NachrichtenRohstoffe & ForexFX Daily: Gemeinsame Yen-Intervention dient als Eindämmungsmaßnahme

FX Daily: Gemeinsame Yen-Intervention dient als Eindämmungsmaßnahme

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die US- und japanischen Behörden führten eine gemeinsame FX-Intervention durch; Japan dürfte in drei Tagen 70–80 Milliarden US-Dollar verkauft haben, um den Yen zu stützen.
  • Der Dollar bleibt robust, da die Märkte für September weiterhin eine Fed-Zinserhöhung mit 16–17 Basispunkten einpreisen; diese Woche dürfte der US-Arbeitsmarkt entscheidend sein.
  • Japan will die FIMA-Repo-Fazilität der Fed nutzen, um Dollar gegen Treasuries aufzunehmen, statt US-Staatsanleihen direkt zu verkaufen.
  • Die bilaterale Intervention wirkt vor allem als Eindämmungsmaßnahme, die USD/JPY von einem Anstieg über 160 abhalten soll, ohne die fundamentale Politikdifferenz zwischen Fed und BoJ zu verändern.
  • CEE-Währungen, insbesondere der ungarische Forint und der polnische Zloty, könnten von einer besseren Risikostimmung und weiter sinkender Inflation in der Region profitieren.
FX Daily: Gemeinsame Yen-Intervention dient als Eindämmungsmaßnahme

FX Daily: Gemeinsame US-Japan-Yen-Intervention dient als Eindämmungsmaßnahme

Daily Currencies Ratings — 03/08/2026 — Source: ING

USD: Märkte preisen weiterhin eine Zinserhöhung der Fed ein

Theoretisch sollte der Dollar heute insgesamt schwächer sein, nachdem die US- und japanischen Behörden eine gemeinsame FX-Intervention bestätigt haben, wobei Japan in den vergangenen drei Tagen wahrscheinlich 70–80 Milliarden US-Dollar verkauft hat. Die direkte Beteiligung Washingtons ist dabei selbst bemerkenswert: Das US-Finanzministerium hat sich historisch nur zögerlich an FX-Interventionen beteiligt und Wechselkurse meist als marktbestimmt angesehen, solange keine akuten Risiken für die Finanzstabilität entstehen. Niedrigere Ölpreise — nach Berichten, wonach US-Präsident Donald Trump Verhandlungen statt militärischer Mittel im Umgang mit Iran bevorzugt — sollten den Dollar ebenfalls belasten.

Dass der Dollar nicht deutlich schwächer ist, dürfte mit der weiter offenen Frage zusammenhängen, ob die Federal Reserve im September die Zinsen anheben wird. Nachdem die Märkte nach der Pressekonferenz von Vorsitzendem Kevin Warsh in der vergangenen Woche kurzfristig weniger als 10 Basispunkte an Straffung eingepreist hatten, sind die Erwartungen inzwischen wieder auf 16–17 bp gestiegen, weil ein Ausbleiben einer Zinserhöhung wohl zu einem weiteren Ausverkauf am langen Ende führen würde. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt weiterhin über 5.20%, und die 30-jährige Hypothekenrate ist auf 6.75% gestiegen.

Es scheint, dass die Fed eine Zinserhöhung im September nur dann vermeiden kann, wenn die US-Daten ausreichend schwach ausfallen. Ein wichtiger Impuls kommt diese Woche in Form von US-Arbeitsmarktdaten, darunter JOLTS-Stellenangebote, ADP und der Non-Farm-Payrolls-Bericht am Freitag. Die Konsenserwartung für NFP liegt bei rund +75.000–80.000 und dürfte wohl nicht schwach genug sein, um eine Fed-Zinserhöhung auszuschließen. Anders gesagt: Ein nachhaltiger Ausverkauf des Dollars ist bislang nicht überzeugend begründet.

Heute dürfte der Fokus auf einem vergleichsweise starken ISM-Industriebericht für Juli liegen.

Der DXY-Dollarindex wird durch die USD/JPY-Interventionsgeschichte bewegt werden, doch mit abnehmendem marginalen Einfluss dieses Themas. Wir vermuten, dass der DXY in der Nähe von 99.35/40 Unterstützung finden könnte und diese Woche wieder über 100 steigen kann.

Chris Turner

EUR: Wie ist die Intervention bei EUR/JPY einzuordnen?

EUR/USD sollte sich eigentlich besser entwickeln, gestützt durch ordentliche harte Daten aus dem Euroraum in der vergangenen Woche, niedrigere Ölpreise und umfangreiche Dollarverkäufe aus Japan. Dass dies nicht der Fall ist, könnte teilweise mit der Meldung zusammenhängen, dass US-Behörden am Freitag Kurse bei EUR/JPY abgefragt und möglicherweise Verkäufe getätigt haben. Allerdings bezweifeln wir, dass solche Nachrichten den Euro nachhaltig beeinflussen werden. Zur Einordnung: Das US-Finanzministerium verfügt nur über rund 13 Milliarden US-Dollar an FX-Reserven in Euro ($1.2bn in deposits, $11.7bn in securities), was im Vergleich zu Tokios Aktivitäten an den FX-Märkten und dem globalen Devisenfluss kaum ins Gewicht fällt.

Wir vermuten, dass das US-Finanzministerium EUR/JPY verkauft haben könnte — also faktisch Yen-Investments im Exchange Stabilisation Fund auf Kosten des Euro erhöht hat — um der US-Öffentlichkeit nicht erklären zu müssen, warum es den Dollar verkauft.

Der wichtigere und nachhaltigeren Treiber für den EUR/USD-Trend wird die September-Entscheidung der Fed sein. Diese Frage ist weiterhin offen, und die US-Daten dieser Woche werden maßgeblich dafür sein, ob das Paar zum Ende der Woche die Widerstandszone bei 1.1615/20 testet oder wieder unter 1.15 handelt.

Chris Turner

JPY: Intervention als Eindämmungsmaßnahme

Die zentrale Nachricht ist die Beteiligung Washingtons an einer bilateralen Intervention mit Tokio. Die Fed hatte bereits im Januar Kurse abgefragt — ein Vorläufer einer Intervention — scheint aber am Freitag tatsächlich eingegriffen zu haben. Warum gerade jetzt? Möglicherweise kam US-Finanzminister Scott Bessent zu dem Schluss, dass ein schwacher Yen japanische Staatsanleihen (JGBs) belastet und dies wiederum auf Treasuries drückt. Bemerkenswert ist auch, dass Japan angedeutet hat, die neue FIMA-Repo-Fazilität der Fed nutzen zu wollen. Damit kann es Dollar gegen Bestände an US-Staatsanleihen aufnehmen, anstatt Treasuries zur Durchführung der Intervention direkt verkaufen zu müssen.

Zu diesem Thema gäbe es viel zu sagen, aber was bedeutet das für die Aussichten von USD/JPY? Diese Intervention ändert nichts an den Fundamentaldaten: Die Fed steht nahe vor einer Zinserhöhung, während Tokio weiterhin eine lockere Geld- und Fiskalpolitik verfolgt, die den Yen belastet. Wir sehen kaum, wie diese bilaterale Aktion USD/JPY nachhaltig unter 155 drücken könnte. Gleichzeitig dient sie aber als Eindämmungsmaßnahme, die Anleger davon abhält, USD/JPY über 160 zu treiben, und Tokio Zeit verschafft, weitere yenfreundliche Maßnahmen einzuführen. Dazu könnten auch stärkere Anreize für Investitionen in japanische Inlandsanlagen gehören.

Chris Turner

CEE: Bessere Stimmung stützt regionale Währungen, die Krone könnte zurückbleiben

Der neue Monat beginnt mit einem frischen Datenkalender, angeführt von der Türkei heute. Wir erwarten für Juli eine monatliche CPI-Inflation von 1.7%, womit die Jahresrate von 32.1% im Vormonat auf 31.7% sinken würde. Auf saisonbereinigter Basis, die die Zentralbank genau beobachtet, dürfte die Inflation im Juli wieder über 2% steigen und sich damit dem Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre annähern.

Am Mittwoch veröffentlicht Tschechien die Juli-Inflation, die unserer Erwartung nach von 1.5% auf 1.7% im Jahresvergleich steigen wird, getrieben von höheren Kraftstoffpreisen nach dem Ende der reduzierten Dieselverbrauchsteuer und der Margendeckelung an Tankstellen. Am Donnerstag folgt die Sitzung der Tschechischen Nationalbank, bei der die Zinsen voraussichtlich unverändert bei 3.75% bleiben; im Fokus stehen die neue Prognose und der Ausblick, die wir im Vergleich zur Marktbepreisung eher dovish erwarten.

Ungarn veröffentlicht am Freitag die Juli-Inflation, und wir rechnen mit einem weiteren Rückgang von 1.7% auf 1.2%, unter den Erwartungen des Marktes und der Nationalbank von Ungarn.

Wie schon in den vergangenen Wochen geben Meldungen aus dem Nahen Osten zu Wochenbeginn den Ton an. Das Ausbleiben weiterer Eskalation deutet auf eine konstruktivere Stimmung in den kommenden Tagen hin, während neue Höchststände im EUR/USD einige Gewinne bei CEE-Währungen stützen sollten. EUR/HUF erreichte am Freitag lokale Höchststände nahe 365, getrieben von globaler Risikoaversion und Nachrichten aus Ungarn über die vorübergehende Schließung eines Kernkraftwerks, was sowohl die Industrieproduktion als auch die Energieimporte beeinflussen könnte. Aufgrund seiner derzeitigen Sensitivität gegenüber der globalen Risikostimmung dürfte der Forint in der Region am stärksten profitieren, gefolgt vom polnischen Zloty. Im Gegensatz dazu wird EUR/CZK weiterhin vor allem durch den Zinsunterschied bestimmt, und die Sitzung der CNB in dieser Woche sollte einen dovishen Ton liefern, der EUR/CZK über 24.250 treiben dürfte.

Frantisek Taborsky Source: ING

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