USD/JPY testet erneut die 160-Marke, während steigende Renditen den Dollar stützen
Wichtige Erkenntnisse
- •USD/JPY notiert am Dienstag erneut über dem Bereich von 160,00.
- •Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries ist im Zuge eines breiten globalen Ausverkaufs bei Anleihen auf 4,78% gestiegen.
- •Die Zone um 160 bleibt ein Schlüsselniveau, da sie wiederholt die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen hat.
- •Bessent hat gewarnt, dass Japan Maßnahmen ergreifen könnte, um den Yen zu stärken, wenn sich die Bewegungen zu schnell entwickeln.
- •Die Bank of Japan wird später in diesem Monat eine geldpolitische Entscheidung bekannt geben.

US-Finanzminister Bessent mag versuchen, die Märkte in eine bestimmte Richtung zu lenken, doch Händler schenken dem kaum Beachtung. Trotz seiner Kommentare über Nacht testet USD/JPY am Dienstag erneut den Bereich oberhalb der 160,00-Marke.
Das Währungspaar hatte bereits am Freitag versucht, über diese Marke auszubrechen, nachdem Fed-Chef Warsh restriktivere Töne angeschlagen hatte. Als der Dollar gestern jedoch leicht nachgab, fehlte es an Anschlusskäufen.
Die Händler müssen nun einen breiteren Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten verarbeiten, der auch auf US-Staatsanleihen übergreift. Das ist für den Devisenhandel wichtig, weil Bewegungen bei den Anleiherenditen weiterhin die relative Attraktivität von Dollar und Yen prägen, insbesondere wenn sowohl die Federal Reserve als auch die Bank of Japan im Fokus stehen.
In Europa erreichen die Anleiherenditen Niveaus, die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen wurden, während Japans erster Haushaltsantrag, der größte in der Geschichte, die lokalen Renditen ebenfalls nach oben treibt. Dieser Druck weitet sich nun auf die Vereinigten Staaten aus, wo die Rendite der 10-jährigen Treasury-Anleihe auf 4,78% gestiegen ist. Das bedeutet einen klaren Ausbruch aus der jüngsten Spanne, deren Hoch zuvor näher bei 4,75% gedeckelt war.
Zusammengenommen ist das ein weiterer Faktor, der USD/JPY stützt. Dennoch sollten Händler das Risiko einer Intervention auf diesen Niveaus im Auge behalten, da der Bereich um 160 in den vergangenen Monaten wiederholt die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen hat.
Da Bessent in dieser Frage aktiv ist und warnt, dass Japan Maßnahmen zur Stärkung des Yen ergreifen werde, spricht einiges dafür, dass das Finanzministerium erneut eingreifen könnte, falls das Aufwärtsmomentum zu schnell und zu stark wird.
Gleichzeitig steht die geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan später in diesem Monat noch aus. Üblicherweise würden die japanischen Behörden dieser Entscheidung den Vorrang geben, anstatt vorher einzugreifen, was das Währungspaar sowohl gegenüber dem Timing der Politik als auch gegenüber Bewegungen bei den globalen Renditen anfällig macht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Händler freie Hand hätten, das Paar weiter nach oben zu treiben. Der geringste Widerstand könnte weiterhin nach oben bei USD/JPY liegen, doch angesichts der Interventionrisiken dürfte jeder Anstieg allenfalls schrittweise erfolgen.
Die 160-Marke bleibt eine wichtige psychologische Barriere. Angesichts weiter steigender Renditen ist es schwer, sich dauerhaft gegen den Trend zu stemmen – selbst für die US- und japanischen Behörden.