NachrichtenRohstoffe & ForexVerdeckte Intervention führt zu starken Schwankungen im USD/JPY; der Fokus bleibt auf dem Nahen Osten und dem nächsten US-CPI

Verdeckte Intervention führt zu starken Schwankungen im USD/JPY; der Fokus bleibt auf dem Nahen Osten und dem nächsten US-CPI

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der US-Dollar schwächte sich nach koordinierten Währungsmarktinterventionen von Japan und Südkorea zusammen mit Monatsend-Rebalancing-Strömen ab, was zu volatilen Kursbewegungen führte, die nichts mit der Fed oder Wirtschaftsdaten zu tun hatten.
  • Fast die Hälfte der durch die Intervention ausgelösten Yen-Gewinne wurde wieder abgegeben, da USD/JPY-Käufer die besseren Kurse zum Neuaufbau von Positionen nutzten, was darauf hindeutet, dass Interventionen eher als Gelegenheit zum Positionsaufbau denn als Trendwende wirken.
  • Die Bank of Japan beließ die Zinsen erwartungsgemäß unverändert; das hawkishste Vorstandsmitglied Takata stimmte für eine Anhebung, während die kurzfristige Inflationsprognose nach unten revidiert wurde.
  • BoJ-Gouverneur Ueda deutete an, dass sich das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen könnte, falls sich die finanziellen Bedingungen zu locker entwickeln, doch die derzeitigen Bedingungen mit hohen Anleiherenditen und einem Nikkei, der 13% unter seinem Höchststand liegt, sprechen nicht dafür, dass dies unmittelbar bevorsteht.
  • Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit auf die Veröffentlichung des US Employment Cost Index für das 2. Quartal sowie auf den nächsten CPI-Bericht als mögliche Faktoren dafür, ob die Fed ihre Zinsen auf der Sitzung im September anheben wird.
Verdeckte Intervention führt zu starken Schwankungen im USD/JPY; der Fokus bleibt auf dem Nahen Osten und dem nächsten US-CPI

Fundamentaler Überblick

USD

Der US-Dollar schwächte sich gestern breit ab, nachdem sowohl Japan als auch Südkorea in den Währungsmarkt eingegriffen hatten. Zusammen mit den Rebalancing-Strömen zum Monatsende führte dies zu einem besonders unruhigen und volatilen Kursverlauf, der nichts mit Entscheidungen der Federal Reserve oder mit Wirtschaftsdaten zu tun hatte.

Mit Blick nach vorn bleibt der Fokus auf den Entwicklungen zwischen den USA und Iran sowie auf dem nächsten US-CPI-Bericht, da dieser darüber entscheiden könnte, ob die Fed im September die Zinsen anhebt oder nicht.

Die Lage im Nahen Osten hat sich kaum verändert, auch wenn Trumps Rhetorik etwas gemäßigter zu sein scheint. Bis es jedoch zu einer klaren Deeskalation kommt, bleiben die Inflationsrisiken nach oben gerichtet.

JPY

Auf der JPY-Seite legte die Währung gestern stark zu, nachdem es offenbar zu einer verdeckten Intervention gekommen war. Die Bewegungen wurden wahrscheinlich zusätzlich durch eine seltene Dollar-Verkaufsintervention Südkoreas verstärkt. In Verbindung mit den Monatsendströmen ergab sich ein sehr unruhiger und volatiler Kursverlauf.

Fast die Hälfte der Gewinne war bereits wieder ausgelöscht, da USD/JPY-Käufer den von den japanischen Behörden verbesserten Kurs nutzten, um Positionen zu günstigeren Niveaus neu aufzubauen. Ohne eine Veränderung der Fundamentaldaten werden Interventionen weiterhin vor allem als Bereinigungsereignisse dienen, um Positionen zu besseren Kursen wieder aufzubauen. Der Trend dürfte sich erst ändern, wenn die Zinserwartungen für die Fed dovisher eingepreist werden oder die BoJ ihre Straffung schneller vorantreibt.

Auf der geldpolitischen Seite beließ die BoJ die Zinsen heute wie weithin erwartet unverändert, wobei Takata (das hawkishte Mitglied) zugunsten einer Zinserhöhung widersprach. Die Mitteilung blieb weitgehend unverändert und enthielt keine hawkischen Signale. Die kurzfristige Inflationsprognose wurde nach unten revidiert, was nicht auf ein beschleunigtes Tempo bei Zinserhöhungen hindeutet.

BoJ-Gouverneur Ueda lieferte kein klares geldpolitisches Signal, merkte jedoch an, dass sich das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen könnte, falls sich die finanziellen Bedingungen zu locker entwickeln. Das ist derzeit sicher kein Problem, da die Anleiherenditen weiterhin nahe den Zyklushochs verharren, während der Nikkei 13% unter seinem Allzeithoch liegt. Die Marktbepreisung blieb weitgehend unverändert, mit einer Wahrscheinlichkeit von 67% für eine Zinserhöhung im Oktober.

USDJPY technische Analyse – Tageschart

Im Tageschart ist zu sehen, dass USDJPY nach der Intervention Japans bis an die wichtige Aufwärtstrendlinie um das Niveau von 158.50 zurückgefallen ist. Die Käufer zögerten nicht und nutzten die Trendlinie mit einem klar definierten Risiko darunter, um sich auf eine Rallye zu neuen Zyklushochs mit einem deutlich besseren Chance-Risiko-Verhältnis zu positionieren. Die Verkäufer benötigen einen Bruch unter die Trendlinie, um den Weg zu neuen Tiefs zu öffnen; das Niveau von 155.00 ist dabei das erste Kursziel nach unten.

USDJPY technische Analyse – 4-Stunden-Chart

Im 4-Stunden-Chart handelt der Kurs derzeit direkt um die wichtige Widerstandszone bei 160.50. Hier ist zu erwarten, dass Verkäufer mit einem klar definierten Risiko oberhalb des Widerstands auftreten, um sich auf einen Rückgang zur Trendlinie zu positionieren. Die Käufer hingegen wollen einen Ausbruch nach oben sehen, um die bullischen Wetten auf neue Zyklushochs zu erhöhen.

USDJPY technische Analyse – 1-Stunden-Chart

Im 1-Stunden-Chart gibt es wenig zusätzlich zu sagen: Die Käufer werden auf einen Ausbruch setzen, um die Rallye auf neue Hochs auszudehnen, während die Verkäufer weiter im Bereich des Widerstands akkumulieren, um die Trendlinie und einen möglichen Ausbruch zu adressieren. Die roten Linien definieren die durchschnittliche Tagesrange für heute.

Anstehende Katalysatoren

Heute beschließen wir die Woche mit dem US Employment Cost Index für das 2. Quartal. Händler werden zudem die Entwicklungen zwischen den USA und Iran weiter beobachten.