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USD/JPY-Volatilität zu niedrig, um MOF-Intervention zu rechtfertigen, sagt MUFG

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • USD/JPY hat den höchsten Stand seit Dezember 1986 erreicht, wobei die Rally eher als langsame, maßvolle Bewegung denn als ungeordneter Anstieg beschrieben wird.
  • MUFG argumentiert, dass die niedrige implizite Volatilität und das schrittweise Tempo der Bewegung dem Finanzministerium keine ausreichende Rechtfertigung für eine Intervention am Devisenmarkt liefern.
  • Finanzminister Katayama führte die Yen-Schwäche vor allem auf Spannungen im Nahen Osten zurück und stellte bei Bedarf entschlossene Maßnahmen in Aussicht, doch MUFG wertet die bedingte Formulierung als Hinweis auf geringere Dringlichkeit.
  • Der erneute US-Iran-Konflikt erhöht Japans Energieimportkosten, verstärkt die Kostendruckinflation und erschwert das Ziel der Bank of Japan, lohngetriebene Inflation als Grundlage für weitere Zinserhöhungen zu priorisieren.
  • Tokios Behörden dürften die Drohung mit Interventionen weiterhin als psychologisches Instrument nutzen, um die Yen-Schwäche zu bremsen, da eine von den Märkten rasch umgekehrte Intervention die Glaubwürdigkeit untergraben würde.
USD/JPY-Volatilität zu niedrig, um MOF-Intervention zu rechtfertigen, sagt MUFG

USD/JPY stand in dieser Woche im Zentrum der Devisenmärkte. Während die Ölpreise zusammen mit den Anleiherenditen steigen, bewegt sich das Währungspaar schrittweise in Richtung neuer 40-Jahres-Hochs. Nach einer kurzen Phase des Zögerns im Mai verlief die Rally in den vergangenen Wochen weitgehend in eine Richtung, auch wenn das Tempo maßvoll blieb und Marktteilnehmer darauf achteten, die Bewegung nicht zu aggressiv voranzutreiben.

Anfang Juli kam es zu einer kurzen Verunsicherung, doch seither sind Händler zuversichtlicher geworden, USD/JPY nach oben zu treiben, insbesondere da der US-Iran-Konflikt erneut aufgeflammt ist.

Während Vertreter in Tokio zeitweise verbale Interventionen vorgenommen haben, argumentiert MUFG, dass die aktuelle Kursentwicklung bei USD/JPY eine tatsächliche Intervention durch das Finanzministerium noch nicht rechtfertigt. In Japan ist das Finanzministerium dafür zuständig zu entscheiden, ob am Devisenmarkt interveniert wird, während die Bank of Japan die Maßnahmen in der Regel in seinem Auftrag ausführt. Vertreter haben häufig betont, dass Geschwindigkeit und Ungeordnetheit von Währungsbewegungen wichtiger sind als ein einzelnes Wechselkursniveau, wodurch die Volatilität ein wichtiger Bestandteil der Interventionsabwägung ist.

"The USD/JPY rate has hit the highest level since December 1986 and what is noticeable about that is the lack of attention this is now getting. With the move a slow grind and with broader G10 and USD/JPY volatility levels so low the MOF's justification for intervention is simply not there. The 1-month implied volatility in USD/JPY fell below 6% last week for the first time since February 2022," erklärte MUFG.

Die Bank verwies außerdem auf Äußerungen von Finanzminister Katayama, der die Yen-Schwäche vor allem der sich verschlechternden Lage im Nahen Osten zuschrieb, zugleich aber erklärte, die Behörden würden "will take appropriate and bold action at any time, should the need arise."

MUFG stellte fest, dass der Vorbehalt — "should the need arise" — im Vergleich zu früheren Episoden, die tatsächlichen Interventionen vorausgingen, auf ein geringeres Dringlichkeitsgefühl hindeutet. Der veränderte Ton aus Tokio, so die Bank, könnte auf eine wachsende Resignation und widerwillige Akzeptanz der Yen-Schwäche hinweisen, solange der Rückgang schrittweise bleibt.

Ein Teil dieser Bereitschaft, eine langsamere Aufwertung von USD/JPY zu tolerieren, dürfte auf die verschlechterten Fundamentaldaten des Yen zurückzuführen sein. Das erneute Aufflammen des US-Iran-Konflikts bedeutet, dass Japan weiterhin unter einem engeren Ölangebot leiden wird, wobei steigende Energiekosten die Unternehmen belasten und Inflationssorgen verstärken. Kostendruckinflation dringt zudem in die breitere Wirtschaft vor und erschwert es der Bank of Japan, lohngetriebene Inflation als zentrale Grundlage für weitere Zinserhöhungen in den Vordergrund zu stellen. Diese Belastungen treten vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Wirtschaft und zunehmender fiskalischer Sorgen auf.

Die Spannung für die politischen Entscheidungsträger besteht darin, dass ein schwächerer Yen die Importkosten zu einer Zeit erhöhen kann, in der Haushalte und Unternehmen bereits empfindlich auf Energiepreise reagieren. Interventionen lassen sich jedoch im Allgemeinen besser rechtfertigen, wenn die Behörden auf ungeordnete Handelsbedingungen statt auf einen stetigen Trend verweisen können. Dadurch werden bevorstehende Veränderungen bei der impliziten Volatilität, der offiziellen Rhetorik, den Ölpreisen und den globalen Renditedifferenzen zu wichtigen Indikatoren dafür, ob sich Tokios Haltung verändert.

Angesichts dieser Bedingungen dürften die Vertreter in Tokio weiterhin die Drohung mit Interventionen nutzen, um den Rückgang des Yen zu bremsen, solange diese Strategie wirksam bleibt. Jede Intervention, die durch Marktkräfte umgehend wieder umgekehrt würde, würde lediglich die Glaubwürdigkeit und Wirkung späterer Maßnahmen schmälern. Die Dynamik ist zunehmend zu einem psychologischen Wettbewerb geworden, bei dem die Glaubwürdigkeit der Interventionsdrohung selbst als wichtigstes Instrument zur Beeinflussung der Kursentwicklung von USD/JPY dient.