US-Dollar stürzt ab, nachdem Juli-Non-Farm-Payrolls unerwartete Arbeitsplatzverluste offenbaren
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Non-Farm-Arbeitsplätze – ein scharfer Rückgang gegenüber dem Konsens von +80.000 und unter der niedrigsten Ökonomen-Schätzung.
- •Revisionen der beiden Vormonate verringerten die Beschäftigung um insgesamt 103.000 Stellen, wodurch der Dreimonatsdurchschnitt auf rund 20.000 Positionen fiel.
- •Nach der Veröffentlichung sank die vom Markt implizierte Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung der Federal Reserve im September von 57 % auf 44 %.
- •Der US-Dollar schwächte sich breit ab: USD/JPY verlor 127 Pips und USD/CAD fiel um 65 Pips, während Gold um 122 $ auf 4.360 $ stieg und S&P-500-Futures um 41 Punkte zulegten.
- •Seit Mai haben fast eine Million Arbeitnehmer den US-Arbeitsmarkt verlassen, was zu einem starken Rückgang der Erwerbsquote beitrug und Besorgnis über die wirtschaftliche Substanz weckte.

Der Juli-Bericht zu den US-Non-Farm-Payrolls offenbarte eine Wirtschaft in einem deutlich schlechteren Zustand, als Ökonomen erwartet hatten. Er drückte den US-Dollar breit nach unten und löste eine scharfe Neubewertung der Zinserhöhungserwartungen der Federal Reserve aus. Der Bericht fällt in eine sensible Phase für die Notenbanker, die versuchen, die Inflation einzudämmen, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen – ein Balanceakt, der weithin als „Soft Landing“ bezeichnet wird.
Den Daten zufolge verlor die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Arbeitsplätze – weit unter dem erwarteten Zuwachs von +80.000 und unter der niedrigsten Schätzung in der Umfrage unter Ökonomen. Auch die beiden vorangegangenen Monatsberichte wurden um insgesamt 103.000 Stellen nach unten korrigiert, wodurch der Dreimonatsdurchschnitt auf lediglich 20.000 Arbeitsplätze sank. Non-Farm-Payrolls unterliegen aufeinanderfolgenden Revisionen, was bedeutet, dass die Erstdruck in nachfolgenden Veröffentlichungen erheblich abweichen kann.
Die Märkte hatten zuvor auf eine Leitzinserhöhung der Federal Reserve im September gesetzt, die unmittelbar vor der Veröffentlichung mit 57 % eingepreist war. Nach Veröffentlichung der Daten sank diese Wahrscheinlichkeit auf 44 %.
Der US-Dollar fiel als Reaktion darauf sukzessive gegenüber allen Währungen. Das Paar USD/JPY stürzte besonders stark ab und verlor am Tag 127 Pips auf 157,14. Der Dollar verlor auch deutlich gegenüber dem kanadischen Dollar, da der zeitgleich veröffentlichte kanadische Arbeitsmarktbericht 75.100 neu geschaffene Arbeitsplätze auswies, verglichen mit 15.000 erwarteten. USD/CAD fiel um 65 Pips auf 1,3948 – der niedrigste Stand seit dem 15. Juni.
Gold profitierte erheblich vom Rückgang des Dollars und der Neubewertung der Zinserwartungen der Fed. Nach einem Aufwärtstrend zu Wochenbeginn stieg Gold um 122 $ auf 4.360 $, wobei das Wochenchart nach monatelangem Verkaufsdruck eine signifikante Erholung zeigte.
Die Aktienmärkte reagierten positiv, da die schwachen Beschäftigungszahlen die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungsmaßnahmen verringerten. Die S&P-500-Futures stiegen um 41 Punkte und verdoppelten damit in etwa die Aufschläge aus dem Pre-Market. Marktbeobachter merkten jedoch an, dass sich das Augenmerk der Aktienmärkte weiterhin überwiegend auf den KI- und Technologiesektor richtet als auf die feineren Verästelungen der Gesamtwirtschaft.
Am Anleihenmarkt fielen die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen um 6,8 Basispunkte auf 4,17 %. Zweijährige Renditen reagieren besonders sensibel auf Verschiebungen in den Erwartungen zur Geldpolitik der Fed. Der Rückgang spiegelte einen Zustrom zu sichereren Anlagen angesichts der Sorge vor einem möglichen wirtschaftlichen Einbruch wider.
Einige Analysten äußerten sich skeptisch hinsichtlich der Schwere des Berichts. Die Beschäftigungsindikatoren von ADP und ISM signalisierten keine größere Kontraktion oder einen plötzlichen Rückgang der US-Einstellungen, was darauf hindeutet, dass die Zahl in nachfolgenden Berichten wieder ansteigen könnte. Es wird erwartet, dass die Daten die Debatte darüber neu entfachen, welches Niveau monatlicher Beschäftigungsgewinne mit einem „vollbeschäftigten" US-Arbeitsmarkt vereinbar ist – insbesondere vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und geringer Einwanderung. Einige Mitglieder der Federal Reserve hatten zuvor erklärt, dass monatliche Zuwächse von etwa 20.000 Arbeitsplätzen ausreichend seien.
Ein besonders besorgniserregender Aspekt der Daten zum Arbeitskräftepotenzial war die Zahl der Arbeitnehmer, die den Arbeitsmarkt verließen. Seit Mai allein gingen fast eine Million Arbeitnehmer verloren, begleitet von einem starken Rückgang der Erwerbsquote.
US-Non-Farm-Payrolls im Juli: -23K vs. +80K erwartet
Kanada Juli Beschäftigungsveränderung: 75.1K vs. 15K erwartet