US-Flash-PMIs von S&P Global für Juli dürften stetiges Unternehmenswachstum bestätigen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die vorläufigen US-PMIs für Juli dürften eine anhaltende Expansion im privaten Sektor zeigen, wobei sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch der Dienstleistungssektor über 50 erwartet werden.
- •Der Marktkonsens sieht den Services PMI bei 51.0 nach 51.2 und den Manufacturing PMI bei 54.5 nach 53.9.
- •WTI-Rohöl ist im Juli angesichts zunehmender militärischer Spannungen zwischen den USA und Iran um nahezu 30% gestiegen, wodurch die Inputkosteninflation in den PMI-Daten stärker in den Fokus rückt.
- •Laut CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von fast 80% für eine Zinserhöhung der Federal Reserve um mindestens 25 Basispunkte bis September ein.
- •Rabobank-Analysten warnten, dass die vorläufige PMI-Umfrage die jüngste Eskalation im Nahen Osten oder den jüngsten Ölpreisanstieg möglicherweise nicht vollständig widerspiegelt.

S&P Global wird am Freitag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für Juli für die Vereinigten Staaten veröffentlichen. Diese unter führenden Führungskräften des Privatsektors durchgeführten Umfragen gelten weithin als früher Indikator für die wirtschaftliche Verfassung des Landes. Die Flash-Werte basieren auf teilweisen Umfrageantworten und erscheinen in der Regel rund eine Woche vor den endgültigen PMI-Zahlen, wodurch sie eine aktuellere, aber weniger vollständige Momentaufnahme der Bedingungen im privaten Sektor liefern.
Marktteilnehmer erwarten, dass der S&P Global Services PMI leicht von 51.2 im Juni auf 51.0 sinkt, während der S&P Global Manufacturing PMI von 53.9 auf 54.5 steigen dürfte. Beide Werte würden damit über der Schwelle von 50 im expansiven Bereich bleiben. Der Composite PMI, eine gewichtete Kombination der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor, die einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des privaten Sektors bietet, wird ebenfalls zusammen mit den sektorspezifischen Berichten veröffentlicht. Über die Gesamtwerte hinaus erfassen die Umfragen auch Daten zu Beschäftigung und Inputinflation, die beide die Bewertung des US Dollar (USD) beeinflussen könnten.
Inputkosten und Ölpreise im Fokus
Während die PMI-Umfragen voraussichtlich solide Geschäftsbedingungen im privaten Sektor bestätigen werden, könnten Details zu den Inputkosten die Marktvolatilität erhöhen. Obwohl schwächer als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten für Juni die Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im Juli gedämpft haben, hat der jüngste Anstieg der Ölpreise Anleger davon abgehalten, eine längere geldpolitische Pause einzupreisen.
Da die USA und Iran ihre militärische Aggression im Nahen Osten verstärken, ist Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) im Juli um nahezu 30% gestiegen. Unterdessen zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von fast 80% für eine Fed-Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte (bps) bis September einpreisen.
Erwartungen der Analysten
Mit Blick auf die PMI-Daten erklärten Analysten von TD Securities: "We expect both the S&P manufacturing and services PMIs to improve in July. Manufacturing is likely to rebound to 54.5, in line with strong regional surveys in the month (Empire and Philly Fed)."
"Meanwhile, services is likely to continue improving to 51.5. NY Fed services improved in July, and we expect S&P to begin catching up to ISM," fügten sie hinzu. Der Hinweis darauf, dass S&P zum ISM aufschließen dürfte, bezieht sich darauf, dass das Institute for Supply Management (ISM), eine separate und viel beachtete US-PMI-Reihe, in den vergangenen Monaten zeitweise von den Werten von S&P Global abgewichen ist.
Veröffentlichungszeitplan und Auswirkungen auf EUR/USD
Die Berichte zu S&P Global Global Manufacturing, Services und Composite PMI werden am Freitag um 13:45 GMT veröffentlicht. Wie erwähnt, dürften sie zeigen, dass die US-Geschäftsaktivität im Juli weiter expandiert hat.
Sollte die Veröffentlichung darauf hindeuten, dass Unternehmen mit steigenden Inputkosten konfrontiert sind und erwägen, diese Kosten über Preiserhöhungen an Verbraucher weiterzugeben, könnten die Märkte dies als Zeichen wieder aufkommenden Inflationsdrucks interpretieren. In diesem Szenario könnte der USD bis ins Wochenende hinein weiter an Stärke gewinnen und EUR/USD belasten.
Umgekehrt könnte ein unerwarteter Rückgang in den kontraktiven Bereich unter 50, entweder beim Gesamtindex für das Verarbeitende Gewerbe oder beim Dienstleistungs-PMI, den USD in der unmittelbaren Reaktion schwächen und EUR/USD dabei helfen, sich zu behaupten.
Spannungen im Nahen Osten könnten unterrepräsentiert sein
Analysten von Rabobank warnen, dass die ersten PMI-Signale für Juli die jüngsten geopolitischen Entwicklungen und Rohstoffmarktbewegungen möglicherweise nicht vollständig erfassen. Sie argumentieren, dass "this preliminary reading may understate the impact of the escalation in the Middle East," und weisen darauf hin, dass "the July poll was probably conducted in the past two weeks, so the results may be skewed if many respondents replied early – and therefore could not fully factor in the current situation in the Middle East, or this week's increase in oil prices."
Eren Sengezer, European Session Lead Analyst, gab einen technischen Ausblick für EUR/USD:
"EUR/USD trades below the 20-day Simple Moving Average (SMA) following multiple failed attempts to clear that level earlier in the week. Additionally, the Relative Strength Index (RSI) indicator on the daily chart stays near 40, reaffirming the bearish stance."
"On the downside, 1.1370-1.1350 (Bollinger Band lower arm, static level) aligns as the first support area ahead of 1.1270 (static level) and 1.1160 (static level). Looking north, the immediate resistance level could be spotted at 1.1420 (20-day SMA), followed by 1.1470 (Bollinger Band upper arm) and 1.1570 (100-day SMA)."