FX Daily: Der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte die Währungsvolatilität eindämmen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Bewegungen der G10-Währungen sind diese Woche verhalten geblieben, da die Märkte auf den US-Arbeitsmarktbericht warten, der als wichtigster Katalysator die Volatilität trotz unterstützender Risikostimmung aus dem Iran-Oman-Abkommen zur Straße von Hormuz begrenzt.
- •Die US-Zinserwartungen für die Sitzungen der Federal Reserve sind seit Juli weitgehend unverändert geblieben, wobei für September 14–17 Basispunkte und für Dezember 30–35 Basispunkte eingepreist sind, was darauf hindeutet, dass Konjunkturdaten und Fed-Kommunikation die Ölpreisbewegungen überwiegen.
- •EUR/USD testet erneut die Widerstandszone von 1,1550–1,1560, entbehrt jedoch eines fundamentalen Treibers für einen nachhaltigen Ausbruch, sofern die anstehenden US-Daten nicht enttäuschen.
- •Schwedens CPIF ohne Energie stieg im Juli überraschend auf 0,6 %, dennoch hält ING an seiner Grundannahme fest, dass es vor Jahresende keine Zinserhöhungen der Riksbank geben wird, und peilt EUR/SEK bei 10,80 an.
- •Die Tschechische Nationalbank wird voraussichtlich die Zinsen bei 3,75 % belassen und eine Forward Guidance liefern, die im Vergleich zur Marktpreisgestaltung von zwei weiteren Erhöhungen eher gönig ausfällt, wobei EUR/CZK voraussichtlich um 24,20–24,25 handeln wird.

FX Daily: Der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte die Währungsvolatilität eindämmen
Daily Currencies Ratings — 06. August 2026
USD: Abwartende Haltung dürfte dominieren
Die Nachricht über ein Abkommen zwischen dem Iran und Oman zur Einrichtung einer sicheren Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormuz — eine Engstelle, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Seehandels mit Erdöl verläuft — hat die risikofreundliche Stimmung an den Devisenmärkten aufrechterhalten und eine Rotation vom US-Dollar hin zu Währungen mit höherer Beta begünstigt. Dennoch sind die Bewegungen der G10-Währungen diese Woche verhalten geblieben, höchstwahrscheinlich weil der morgige Bericht zu den US-Nicht-Landwirtschaftsbeschäftigungen — der meistbeobachtete monatliche Indikator für die Gesundheit des US-Arbeitsmarktes und notorisch schwer vorherzusagen — der wichtigste bevorstehende Katalysator ist.
Diese Vorsicht spiegelt sich in der Zinspreisgestaltung wider. Die Markterwartungen für die anstehenden Sitzungen der Federal Reserve haben sich seit der Juli-Ankündigung kaum verändert, wobei für September durchgehend 14–17 Basispunkte und für Dezember 30–35 Basispunkte eingepreist sind. Diese Stabilität hielt während einer Woche an, in der der Brent-Ölpreis um 15 USD pro Barrel fiel — ein klares Zeichen dafür, dass die US-Zinserwartungen derzeit weit stärker von Konjunkturdaten und der Kommunikation der Fed als von Energiepreisen gesteuert werden. In letztgenanntem Punkt haben die Fed-Beamten Daly, Cook und Kashkari gestern alle eher restriktive Kommentare abgegeben.
Was die Daten angeht, so fielen die ADP-Beschäftigungszahlen mit 44.000 etwas schwach aus, und der ISM-Services-Index stieg gestern weniger als erwartet auf 54,1. Der Beschäftigungsteilindex im Dienstleistungssektor fiel sharply auf 47,5, was laut dem Makro-Team von ING auf gewisse milde Abwärtsrisiken für die morgigen Beschäftigungszahlen hindeutet. Die Abweichung zwischen den schwachen ADP-Daten und der immer noch expansionären ISM-Services-Headline unterstreicht die Unsicherheit, mit der die Märkte bei der Positionierung für die Freitagsveröffentlichung konfrontiert sind.
Die Märkte warten zudem auf die nächsten Schlagzeilen zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Es scheint, dass an den Devisenmärkten kaum noch Pessimismus eingepreist ist, was bedeutet, dass positive Entwicklungen zu diesem Thema möglicherweise keine anhaltende Dollarschwäche auslösen. Mit dem bevorstehenden Arbeitsmarktbericht morgen könnte eine abwartende Haltung die Volatilität eindämmen und den Dollar grob in einer Seitwärtsrange halten.
Francesco Pesole
EUR: Gut gestützt
EUR/USD hat den Widerstandsbereich von 1,1550–1,1560 erneut getestet, gestützt durch einen weicheren Dollar und die solide Verteidigung der 1,1500-Marke zu Beginn der Woche. Allerdings gibt es keinen klaren fundamentalen Katalysator für einen Ausbruch nach oben, es sei denn, die US-Daten enttäuschen morgen. Wie oben erwähnt, schlägt sich der Rückgang der Ölpreise nicht in niedrigeren US-Kurzfrist-Zinsen nieder, sodass Konjunkturdaten der wesentliche Treiber bleiben, um weitere Gewinne im Paar zu stützen.
Da der wirtschaftliche Terminkalender der Eurozone heute kaum Top-Tier-Datenveröffentlichungen bietet, behält ING eine neutrale Haltung gegenüber EUR/USD bei. Das Paar könnte sich im Bereich von 1,1530–1,1550 vor dem morgigen US-Arbeitsmarktbericht stabilisieren.
Francesco Pesole
SEK: Höhere Kerninflation reicht nicht für Zinserhöhungen
Schwedens CPIF ohne Energie — wobei CPIF (Verbraucherpreisindex mit festen Zinssätzen) die Zielinflationsgröße der Riksbank ist — stieg im Juli überraschend von 0,4 % auf 0,6 %. Die Headline-Zahl verlangsamte sich wie erwartet von 1,3 % auf 0,7 %. Der leicht erhöhte Kernwert löste am Morgen eine bescheidene positive Reaktion der schwedischen Krone aus. Allerdings hatten die Märkte bereits eine Zinserhöhung der Riksbank bis Jahresende vollständig eingepreist, was das Aufwärtspotenzial für schwedische Kurzfrist-Zinsen begrenzte.
Selbst nach Bereinigung um die vorübergehenden Steuermaßnahmen, die die Preise künstlich drücken, erscheint der Inflationsausblick nicht stark genug, um eine so feste Marktüberzeugung hinsichtlich einer Straffung der Riksbank zu rechtfertigen. Während die restriktiven Risiken leicht gestiegen sind, bleibt die Grundannahme von ING unverändert: keine Zinserhöhungen vor Jahresende. Dementsprechend erwartet ING weiterhin einen relativ flachen Pfad für EUR/SEK und peilt bis Jahresende 10,80 an.
Francesco Pesole
CZK: CNB-Guidance wahrscheinlich weniger restriktiv als die Marktpreisgestaltung
Die Inflation im Juli in Tschechien brachte wenig Überraschungen und stieg von 1,5 % auf 1,7 % gegenüber dem Vorjahr. Niedrigere Lebensmittelpreise glichen teilweise höhere Kraftstoffkosten aus, während die Dienstleistungsinflation wieder auf 4,7 % gegenüber dem Vorjahr anzog, von 4,5 % im Juni. ING schätzt, dass die Kerninflation mit rund 2,8–2,9 % weitgehend unverändert blieb. Insgesamt sollten die jüngsten Inflationsdaten nur begrenzte Auswirkungen auf die heutige Sitzung der Tschechischen Nationalbank (CNB) haben.
ING erwartet, dass die CNB die Zinsen bei ihrer ersten Sitzung nach der Junierhöhung bei 3,75 % belassen wird, mit der sie als einzige Zentralbank in der CEE-Region die Geldpolitik straffte — eine Haltung, die im Kontrast zu den Lockerungs- oder Halte-Tendenzen der Partnerinstitutionen in Mittel- und Osteuropa steht. Im Mittelpunkt werden die Forward Guidance des Gouverneurs und die neue CNB-Prognose stehen. ING erwartet Abwärtsrevisionen des BIP, eine leicht niedrigere Headline-Inflation und einen niedrigeren EUR/CZK-Pfad, während stärkere Löhne, höhere EUR-Zinsen und der Eurozonen-Erzeugerpreisindex auf eine deutlichere Aufwärtsrevision an anderer Stelle hindeuten sollten. Insgesamt dürfte das Bild gemischt ausfallen, aber relativ zur aktuellen Marktpreisgestaltung wird erwartet, dass die Sitzung eher gönig ausfällt.
Trotz der jüngsten Zinsrallye in der Region preist die tschechische Kurve immer noch zwei Erhöhungen ein — die meisten im EMEA-Raum. Der Gouverneur wird die Tür für eine weitere Erhöhung wahrscheinlich offen halten, doch dies wäre immer noch weniger restriktiv als das, was die Märkte derzeit einpreisen.
Die tschechische Krone hat bei der jüngsten globalen Entspannungsrallye hinter ihren CEE-Partnern zurückgelegen, was ihre stärkere Sensibilität gegenüber Zinsen im Vergleich zum übrigen Raum und ihre niedrigere Beta widerspiegelt — das heißt, sie reagiert tendenziell weniger auf breite Verschiebungen der Risikoaversion als Regionalwährungen mit höherer Beta. Nach Ansicht von ING sollte die Marktpreisgestaltung einer weiteren Straffung die CZK auf der schwächeren Seite halten, wobei EUR/CZK voraussichtlich im Bereich von 24,20–24,25 handeln wird.
Frantisek Taborsky
Quelle: ING