US-Finanzministerium will erweitertes Anleiherückkaufprogramm über das General Account finanzieren
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Finanzministerium wird vom 9. September bis zum 4. November Liquiditätsstützungs-Rückkäufe mit mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Operation durchführen.
- •Die neue Obergrenze ist doppelt so hoch wie die bisherige Grenze von 2 Milliarden US-Dollar, und Scott Bessent sagte, die Beträge könnten noch steigen.
- •Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte am 17. August 5,31% und damit den höchsten Stand seit 2007.
- •Das Programm kauft ältere, weniger liquide off-the-run-Langläufer zurück und wird über das Treasury General Account finanziert.
- •Analysten bezweifeln, dass der Umfang des Programms den Renditedruck in einem Treasury-Markt mit Schulden in Billionenhöhe wesentlich verringern wird.

Das US-Finanzministerium wird auf sein General Account zurückgreifen, um ein erweitertes Anleiherückkaufprogramm zu finanzieren, nachdem Finanzminister Scott Bessent eine deutliche Ausweitung der Geschäfte mit länger laufenden nominalen Kuponpapieren angekündigt hat.
Die Entscheidung fällt in eine Phase erhöhter langfristiger Finanzierungskosten. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg am 17. August auf 5,31% und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Lang laufende Renditen dienen als Referenz für die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft, von Hypotheken bis zu Unternehmensanleihen, und sie wirken sich auch unmittelbar auf die Zinslast der Regierung aus: Die gesamte Bundesverschuldung hat kürzlich 37 Billionen US-Dollar überschritten, und die Nettozinsausgaben, die sich auf rund 1 Billion US-Dollar pro Jahr belaufen, zählen inzwischen zu den größten Positionen im Bundeshaushalt.
Vom 9. September bis zum 4. November wird das Finanzministerium Liquiditätsstützungs-Rückkäufe mit einer maximalen Operationsgröße von mindestens 4 Milliarden US-Dollar durchführen — doppelt so viel wie die bisherige Obergrenze von 2 Milliarden US-Dollar pro Operation. Bessent deutete an, dass die tatsächlichen Beträge noch höher ausfallen könnten. Das Zeitfenster endet kurz vor der nächsten vierteljährlichen Refinanzierungsankündigung des Finanzministeriums, die üblicherweise Anfang November veröffentlicht wird und in der die Emissionspläne und Rückkaufvereinbarungen für das folgende Quartal formell festgelegt werden — der erste geplante Prüfpunkt dafür, ob die größeren Operationsgrößen verlängert werden.
Wie das Programm funktioniert
Die Mechanik ist dem Prinzip nach einfach, auch wenn die Größenordnung beträchtlich ist. Das Finanzministerium kauft ältere, weniger liquide langfristige Anleihen — häufig als "off-the-run"-Wertpapiere bezeichnet, die in der Regel weniger aktiv gehandelt werden als neu emittierte Schuldtitel — mit Mitteln aus dem Treasury General Account zurück, dem Haupt-Girokonto der Regierung bei der Federal Reserve. Um dieses Konto aufzufüllen, gibt das Finanzministerium zusätzliche kurzfristige Schatzwechsel aus.
Die rechtliche Grundlage für diese Geschäfte ist 31 U.S.C. Section 3111, die sowohl Liquiditätsstützungs- als auch Cash-Management-Rückkaufoperationen erlaubt. Die Kategorie der Liquiditätsstützung, unter die dieses Programm fällt, soll die Handelsbedingungen am Treasury-Markt verbessern, indem ältere, schwerer handelbare Wertpapiere aus dem Umlauf genommen werden. Das Finanzministerium führte 2024 regelmäßige Rückkaufoperationen wieder ein und belebte damit ein Instrument, das zuletzt in den frühen 2000er Jahren routinemäßig eingesetzt worden war.
Umfang versus Skepsis
Selbst bei 4 Milliarden US-Dollar pro Operation wird das gesamte Rückkaufvolumen für das Zeitfenster von September bis November auf rund 14 Milliarden US-Dollar für das Quartal geschätzt — eine geringe Summe in einem Treasury-Markt, dessen marktfähige ausstehende Schulden sich auf Billionen US-Dollar belaufen. Analysten bleiben skeptisch, dass Operationen dieser Größenordnung den anhaltenden Druck auf die Renditen deutlich lindern können, insbesondere vor dem Hintergrund robuster Emissionen und der aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen.
Auch die Finanzierungsmechanik bringt ihre eigene Besonderheit mit sich. Da jeder eingesetzte Dollar direkt aus Steuereinnahmen oder neuer Schuldenemission stammt, erweitert das Programm die Bilanz der Federal Reserve nicht in der Weise einer traditionellen quantitativen Lockerung, die auf groß angelegte Käufe von Vermögenswerten durch die Zentralbank selbst setzt.