NachrichtenMakroUS- und Kanada-Handelsteams eilen, um vor Ablauf der Zollfrist eine Einigung zu erzielen

US- und Kanada-Handelsteams eilen, um vor Ablauf der Zollfrist eine Einigung zu erzielen

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein vorgeschlagenes Abkommen würde die Zölle auf in Kanada gebaute Fahrzeuge von 25% auf 15% senken und die Abgaben auf Stahl und Aluminium von 50% auf 25% reduzieren, wobei für diese Senkungen Quoten möglich sind.
  • Präsident Trump verschob die Frist für einen umfassenden 50%igen Zoll auf kanadische Importe von August 19 auf August 22, nachdem die Verhandlungen ausreichend Fortschritte gemacht hatten.
  • Die Zollandrohung stützt sich auf Section 338 des Tariff Act von 1930, eine Bestimmung, die Zölle von bis zu 50% erlaubt und seit ihrem Inkrafttreten nie formell angewendet wurde.
  • Ein Scheitern der Gespräche bis August 22 würde einen 50%igen Zoll auf rund $20 billion kanadische Waren auslösen, einen Teil des mehr als $700 billion umfassenden jährlichen Warenhandels zwischen den beiden Ländern.
  • Kanada ist der größte ausländische Lieferant von US-Stahl und -Aluminium, und das USMCA-Abkommen, das den nordamerikanischen Handel regelt, soll 2026 einer gemeinsamen Überprüfung unterzogen werden.
US- und Kanada-Handelsteams eilen, um vor Ablauf der Zollfrist eine Einigung zu erzielen

Die Vereinigten Staaten und Kanada befinden sich in der Schlussphase der Handelsverhandlungen, wobei beide Seiten unter Zeitdruck stehen, um eine neue Zollrunde auf rund $20 billion kanadische Waren abzuwenden.

Präsident Trump hatte ursprünglich den 19. August als Auslösezeitpunkt für einen umfassenden 50%igen Zoll auf kanadische Importe festgelegt und anschließend nach ausreichendem Fortschritt der Gespräche eine dreitägige Verlängerung bis zum 22. August gewährt.

Was auf dem Tisch liegt

Nach dem derzeit ausgehandelten Vorschlag würde der Zoll auf in Kanada gebaute Fahrzeuge von 25% auf 15% sinken, während die Abgaben auf kanadischen Stahl und Aluminium von 50% auf 25% fallen würden — wobei diese Senkungen mit Quoten versehen sein könnten. Umfang und Durchsetzung möglicher Quoten gehören zu den wichtigsten Punkten, die in einem endgültigen Text zu beobachten sind.

Der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer leiten die Verhandlungen. Washington stützt seine Forderungen auf eine Bestimmung des Tariff Act von 1930, ein Handelsgesetz aus der Zeit der Großen Depression, das wieder hervorgeholt wurde, um auf das zu reagieren, was die USA als diskriminierende kanadische Politik in den Märkten für Automobile, Milchprodukte und Alkohol bezeichnen. Die Bestimmung, Section 338, erlaubt Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Ländern, die den US-Handel diskriminieren — daher die angedrohte Obergrenze von 50 Prozent — und wurde seit ihrem Inkrafttreten nie formell angewendet. Die Beschwerde im Milchsektor knüpft zudem an einen laufenden Streit an: Die USA setzten sich 2022 und erneut 2023 in USMCA-Streitbeilegungsverfahren zu Kanadas Zuteilung von Milchquoten durch.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat die Provinzführer während des gesamten Prozesses auf dem Laufenden gehalten, insbesondere bei den Streitpunkten rund um den Verkauf US-amerikanischer Alkoholprodukte auf kanadischen Märkten. Die Rolle der Provinzen ist strukturell — der Alkoholvertrieb in Kanada läuft überwiegend über die provinziellen Alkoholbehörden, von denen mehrere ihre US-Produkte Anfang des Jahres als Reaktion auf frühere amerikanische Zollmaßnahmen aus den Regalen genommen hatten.

Warum sich die Frist weiter verschiebt

Die geplante Senkung von 25% auf 15% bei Fahrzeugen würde Unternehmen mit grenzüberschreitenden Lieferketten spürbare Entlastung verschaffen. Die nordamerikanische Autoindustrie ist eng verflochten; Teile und Komponenten überqueren die US-kanadische Grenze mehrfach, bevor ein fertiges Fahrzeug vom Band läuft. Diese Integration ist Teil des USMCA, des Abkommens, das NAFTA im Jahr 2020 ersetzt hat und selbst 2026 einer gemeinsamen Überprüfung durch die drei Mitgliedstaaten unterzogen werden soll — ein weiterer Meilenstein für den nordamerikanischen Handel über die Frist dieses Monats hinaus.

Stahl und Aluminium zeigen ein ähnliches Bild. Kanadische Produzenten decken einen erheblichen Teil der US-Nachfrage der Industrie nach beiden Metallen ab — Kanada ist der größte ausländische Lieferant von US-Stahl und -Aluminium — und das derzeitige Zollniveau von 50% hat die Margen auf beiden Seiten der Grenze belastet. Eine Halbierung dieses Satzes würde amerikanischen Herstellern in den Bereichen Bau, Infrastruktur und Verteidigung Entlastung verschaffen, da diese höhere Inputkosten getragen haben.

Was passiert, wenn die Gespräche scheitern

Ein Scheitern bis zum 22. August würde den vollen 50%igen Zoll auf die $20 billion gezielten kanadischen Waren auslösen — zusätzlich zu den bereits bestehenden Handelsmaßnahmen zwischen den beiden Ländern. Die Zielauswahl macht nur einen Bruchteil des mehr als $700 billion schweren jährlichen Zwei-Wege-Warenhandels aus, der Kanada zu einem der größten Handelspartner der Vereinigten Staaten macht.

An den Devisenmärkten würde ein gescheitertes Abkommen den kanadischen Dollar wahrscheinlich schwächen, während eine erfolgreiche Einigung kurzfristig stützend wirken könnte. Breitere Aktienmärkte, insbesondere Sektoren mit Bezug zur nordamerikanischen Fertigung, verfolgen den 22. August genau.