Zinskosten der US-Bundesschulden erreichten in den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2026 857 Milliarden US-Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Regierung gab in den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2026 857 Milliarden US-Dollar für Schuldzinsen aus und übertraf damit die Ausgaben für Militär und Medicare.
- •Das Bundesdefizit erreichte bis Juni 2026 1,4 Billionen US-Dollar und trug zu einer gesamten Staatsverschuldung von 39,64 Billionen US-Dollar bei.
- •Der One Big Beautiful Bill Act der Trump-Regierung dürfte die Steuereinnahmen im kommenden Jahrzehnt um 5 Billionen US-Dollar senken.
- •Das Department of Government Efficiency erzielte laut einer Analyse eines wirtschaftspolitischen Forschungsinstituts vor seiner Schließung keine erheblichen Kostensenkungen.
- •Regierungsbehörden warnen, dass die steigende Staatsverschuldung für Amerikaner höhere Kreditkosten, Inflation und stagnierende Löhne zur Folge haben könnte.

Die US-Bundesregierung gab von Oktober 2025 bis Juni 2026 857 Milliarden US-Dollar für Nettozinskosten aus, wie aus einer Haushaltsprüfung des Congressional Budget Office vom 9. Juli hervorgeht. Damit zählt der Schuldendienst zu den größten Ausgabenposten im Bundeshaushalt.
Die Zahl umfasst die ersten neun Monate des Fiskaljahres 2026, das am 1. Oktober 2025 begann. Im selben Zeitraum belief sich das Bundesdefizit — also der Betrag, um den die Staatsausgaben die Steuereinnahmen übersteigen — laut CBO auf 1,4 Billionen US-Dollar. Das waren 35 Milliarden US-Dollar mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die anhaltende Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen hat laut dem U.S. Department of the Treasury dazu beigetragen, dass die Staatsverschuldung im Juli 2026 39,64 Billionen US-Dollar erreichte. Die vom Finanzministerium ausgewiesene Staatsverschuldung umfasst sowohl von der Öffentlichkeit gehaltene Schulden als auch innerstaatliche Verbindlichkeiten.
Nettozinskosten von 857 Milliarden US-Dollar über neun Monate entsprechen etwa 95,2 Milliarden US-Dollar pro Monat. Umgelegt auf rund 129 Millionen US-Haushalte, basierend auf Haushaltsdaten des U.S. Census Bureau, entspricht das ungefähr 737 US-Dollar pro Haushalt und Monat. Der Betrag ist keine direkte Rechnung an die Haushalte, verdeutlicht aber die Größenordnung der staatlichen Kreditkosten.
Schuldendienst ist zu einem großen Haushaltsposten geworden
Der Schuldendienst des Bundes ist zu einem der größten Ausgabenposten der Regierung geworden. Laut der CBO-Prüfung überstiegen die Nettozinskosten im Zeitraum von Oktober 2025 bis Juni 2026 die Bundesausgaben für das Militär oder Medicare.
Zinsausgaben unterscheiden sich von vielen Programmkosten, da sie weitgehend frühere Kreditentscheidungen und die jeweils geltenden Zinssätze auf Staatsanleihen widerspiegeln. Wenn ältere Schulden fällig werden und refinanziert werden, können Änderungen der Marktzinsen die künftige Zinslast der Regierung beeinflussen.
Wie jeder Kreditnehmer kann die Bundesregierung eine Schuldenlast durch höhere Einnahmen, niedrigere Ausgaben oder eine Kombination aus beidem angehen. Die im Ausgangsartikel genannten aktuellen fiskalischen Maßnahmen weisen in unterschiedliche Richtungen.
Der One Big Beautiful Bill Act, kurz OBBBA, der Trump-Regierung dürfte laut der Tax Foundation die Steuern — eine Einnahmequelle des Staates — zwischen 2025 und 2034 um 5 Billionen US-Dollar senken.
Gleichzeitig hat das Department of War für das Fiskaljahr 2027 Mittel in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar beantragt. Dieser Antrag entspricht einer Erhöhung um 42% in einem Bereich, der bereits zu den größten Posten im Bundeshaushalt zählt.
Sparbemühungen wurden zudem mit dem Department of Government Efficiency, kurz DOGE, des Milliardärs Elon Musk in Verbindung gebracht. Eine Analyse des Center for Economic and Policy Research kam zu dem Schluss, dass DOGE vor seiner Schließung keine nennenswerte Veränderung bewirkte.
Mögliche Auswirkungen laut Finanzbehörden
Das U.S. Government Accountability Office erklärte, eine hohe und weiter steigende Bundesverschuldung könne Amerikaner durch höhere Kreditkosten, Inflation und stagnierende Löhne treffen.
Die Vereinigten Staaten verfügen zudem über ein staatliches Kreditrating von AA+ von S&P Global Ratings und liegen damit unter den AAA-Ratings mehrerer Vergleichsländer, darunter Kanada, Australien und Deutschland, wie die Peter G. Peterson Foundation berichtet. Die Stiftung erklärte, eine wachsende Schuldenlast könne das Risiko weiterer Herabstufungen der Kreditwürdigkeit erhöhen.
Unabhängig davon berechnete The Budget Lab der Yale University, dass jede Erhöhung des Primärdefizits um 1% des Bruttoinlandsprodukts die Kaufkraft der Haushalte über fünf Jahre um 300 bis 1.250 US-Dollar verringern könnte. Ein Primärdefizit schließt Nettozinskosten aus und wird daher von Haushaltsanalysten genutzt, um aktuelle politische Entscheidungen von den Kosten für den Schuldendienst bereits aufgelaufener Verbindlichkeiten zu trennen.
Die Beseitigung des fiskalischen Ungleichgewichts würde voraussichtlich politisch schwierige Maßnahmen erfordern. Der Ausgangsartikel nannte als Beispiele Steuererhöhungen, Kürzungen bei Social Security oder reduzierte staatliche Dienstleistungen.
Zu den im Artikel zitierten Quellen gehörten das Congressional Budget Office, das U.S. Department of the Treasury, das U.S. Census Bureau, die Tax Foundation, das Office of Policy Planning, das Center for Economic and Policy Research, das U.S. Government Accountability Office, die Peter G. Peterson Foundation und Yale Budget Lab.