Ukrainischer Drohnenangriff löst neues Feuer im russischen Hafen Ust-Luga aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Ust-Luga, einer der bedeutendsten russischen Ostsee-Exporthäfen, erlitt durch einen neuen ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer und Schäden; das getroffene Objekt und das Ausmaß der Schäden sind unbestätigt.
- •Russische Behörden meldeten, dass über Nacht 44 Drohnen über der Region Leningrad abgeschossen wurden.
- •Die Raffinerie Janos, eine der fünf größten Ölraffinerien Russlands, hat laut Berichten zwei ihrer drei Rohrdestillationsanlagen nach dem Angriff stillgelegt.
- •Die ukrainische Langstrecken-Drohnenstrategie zielt auf russische Raffinerie- und Exportinfrastruktur ab, um Moskaus Kriegseinnahmen zu reduzieren.
- •Wiederholte Angriffe auf Ust-Luga, darunter frühere Angriffe auf Novatek-nahe Anlagen, bergen fortlaufende Risiken für Schifffahrt, Versicherungen und Frachtoperationen im Hafen.

Ein neuer ukrainischer Drohnenangriff hat in Ust-Luga, einem der bedeutendsten russischen Ostsee-Exporthäfen, ein Feuer ausgelöst und Schäden verursacht.
Alexander Drosdenko, Gouverneur der russischen Region Leningrad, bestätigte am frühen Dienstagmorgen, dass im Hafengebiet Schäden entstanden waren, während Rettungskräfte im Einsatz waren, als der Angriff noch abgewehrt wurde. Russische Behörden meldeten, dass über Nacht in der Region 44 Drohnen abgeschossen worden seien. Welche Anlage konkret getroffen wurde und wie groß die Schäden sind, ist noch unbestätigt.
Die Raffinerie Janos, eine der fünf größten Ölraffinerien Russlands und ein wichtiger Lieferant für Moskau und Zentralrussland, hat laut Berichten nach dem Angriff zwei ihrer drei Rohrdestillationsanlagen stillgelegt.
Ust-Luga wickelt große Mengen an Rohöl, Erdölprodukten, Kohle, LNG, Gaskondensat und Düngemitteln ab und ist damit eines der strategisch wichtigsten Exporthäfen Russlands. Die Bedeutung des Hafens ergibt sich unter anderem aus seiner Lage an der Ostsee, westlich von Sankt Petersburg, die Russland eine Exportroute ohne Durchquerung der dänischen Meerengen bietet. Seit den Sanktionen nach der groß angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 ist der Hafen für russische Energieexporte zunehmend wichtig geworden.
Die Ukraine verfolgt eine Strategie weitreichender Drohnenangriffe auf russische Raffinerie- und Exportinfrastruktur, mit dem Ziel, die Einnahmen zu schmälern, die Moskaus Kriegsführung finanzieren. Angriffe auf Raffinerien und Terminals haben wiederholt Stillstände und Reparaturen an russischen Verarbeitungsanlagen erzwungen und beeinträchtigten Exporte von Kraftstoffen wie Diesel, bei denen Russland ein wichtiger globaler Lieferant war.
Der Vorfall vom Dienstag ist Teil eines umfassenderen Musters. Wie Splash am 14. August berichtete, zielten ukrainische Drohnen erneut auf Ust-Luga, darunter auch Anlagen des russischen Gasproduzenten Novatek. Der Hafen war zudem im März einer intensiven Angriffsserie ausgesetzt: Ein Angriff am 25. März setzte den Gaskondensatkomplex von Novatek in Brand, und sechs Tage später berichtete Splash, dass Ust-Luga in gut einer Woche zum dritten Mal getroffen worden war. Satellitenbilder zeigten mindestens acht zerstörte oder beschädigte Lagertanks.
Russland hat anschließend die Sicherheit rund um die Ostseeschifffahrt verschärft, einschließlich umfangreicher Unterwasserrumpfinspektionen nach mutmaßlichen Sabotagevorfällen mit Tankern, die Ust-Luga anliefen. Die wiederholten Angriffe auf Ust-Luga und die umliegende Ostseeinfrastruktur verweisen auf ein anhaltendes Risiko für Schifffahrts- und Frachtoperationen in einem Hafen, der einen erheblichen Anteil der russischen Seetransportexporte abwickelt – ein Thema, das Reeder, Versicherer und Ladungsinteressen angesichts fortgesetzter Angriffe verfolgen.