USA sanktionieren iranische Unternehmen hinter Hormus-„Erpressungssystem“ und acht Schattenflotten-Tanker
Wichtige Erkenntnisse
- •Das US-Finanzministerium sanktionierte die Persian Gulf Marine Insurance Company und die HormuzSafe Marine Services Authority wegen des Vorwurfs, ein vom IRGC unterstütztes Versicherungs-Erpressungssystem für Schiffe auf der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu betreiben.
- •HormuzSafe akzeptiert Zahlungen in bitcoin und anderen Kryptowährungen und bietet Iran damit eine Möglichkeit, bestehende internationale Sanktionen zu umgehen.
- •OFAC setzte separat acht Öltanker auf die Sanktionsliste, die mit Unternehmen in China, Hongkong und den Marshallinseln verbunden sind und seit 2022 Millionen Barrel iranischen Rohöls vor allem nach China transportiert haben sollen.
- •Seit Jahresbeginn haben die Vereinigten Staaten mehr als 100 mit Irans Schattenflotte verbundene Schiffe sanktioniert, um Teherans Öleinnahmen einzuschränken.
- •Oman hat einen regionalen Verwaltungsrahmen für die Straße von Hormus vorgeschlagen, um zu verhindern, dass ein einzelner Staat die alleinige operative Kontrolle über die Wasserstraße ausübt.

Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen gegen zwei iranische Unternehmen verhängt, denen vorgeworfen wird, ein vom Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) unterstütztes „Erpressungssystem“ zu betreiben, das Handelsschiffe zwingt, vor der Durchfahrt durch die Straße von Hormus eine Seeversicherung abzuschließen, einen der wichtigsten Nadelöhre für den weltweiten Öltransport.
Nach Angaben des Finanzministeriums verkaufen die Persian Gulf Marine Insurance Company und die HormuzSafe Marine Services Authority verpflichtende, von Iran genehmigte Versicherungspolicen, die Schiffe vor Beschlagnahmungen und anderen maritimen Risiken schützen sollen — Gefahren, die weitgehend von Teheran selbst verursacht werden. Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet, wickelt rund ein Fünftel des weltweiten täglichen Ölverbrauchs ab und ist damit eine strategisch zentrale Wasserstraße für die internationale Energieversorgung.
Washington berichtet, dass HormuzSafe auch Zahlungen in bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten akzeptiert, ein Mechanismus, der es Iran ermöglicht, bestehende Sanktionen zu umgehen und gleichzeitig seinen Einfluss auf den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Meerenge zu festigen.
US-Finanzminister Scott Bessent warf Iran vor, den Welthandel als Geisel zu nehmen und internationale Schifffahrtsaktivitäten zur Finanzierung des IRGC zu nutzen.
Die Sanktionsmaßnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit über die künftige Verwaltung von Hormus. Teheran setzt sich für eine stärkere Aufsicht über ein- und ausgehenden Seeverkehr ein, während Oman einen vorgeschlagenen regionalen Verwaltungsrahmen vorantreibt, der verhindern soll, dass ein einzelner Staat — einschließlich Iran — die alleinige operative Kontrolle ausübt.
Parallel dazu sanktionierte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des Finanzministeriums acht Öltanker sowie deren Eigentümer- und Betreiberfirmen wegen des Transports von iranischem Rohöl und Erdölprodukten. Bei den benannten Schiffen handelt es sich um die 2006 gebauten Well Sail, Lily, Al Salmi, Breeze V, Natsumi, Crystal, Nireta und Yehope. Die Schiffe sind mit in China, Hongkong und den Marshallinseln registrierten Unternehmen verbunden und fahren unter verschiedenen Billigflaggen, darunter Mosambik, Barbados und Vanuatu.
Billigflaggen — die Praxis, Schiffe in Ländern mit geringer Aufsicht zu registrieren — sind zu einem Kennzeichen von Irans sogenannter Schattenflotte geworden, die sich nach dem Rückzug der USA aus dem Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) im Jahr 2018 und der erneuten Verhängung umfassender Sanktionen gegen Irans Ölsektor deutlich ausweitete. Dieselbe Taktik wurde von Russland nach den westlichen Sanktionen im Anschluss an die Invasion der Ukraine 2022 übernommen und führte zu einem parallelen Netzwerk alternder, oft undurchsichtiger Tanker, die außerhalb etablierter Regulierungsrahmen operieren.
Washington erklärte, die sanktionierten Tanker hätten seit 2022 Millionen Barrel iranischen Öls transportiert, das überwiegend für China bestimmt gewesen sei.
Seit Jahresbeginn hat OFAC nun mehr als 100 mit Irans sogenannter Schattenflotte verbundene Schiffe sanktioniert, im Rahmen eines breiteren Vorhabens, Teherans Öleinnahmen einzuschränken und die US-amerikanischen militärischen Abfangoperationen zu stärken.
Quelle: Splash247