiert.

Die Markt-preisgestaltung weist auf eine Wahrscheinlichkeit von 62,1 % hin, dass die Federal Reserve die Zinsen auf ihrer geldpolitischen Sitzung am kommenden Mittwoch unverändert lässt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist auf 37,9 % gestiegen – eine deutliche Veränderung gegenüber den 12,8 % der Vorwoche.

Die Unternehmensergebnisse fielen gemischt aus. Verizon, American Express und NextEra Energy übertrafen jeweils die Erwartungen beim Gewinn je Aktie, verfehlten jedoch die Umsatzschätzungen. American Express und Alphabet waren gemeinsam dafür verantwortlich, dass der Dow wöchentlich ins Minus rutschte.

Die US-Wirtschaftsaktivität verzeichnete im Juli gemäß dem vorläufigen Purchasing Managers' Index von S&P Global ihre stärkste Expansion seit acht Monaten, wobei wirtschaftliche Aktivität im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft teilweise unterstützend wirkte.