Gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans könnte einen Wendepunkt für den Yen markieren, sagen MUFG und BofA
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Vereinigten Staaten und Japan führten am vergangenen Donnerstag eine seltene koordinierte Währungsintervention durch, um der übermäßigen Schwäche des Yen entgegenzuwirken, wobei eine US-Beteiligung an Devisenmarktinterventionen ungewöhnlich ist.
- •MUFG ist der Ansicht, dass die gemeinsame Intervention einen Wendepunkt für den Yen markieren könnte, da die Hinwendung der BOJ zur geldpolitischen Normalisierung und mögliche schnellere Zinserhöhungen den Zinsabstand zu den Vereinigten Staaten verengen könnten.
- •Bank of America identifiziert die Marke von 155 als kritische Schwelle für USD/JPY und legt dar, dass ein Bruch darunter Stop-Loss-Verkäufe auslösen und die Absicherungsstrategien von Unternehmen verändern könnte.
- •Die jüngste BOJ-Tankan-Umfrage zeigt, dass japanische Unternehmen für das aktuelle Geschäftsjahr von USD/JPY-Niveaus in den unteren 152ern ausgehen, wobei 150 und 155 als weit verbreitete Planungsannahmen dienen.
- •Die Marktteilnehmer beobachten aufmerksam die anstehenden BOJ-Geldpolitsitzungen auf Signale zum Tempo weiterer Zinserhöhungen sowie etwaige zusätzliche Erklärungen zur Interventionsbereitschaft.

Die kürzliche gemeinsame Währungsintervention der Vereinigten Staaten und Japans hat dem Markt für die wichtigsten Währungen neue Dynamik verliehen. Eine Beteiligung der USA an Devisenmarktinterventionen ist selten, weshalb die koordinierte Aktion ein bemerkenswertes Signal dafür ist, dass beide Regierungen die übermäßige Schwäche des Yen als eine Entwicklung sahen, die eine gemeinsame Reaktion erforderte. Japans Bereitschaft zu einer Intervention war weithin erwartet worden und wurde am vergangenen Donnerstag bestätigt. Die anfängliche Marktreaktion entsprach den Erwartungen, woraufhin Japan zusätzliche Unterstützung anforderte, falls Händler seine Entschlossenheit zum eigenständigen Handeln auf die Probe stellten.
MUFG ist der Ansicht, dass die jüngste koordinierte Aktion einen Wendepunkt für den Yen signalisieren könnte. Das Unternehmen sieht schnellere Zinserhöhungen der Bank of Japan (BOJ) als potenziellen Rückenwind, der die Währung selbst angesichts anhaltender fiskalischer und wirtschaftlicher Herausforderungen stärken könnte. Der mehrjährige Verfall des Yen wurde maßgeblich durch den weiten Zinsabstand zwischen Japan und den USA angetrieben, da die BOJ eine ultralockere Geldpolitik beibehielt, während die Federal Reserve die Zinsen aggressiv anhob. Die Hinwendung der BOJ zur Normalisierung, einschließlich ihres Austritts aus dem Negativzinsumfeld Anfang 2024, stützt die Erwartung eines sich verengenden Zinsabstands.
MUFG deutet an, dass die Vereinigten Staaten möglicherweise eine Verständigung mit Japan erzielt haben, wonach die BOJ ihre Geldpolitik als Teil der Vereinbarung zur Teilnahme an der gemeinsamen Intervention weiter normalisieren würde. Obwohl das Unternehmen einräumt, dass dies spekulativ ist, verweist es auf eine Aussage von Mimura, der nach der koordinierten Aktion erklärte: „Ich habe ein gemeinsames Verständnis mit der BOJ.“
MUFG argumentiert:
„Insgesamt geben uns die jüngsten Entwicklungen mehr Vertrauen in unsere Prognose, dass der Yen dabei ist, einen Boden zu finden. Die Drohung weiterer gemeinsamer Interventionen und ein schnelleres Tempo der BOJ-Zinserhöhungen sollten dem Yen mehr Unterstützung bieten und Spekulanten davon abhalten, erhöhte Short-Positionen im Yen zu halten.“
Auch Bank of America (BofA) erkennt in der gemeinsamen Intervention einen bedeutenden Wendepunkt für das USD/JPY-Umfeld. Das Unternehmen identifiziert jedoch die Marke von 155 als die kritische Schwelle, die über die nächste Richtung des Währungspaares entscheiden wird, trotz der jüngsten Bemühungen zur Stützung des Yen.
BofA erklärt:
„Wir glauben, dass ein Bruch unter 155 eine bedeutende Verschiebung der Marktdynamik auslösen könnte. Wenn 155 hält, werden die Marktteilnehmer es wahrscheinlich weiterhin als Boden ansehen und erneut Short-Positionen im Yen aufbauen. Umgekehrt könnte ein anhaltender Rückgang unter 155 Stop-Loss-Verkäufe im USD/JPY auslösen.“
BofA weist zudem darauf hin, dass die jüngste BOJ-Tankan-Umfrage zeigte, dass japanische Unternehmen für das aktuelle Geschäftsjahr von USD/JPY-Niveaus in den unteren 152ern ausgehen. Das Unternehmen folgert, dass 150 und 155 zu den am weitesten verbreiteten Planungsannahmen der Unternehmen gehören. Angesichts des wachsenden Konsenses über eine Schwäche des Yen in diesem Jahr könnten die Absicherungsquoten gesunken sein.
„Ein Bruch unter 155 könnte daher Unternehmens-Hedger dazu veranlassen, dazu überzugehen, USD/JPY bei Kurserholungen zu verkaufen, anstatt an USD/JPY-Carry-Positionen festzuhalten“, fügte BofA hinzu.
Über das 155-Niveau hinaus werden die Marktteilnehmer voraussichtlich die anstehenden BOJ-Geldpolitsitzungen im Auge behalten, um Signale zum Tempo weiterer Zinserhöhungen sowie etwaige zusätzliche Erklärungen von US- oder japanischen Beamten hinsichtlich der Interventionsbereitschaft zu erhalten.
Quelle: Investinglive