NachrichtenRohstoffe & ForexGold testet wichtigen technischen Widerstand, nachdem das US-Finanzministerium Anleihe-Rückkäufe ausweitet

Gold testet wichtigen technischen Widerstand, nachdem das US-Finanzministerium Anleihe-Rückkäufe ausweitet

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das US-Finanzministerium wird seine Rückkaufoperationen für länger laufende Wertpapiere laut Finanzminister Scott Bessent mindestens verdoppeln, auf mindestens $4 Milliarden pro Operation.
  • Die Rückkäufe werden durch neue Schuldenemissionen mit Schwerpunkt auf kürzeren Laufzeiten finanziert und verlagern die Kreditaufnahme auf das kurze Ende der Kurve.
  • Der Schritt erfolgt, nachdem die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2007 erreicht haben, und dämpft die Renditen über das Schuldenmanagement statt über die Geldpolitik.
  • Gold stieg in Richtung $4,500 und überwand den 100-Tage-Durchschnitt; der 200-Tage-Durchschnitt liegt nahe $4,511 und das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei $4,576 ist das nächste technische Niveau.
  • Angesichts eines US-Anleihemarkts von über $30 trillion und US-Schulden von mehr als $40 trillion werden die erweiterten Maßnahmen als vorübergehend angesehen; weitere Details dürften in den vierteljährlichen Refunding-Updates folgen.
Gold testet wichtigen technischen Widerstand, nachdem das US-Finanzministerium Anleihe-Rückkäufe ausweitet

Die große Ankündigung von gestern, falls Sie sie verpasst haben: Das US-Finanzministerium erhöht den Umfang der Liquiditätsstützungs-Rückkaufoperationen für länger laufende Wertpapiere.

Das überschattete die FOMC-Minutes — das Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve — weitgehend und dürfte in dieser Woche eines der größten Marktthemen bleiben. Wie Finanzminister Scott Bessent erklärte, werden die Rückkäufe am langen Ende der Kurve mindestens verdoppelt und auf mindestens $4 Milliarden pro Operation angehoben.

Der Schritt ist eine bedeutende Veränderung und verlagert einen Teil der Schuldenlast auf das kurze Ende der Kurve, da die Käufe durch neue Emissionen mit Schwerpunkt auf kürzeren Laufzeiten finanziert werden. Dennoch bleiben die Beträge angesichts eines Marktes von mehr als $30 trillion und US-Schulden von über $40 trillion relativ gering. Vor diesem Hintergrund kann dies eher als weitere Übergangsmaßnahme denn als Lösung der strukturellen Probleme des Marktes gesehen werden.

Unter normalen Umständen würde eine solche Dämpfung der Renditen über die Geldpolitik erfolgen. Stattdessen geschieht dies über das Schuldenmanagement, nachdem die Renditen 30-jähriger Anleihen Anfang der Woche den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatten.

Für den Moment stehen die langfristigen Renditen zumindest unter Druck. Das stützt Risikoanlagen ebenso wie Dollar-Bären. Ob dieser Effekt anhält, ist eine andere Frage; später am Tag folgt dazu eine separate Einordnung.

Gold nutzt dies bereits aus. Nach einem eher vorsichtigen Verlauf in der vergangenen Woche ist das Metall in Richtung $4,500 ausgebrochen, während Händler den 100-Tage-Durchschnitt überwinden und die nächste wichtige technische Schwelle testen.

Dabei handelt es sich um den 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei etwa $4,511 liegt.

Der Anstieg bei gleichzeitig fallendem Dollar untermauert die These, dass der Currency-debasement-Trade weiterhin intakt ist — gemeint ist die Tendenz, bei stark expansiver Defizitfinanzierung und nachlassendem Vertrauen in den Wert von Fiatgeld auf Sachwerte wie Gold als Absicherung zu setzen. Es braucht nur die richtige Kombination von Schlagzeilen, um diese Bewegung erneut auszulösen.

Der US-Iran-Konflikt hat die Lage in dieser Hinsicht zweifellos zusätzlich verkompliziert. Dennoch bestätigt sich zumindest, dass Gold, wenn die richtigen Treiber zusammenkommen, erneut deutlich steigen kann.

Der technische Widerstand darüber markiert nun die nächste wichtige Grenze für Gold, bevor das 38,2-Fib-Retracement-Niveau bei $4,576 ins Spiel kommt.

Da die Lage im Nahen Osten weiterhin andauert, bleibe ich bei dieser jüngsten Ankündigung des US-Finanzministeriums vorsichtig. So überraschend und substanziell die Entwicklung auch ist, sie könnte nur vorübergehend sein, sofern die fiskalischen Ausgaben in den USA nicht eingedämmt werden und/oder der Inflationsdruck in den kommenden Monaten weiter nachlässt. Andernfalls werden die Bond Vigilantes mit Sicherheit wieder zurückkehren.

Sollten Gold-Bullen den Anstieg also wirklich ausnutzen wollen, haben sie dafür nur ein kurzes und enges Zeitfenster. Selbst dann sehe ich weiterhin einige wichtige technische Niveaus, die sich nicht so leicht überwinden lassen dürften. Das gilt jedenfalls, solange es nicht positive und konstruktive Fortschritte im US-Iran-Konflikt und/oder bei Inflation und Fed-Entwicklungen gibt.

Primary source: US Treasury is increasing the size of liquidity support buyback operations for longer-dated securities