Indische Rupie steigt nach massiver Intervention gegen Dollarverkäufe; RBI-Zinsentscheidung im Fokus
Wichtige Erkenntnisse
- •Das US-Finanzministerium beteiligte sich erstmals seit 2011 gemeinsam mit Japan und Südkorea an einer Währungsintervention, was zur allgemeinen Dollar-Schwäche beitrug.
- •Für die RBI-Zinsentscheidung am Mittwoch wird erwartet, dass der Repo-Satz unverändert bei 5,25% bleibt und der Monetary Policy Committee neutral bleibt.
- •USD/INR fiel unter die Unterstützung bei 96.10 und nähert sich dem nächsten wichtigen Bereich um 95.10, an dem Käufer erwartet werden.
- •Indiens starke Abhängigkeit von Rohölimporten macht Energiepreise zu einem wichtigen Risikofaktor für die Rupie, da höhere Kosten das Leistungsbilanzdefizit ausweiten.
- •Zu den wichtigsten anstehenden Impulsen zählen der US ISM Manufacturing PMI, die RBI-Zinsentscheidung, die US-ADP-Daten und der NFP-Bericht am Freitag.

Fundamentaler Überblick
US-Dollar
Der US-Dollar schwächte sich in der Schlussphase der vergangenen Woche breit ab. Der Ausverkauf ging zunächst auf die Zinsentscheidung des FOMC zurück, wobei die zusätzliche abweichende Stimme von Fed-Mitglied Kashkari nicht als wesentliche hawkishe Überraschung gewertet wurde.
Am Donnerstag kam es zu starken Dollar-Verkaufsströmen nach Interventionen am Devisenmarkt durch Japan und Südkorea. Die Verluste weiteten sich am Freitag aus, als Berichte bestätigten, dass das US-Finanzministerium an der Intervention beteiligt war — die erste gemeinsame Operation dieser Art seit 2011, als die G7-Staaten nach dem Tohoku-Erdbeben koordiniert gegen die Yen-Stärke vorgingen. Sowohl das japanische Finanzministerium als auch US-Finanzminister Bessent erklärten, dass sie bei Bedarf nicht zögern würden, weitere gemeinsame Interventionen durchzuführen.
Da USD/JPY nun in der Nähe der Niveaus von April bis Mai gehandelt wird, erscheint die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Intervention in naher Zukunft geringer, sodass der Greenback wieder stärker von den Fundamentaldaten getrieben werden dürfte. Marktteilnehmer warten nun auf die US-CPI-Daten und weitere Entwicklungen rund um die Spannungen zwischen den USA und Iran. Ein Deeskalationsszenario würde den Dollar voraussichtlich weiter unter Druck halten, da Inflationssorgen nachlassen und die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen sinkt. Eine Eskalation hingegen dürfte den Greenback angesichts der Risiken weiterer Straffungsschritte der Federal Reserve stützen.
Indische Rupie
Die Rupie hat von dem Ausbleiben größerer hawkishe Überraschungen bei der FOMC-Entscheidung, erheblichen Dollar-Verkaufsströmen und positiven Schlagzeilen zu den USA und Iran profitiert. Im Rückblick war die Intervention der Reserve Bank of India nahe historischer Tiefstände gut getimt. Für eine Fortsetzung der Gewinne braucht die Rupie jedoch eine dovishe Neubewertung der Fed-Zinserwartungen sowie eine weitere Deeskalation im Nahen Osten.
Am Mittwoch steht die Zinsentscheidung der RBI an, wobei erwartet wird, dass der Repo-Satz unverändert bei 5,25% bleibt. Der Monetary Policy Committee dürfte an seiner neutralen Haltung festhalten. Die RBI könnte einen vorsichtigen oder leicht hawkishe Ton anschlagen. Einige Investmentbanken erwarten, dass die Zentralbank signalisieren könnte, dass anhaltende globale Volatilität oder dauerhaft hohe Rohölpreise in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres FY27 Zinserhöhungen erforderlich machen könnten.
Im größeren Bild bleibt die indische Rupie gegenüber dem US-Dollar in einem bärischen strukturellen Trend, weshalb Käufer bei Rücksetzern weiterhin nach Chancen an starken technischen Marken suchen werden, um das Währungspaar USD/INR auf neue Hochs zu treiben.
USD/INR Technische Analyse — Tageschart
Im Tageschart ist zu sehen, dass USD/INR den Rückgang unter die wichtige Unterstützungszone bei 96.10 nach starken Dollar-Verkaufsströmen infolge von FX-Interventionen ausgeweitet hat. Der Kurs nähert sich nun der nächsten wichtigen Zone um 95.10.
Dort dürften Käufer mit klar definiertem Risiko unterhalb der Unterstützung einsteigen, um auf eine Erholung in Richtung des Widerstands bei 96.10 zu setzen. Verkäufer hingegen werden einen weiteren Abverkauf sehen wollen, um ihre bärischen Positionen in Richtung der Marke von 94.00 auszuweiten.
USD/INR Technische Analyse — 4-Stunden-Chart
Im 4-Stunden-Chart zeigt sich eine mögliche fallende Keilformation. Dies ist in der Regel ein Umkehrmuster, da es nachlassendes Momentum signalisiert. Verkäufer dürften weiterhin an der oberen Trendlinie mit klar definiertem Risiko darüber Druck ausüben, um neue Tiefs anzusteuern. Käufer werden dagegen auf einen Ausbruch warten, um sich für eine Bewegung in Richtung des Widerstands bei 96.10 zu positionieren.
USD/INR Technische Analyse — 1-Stunden-Chart
Im 1-Stunden-Chart lässt sich hier wenig hinzufügen, da Verkäufer an der oberen Trendlinie ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis haben dürften, während Käufer entweder auf einen Ausbruch oder einen Rückgang in die Unterstützungszone bei 95.10 warten werden.
Anstehende Katalysatoren
- Heute: US ISM Manufacturing PMI
- Morgen: US Job Openings-Daten
- Mittwoch: RBI-Zinsentscheidung, US-ADP-Arbeitsmarktbericht und ISM Services PMI
- Donnerstag: Aktuelle US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
- Freitag: US-NFP-Bericht