USD/JPY testet den 200-Stunden-Durchschnitt, während Käufer höhere Kurse ausloten
Wichtige Erkenntnisse
- •Der USD/JPY fiel in der vergangenen Woche kurz unter seinen 200-Tage-Durchschnitt, doch die Verkäufer konnten den Rückgang nicht aufrechterhalten.
- •Das Währungspaar hat sich über den 100-Stunden-Durchschnitt erholt und testet nun den 200-Stunden-Durchschnitt nahe 159,12.
- •Ein nachhaltiger Anstieg über 159,12 würde 159,60–159,75 und anschließend den 100-Tage-Durchschnitt nahe 159,98 in den Fokus rücken.
- •Der Dollar wird durch die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan sowie durch die Nachfrage nach sicheren Anlagen im Zusammenhang mit verschärften US-Sanktionen gegen den Iran gestützt.
- •Die Möglichkeit einer erneuten Intervention der USA und Japans bleibt ein begrenzender Faktor für eine weitere Yen-Schwäche und weitere Anstiege des USD/JPY.

Der USD/JPY dringt nach der Erholung von den Tiefständen der vergangenen Woche gegen eine wichtige technische Decke vor, wobei der Wechselkurs nun eine zentrale kurzfristige Hürde auslotet.
Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag handelte das Währungspaar kurz unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei 158,33 liegt, doch die Verkäufer konnten das Momentum nicht aufrechterhalten. Dieser Durchschnitt gehört zu den am häufigsten beobachteten Indikatoren für den längerfristigen Trend, weshalb Kursrückgänge unter diese Marke bei Händlern besondere Aufmerksamkeit erregen. Unterstützung zeigte sich am Swing-Niveau nahe 157,96, und das Scheitern eines weiteren Abwärtsbruchs verschaffte den Käufern die Gelegenheit, den Kurs zurück in Richtung der kurzfristigeren Gleitenden Durchschnitte zu treiben.
Am Freitag kam die Erholung zunächst am 100-Stunden-Durchschnitt ins Stocken, doch der Kurs ist seither über dieses Niveau gestiegen, das derzeit bei 158,91 liegt, und testet nun den 200-Stunden-Durchschnitt bei 159,12. Auf Intraday-Charts gilt die 200-Stunden-Linie üblicherweise als Trennlinie zwischen kurzfristigen Auf- und Abwärtstrends, weshalb der aktuelle Test für das Momentum von Bedeutung ist. Der USD/JPY notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels nahe 159,17. Damit sind die Käufer für einen weiteren Anlauf nach oben positioniert, müssen allerdings noch unter Beweis stellen, dass sie das Momentum oberhalb der 200-Stunden-Linie halten können.
Ein nachhaltiger Ausbruch über 159,12 würde die kurzfristige Marktrichtung deutlicher zugunsten der Käufer verschieben. Das nächste Ziel ist die 50-prozentige Retracement der Abwärtsbewegung vom Julihoch bei 159,60, ein Niveau, das durch einen Swing-Bereich bis etwa 159,75 verstärkt wird. Oberhalb dieser Zone wird der 100-Tage-Durchschnitt bei 159,98 zum nächsten großen Ziel. Ein Anstieg über 160,00 würde die bullische Grundhaltung weiter stärken und den Weg in Richtung 160,63–160,86 ebnen.
Umgekehrt könnte der Kurs zurück in Richtung der 100-Stunden-Linie bei 158,91 drehen, falls die Käufer nicht oberhalb des 200-Stunden-Durchschnitts halten können. Ein Bruch unter dieses Niveau würde die Erholung schwächen und die 38,2-prozentige Retracement bei 158,57 sowie den 200-Tage-Durchschnitt bei 158,34 wieder ins Spiel bringen.
Das breitere fundamentale Umfeld bleibt ein Kräftemessen. Der Dollar erhält weiterhin Unterstützung durch die nach wie vor große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan — die Bank of Japan hält ihre Leitzinsen seit Langem deutlich unter denen der Federal Reserve, eine Lücke, die Dollarbestände im Vergleich zu Yen-Anlagen vergleichsweise ertragsstärker macht — sowie durch eine erneute Zuflucht in sichere Anlagen angesichts verschärfter US-Sanktionen gegen den Iran. Der USD/JPY hat sich daraufhin über 159,00 erholt, nachdem er zuvor ein Intraday-Tief nahe 158,55 erreicht hatte. Gleichzeitig bleiben die Aufwärtsperspektiven durch die Gefahr einer erneuten offiziellen Intervention gedämpft: Die Vereinigten Staaten und Japan führten Ende Juli eine seltene koordinierte Yen-Kaufoperation durch, womit sie zeigten, dass die Behörden bereit sind, auf einen weiteren ungeordneten Verfall der japanischen Währung zu reagieren (Reuters). Ein solcher Eingriff — der Verkauf von Dollar gegen Yen — wirkt unmittelbar weiteren Kursgewinnen des USD/JPY entgegen, und Japan hat besonderen Anlass, einen ungeordneten Verfall seiner Währung zu verhindern: Das Land importiert den Großteil seiner Energie und einen erheblichen Teil seiner Lebensmittel, sodass ein stark schwächerer Yen rasch die Importkosten für Haushalte und Unternehmen erhöht.
Vorerst ist die technische Landkarte eindeutig. Ein Halten oberhalb des 200-Stunden-Durchschnitts bei 159,12 — und des 100-Stunden-Durchschnitts bei 158,908 — lässt die Käufer die Kontrolle behalten, wobei 159,60–159,75 und anschließend der 100-Tage-Durchschnitt nahe 159,98 die nächsten Aufwärtsziele darstellen. Ein Rückfall unter 158,91 würde das Währungspaar dagegen in eine technisch bearischere Position versetzen, wobei die Händler als Nächstes den 200-Tage-Durchschnitt ins Auge fassen würden.