Verbrauchervertrauen des Conference Board sinkt im Juli auf 90,8 und bleibt unter der Prognose
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board fiel im Juli auf 90,8 nach revidierten 92,2 im Juni und lag damit unter der Prognose von 92,3.
- •Der Index der aktuellen Lage schwächte sich zum dritten Monat in Folge ab, da die Verbraucher die Geschäftslage und den Arbeitsmarkt weniger positiv beurteilten.
- •Der Erwartungsindex lag unverändert bei 74,7 und damit weiterhin unter 80, einem Niveau, das historisch mit einem höheren Rezessionsrisiko verbunden ist.
- •Das Conference Board teilte mit, dass sowohl die durchschnittlichen als auch die medianen 12-Monats-Inflationserwartungen im Juli geringer ausfielen, nannte aber keine Zahlen.

Das Conference Board teilte mit, dass sich das Verbrauchervertrauen in den USA im Juli abgeschwächt hat. Der Gesamtindex fiel auf 90,8 nach revidierten 92,2 im Vormonat. Der Wert lag zudem unter der Schätzung von 92,3.
Dana M. Peterson, Chefökonomin des Conference Board, sagte:
"Consumer confidence moderated slightly in July, continuing a general downward trajectory that has been in place since late 2021. The Present Situation Index weakened for a third consecutive month, while the Expectations Index remained in negative territory.
"Consumers were less positive about current business conditions and, to a lesser extent, the labor market. Looking ahead, they see little improvement in business conditions over the next six months. Expectations for the labor market became slightly less negative, while income expectations eased but remained generally optimistic."
Aktuelle Lage
Der Index der aktuellen Lage schwächte sich im Juli ab, da die Verbraucher die gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen weniger positiv einschätzten.
Die Nettoeinschätzung der Geschäftslage fiel um 2,6 Prozentpunkte auf +1,1 % und blieb damit nur knapp im positiven Bereich.
Auch die Einschätzung des Arbeitsmarkts kühlte sich etwas ab; der Differenzwert zum Arbeitsmarkt sank um 0,7 Prozentpunkte auf +3,1 %.
Der Rückgang wurde vor allem dadurch verursacht, dass weniger Verbraucher Jobs als "plentiful" bezeichneten, während der Anteil derjenigen, die Jobs als "hard to get" einschätzten, leicht zurückging. Diese Kombination ist wichtig, weil der Arbeitsmarktwert einer der am genauesten beobachteten Indikatoren der Conference-Board-Umfrage für die Konsumbedingungen ist, die wiederum für die breitere US-Wirtschaft von Bedeutung sind.
Erwartungen
Der Erwartungsindex blieb im Juli unverändert, auch wenn die Details gemischt ausfielen.
Die Erwartungen zur Geschäftslage verschlechterten sich, wobei der Nettosaldo um 1,5 Prozentpunkte auf -3,3 % sank.
Die Einkommenserwartungen gaben leicht nach und fielen um 0,5 Prozentpunkte auf +7,3 %, blieben insgesamt aber positiv.
Die Erwartungen für den Arbeitsmarkt verbesserten sich um 1,3 Prozentpunkte, blieben jedoch im negativen Bereich und signalisieren damit, dass die Verbraucher weiterhin davon ausgehen, dass sich die Beschäftigungsbedingungen in den nächsten sechs Monaten verschlechtern werden.
Das Conference Board erklärte, dass sich die Kennzahlen zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen weiterhin auseinanderentwickeln: Die aktuelle Lage verschlechtert sich, während die Erwartungen weitgehend seitwärts tendieren. Ein Erwartungsindex unter 80 wurde historisch mit einem erhöhten Rezessionsrisiko in Verbindung gebracht und lag im größten Teil von 2025 und 2026 unter diesem Niveau.
Inflationserwartungen
Das Conference Board nannte in dieser Veröffentlichung keinen numerischen Wert für die Inflationserwartungen. Stattdessen hieß es:
- Die durchschnittlichen 12-Monats-Inflationserwartungen waren im Juli weniger erhöht.
- Auch die medianen 12-Monats-Inflationserwartungen waren im Juli weniger erhöht.
Die Grafik zeigte, dass sich beide Kennzahlen vom jüngsten Anstieg nach oben teilweise zurückgebildet haben.
Kurzüberblick
- Verbrauchervertrauen: 90,8 gegenüber 92,2 zuvor, minus 1,4 Punkte
- Aktuelle Lage: 114,9 gegenüber 118,5 zuvor, minus 3,6 Punkte
- Erwartungen: 74,7 gegenüber 74,7 zuvor, unverändert und weiterhin unter dem Niveau von 80, das häufig mit Rezessionsrisiken verbunden ist
- Inflationserwartungen: Sowohl der Durchschnitt als auch der Median gingen zurück, aber es wurden keine Zahlen veröffentlicht
Der Consumer Confidence Index (CCI) des Conference Board misst, wie optimistisch oder pessimistisch US-Verbraucher die aktuelle und künftige Wirtschaftslage einschätzen. Da die Konsumausgaben etwa zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmachen, gilt der Bericht als wichtiger Gradmesser für die künftige wirtschaftliche Aktivität.
Was er misst:
Aktuelle Bedingungen im Unternehmens- und Arbeitsmarkt.
Erwartungen für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Einkommen in den nächsten sechs Monaten.
Das allgemeine Verbrauchervertrauen.
Warum das wichtig ist:
Höheres Vertrauen: Deutet auf stärkere Konsumausgaben hin und stützt Wirtschaftswachstum, Aktien, Treasury-Renditen und möglicherweise den US-Dollar.
Niedrigeres Vertrauen: Kann darauf hindeuten, dass Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren, was das Wachstum belastet und die Erwartungen an Zinssenkungen der Fed erhöht.
Wichtiger Wert, der beobachtet werden sollte:
Ein Erwartungsindex unter 80 wurde historisch mit einem erhöhten Rezessionsrisiko in Verbindung gebracht.
Die Märkte achten auch auf den Erwartungsindex und den Arbeitsmarktdifferentialwert (Jobs plentiful vs. hard to get), um Hinweise zur Wirtschaft und zur künftigen Geldpolitik der Federal Reserve zu erhalten.