NachrichtenRohstoffe & ForexUkraine greift Noworossijsk, Russlands wichtigen Schwarzmeer-Ölhafen, bei nächtlichem Drohnenangriff an

Ukraine greift Noworossijsk, Russlands wichtigen Schwarzmeer-Ölhafen, bei nächtlichem Drohnenangriff an

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der nächtliche Drohnenangriff der Ukraine auf Noworossijsk tötete vier Zivilisten und setzte ein Heizölterminal im Hafen in Brand.
  • Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme bestätigte, dass der Angriff auf den Marinestützpunkt in Noworossijsk russische Militärschiffe, darunter Raketenträger, zerstörte.
  • Die zum Hafen Noworossijsk führende CPC-Pipeline transportiert mehr als 80 % der kasachischen Rohölexporte und wird von Produzenten wie Chevron und ExxonMobil genutzt.
  • Frühere Angriffe führten zu vorübergehenden Aussetzungen der Ölladungen in Noworossijsk und am nahe gelegenen CPC-Exportterminal.
  • Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben eine Treibstoffkrise ausgelöst, woraufhin Russland sein Diesel-Exportverbot bis Ende September verlängerte.
Ukraine greift Noworossijsk, Russlands wichtigen Schwarzmeer-Ölhafen, bei nächtlichem Drohnenangriff an

Die Ukraine startete am Mittwoch einen nächtlichen Drohnenangriff auf Infrastruktur in Noworossijsk, wo sich Russlands wichtigstes Ölterminal am Schwarzen Meer befindet. Dabei wurden vier Menschen getötet und Berichten zufolge ein Heizölterminal im Hafen in Brand gesetzt.

Ukrainische Drohnen trafen am frühen Mittwoch Gebäude in Noworossijsk und der näheren Umgebung. Dies erklärte der Bürgermeister der Stadt, Andrey Kravchenko, auf seinem Telegram-Kanal. Dabei seien vier Zivilisten getötet und zivile Infrastruktur beschädigt worden.

Robert "Magyar" Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme (USF), bestätigte, dass ukrainische Kräfte in der Nacht vom 8. auf den 9. September den Marinestützpunkt in Noworossijsk angegriffen und russische Militärschiffe, darunter Raketenträger, zerstört hätten.

Der nächtliche Angriff setzte außerdem ein Heizölterminal in Noworossijsk in Brand, wie ukrainische Medien unter Berufung auf Beiträge in sozialen Netzwerken berichteten.

In demselben Hafen befinden sich somit sowohl ein russischer Marinestützpunkt als auch Ölexportinfrastruktur. Militärische Anlagen und Rohöltransporte liegen an diesem Standort am Schwarzen Meer unmittelbar nebeneinander.

Wiederholte Angriffe auf ein strategisches Tor zum Schwarzen Meer

Im vergangenen Jahr hat die Ukraine Russlands wichtigsten Ölhafen am Schwarzen Meer wiederholt ins Visier genommen und angegriffen, um die russischen Ölexporte und die daraus entstehenden Einnahmen für den Kreml einzudämmen.

Mehrere dieser Angriffe verursachten Schäden, die schwer genug waren, um eine vorübergehende Aussetzung der Ölladungen in Noworossijsk sowie am nahe gelegenen Exportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) zu erzwingen. Das Terminal wickelt kasachisches Rohöl für den Transport vom Schwarzen Meer ab.

Die 1.500 Kilometer lange CPC-Pipeline transportiert Rohöl vom riesigen Tengiz-Ölfeld in Kasachstan durch den Süden Russlands zum Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Sie befördert mehr als 80 % der kasachischen Rohölexporte. Internationale Produzenten, darunter Chevron und ExxonMobil, sind auf diese Route angewiesen, um die Tengiz-Förderung zu den globalen Märkten zu transportieren.

Vor diesem Hintergrund stellt sich nach dem jüngsten Angriff unmittelbar die Frage, ob die Verladungen in Noworossijsk und am CPC-Terminal planmäßig fortgesetzt werden oder ob die Betreiber die Transporte erneut stoppen, während die Schäden bewertet werden. Dies würde sowohl die russischen Exportmengen als auch den Transit kasachischen Rohöls betreffen.

Angriffe auf Ust-Luga und Raffinerien verschärfen Russlands Treibstoffkrise

Die Ukraine hat auch Russlands wichtigen Nordhafen Ust-Luga wiederholt angegriffen, den wichtigsten russischen Zugang zur Ostsee für den Export von Öl und anderen Rohstoffen. Bei einem der jüngsten Angriffe in der vergangenen Woche löste ein massiver ukrainischer Drohnenangriff auf das Ust-Luga-Ölexportterminal einen Brand auf dem Gelände aus. Kiew setzt seine Angriffe auf russische Raffinerien und Energieexportinfrastruktur fort.

Darüber hinaus haben ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien – darunter Anlagen tief im russischen Staatsgebiet – in Russland eine Treibstoffkrise ausgelöst. Russland hat deshalb sein Verbot von Diesel-Exporten bis Ende September verlängert, wodurch sich der globale Markt für Mitteldestillate weiter verknappt.

Von Charles Kennedy für Oilprice.com

Quelle: OilPrice.com