Britisches Oberhaus unterstützt nationale Strategie für digitale Vermögenswerte mit 194 zu 138 Stimmen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Oberhaus nahm Änderungsantrag 88 während der Berichtsphase des Financial Services and Markets Bill am 9. September mit 194 zu 138 Stimmen an und verpflichtete damit das Finanzministerium zur Ausarbeitung einer nationalen Strategie für digitale Vermögenswerte.
- •Nach dem Änderungsantrag hätte das Finanzministerium 12 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzentwurfs Zeit, eine Strategie für Krypto-Assets, qualifizierte Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen, tokenisierte Wertpapiere und die Infrastruktur digitaler Märkte auszuarbeiten, zu veröffentlichen und dazu Konsultationen durchzuführen.
- •Die vorgeschlagene Strategie soll den Zugang von Unternehmen für digitale Vermögenswerte zu Bank-, Zahlungs- und Abwicklungsdienstleistungen untersuchen und bewerten, wie pauschale oder den Risiken nicht ausreichend entsprechende Beschränkungen Wettbewerb, Innovation und die rechtmäßige Marktteilnahme beeinflussen könnten.
- •An der Konsultation würden die Bank of England, die Prudential Regulation Authority, die Financial Conduct Authority und Vertreter der Industrie beteiligt. Befürworter verwiesen auf die US GENIUS und CLARITY Acts als Beleg dafür, dass konkurrierende Finanzzentren ihre Politik für digitale Vermögenswerte vorantreiben.
- •Der Änderungsantrag ist noch nicht Gesetz, da der Gesetzentwurf am 15. September die dritte Lesung im Oberhaus sowie anschließend die Prüfung im Unterhaus und die Beilegung möglicher Unterschiede zwischen den Kammern vor der königlichen Zustimmung durchlaufen muss.

Das britische Oberhaus unterstützte eine Verpflichtung des Finanzministeriums, eine nationale Strategie für digitale Vermögenswerte auszuarbeiten, und nahm Änderungsantrag 88 während der Berichtsphase des Financial Services and Markets Bill am 9. September mit 194 zu 138 Stimmen an.
Nach dem Änderungsantrag hätte das Finanzministerium 12 Monate nach Verabschiedung des Gesetzes Zeit, eine Strategie auszuarbeiten, zu veröffentlichen und dazu Konsultationen durchzuführen. Sie soll Krypto-Assets, qualifizierte Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen, tokenisierte Wertpapiere und andere digitale Finanzanlagen abdecken. Die Prüfung würde außerdem die Infrastruktur umfassen, die für den Betrieb digitaler Märkte im Vereinigten Königreich erforderlich ist, wodurch der vorgeschlagenen Strategie ein über einzelne Anlagearten hinausgehender Anwendungsbereich zukäme.
Strategie soll Bankzugang und globalen Wettbewerb behandeln
Die von der konservativen Baroness Neville-Rolfe gemeinsam mit Lord Altrincham und der liberal-demokratischen Baroness Kramer eingebrachte Maßnahme würde das Finanzministerium verpflichten, zu bewerten, wie Unternehmen für digitale Vermögenswerte unter den bestehenden rechtlichen, regulatorischen und marktbezogenen Bedingungen operieren.
Die vorgeschlagene Strategie soll insbesondere den Zugang der Unternehmen zu Bank-, Zahlungs- und Abwicklungsdienstleistungen untersuchen. Zudem soll sie prüfen, wie pauschale Beschränkungen oder Beschränkungen, die den unterschiedlichen Risikoniveaus nicht ausreichend Rechnung tragen, Wettbewerb, Innovation und die rechtmäßige Teilnahme am Markt beeinflussen könnten.
Darüber hinaus müsste das Finanzministerium regulatorische Entwicklungen in anderen Rechtsordnungen, den Verbraucherschutz, die Marktintegrität, die Finanzstabilität und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Vereinigten Königreichs berücksichtigen. Während der Debatte verwies Lord Ranger of Northwood auf die US GENIUS und CLARITY Acts als Beleg dafür, dass konkurrierende Finanzzentren ihre Politik für digitale Vermögenswerte vorantreiben.
An der Konsultation würden die Bank of England, die Prudential Regulation Authority, die Financial Conduct Authority, Vertreter der Industrie und weitere vom Finanzministerium ausgewählte Parteien beteiligt. Wenn der Änderungsantrag Gesetz wird, würde dieser Prozess zentrale Umsetzungsfragen – etwa das Zusammenspiel von Aufsichtsbehörden, Finanzinfrastruktur und dem Zugang zu Dienstleistungen – in einem einheitlichen Konsultationsrahmen zusammenführen.
Regierung verweist auf bestehende Arbeiten zu digitalen Märkten
Die Regierung argumentierte, dass bereits umfangreiche Arbeiten zu digitalen Vermögenswerten im Gange seien. Dazu gehörten ihre Digitalstrategie für die Großhandelsfinanzmärkte sowie neun Aktionsgruppen unter der Leitung von Chris Woolard, dem Wholesale Digital Markets Champion.
Auch die britischen Aufsichtsbehörden haben die formelle Krypto-Aufsicht weiter vorangetrieben. Die FCA hat ihr Krypto-Regelwerk fertiggestellt, einschließlich Anforderungen an Zulassung, Verwahrung, Marktmissbrauch und Stablecoins. Die Bank of England hat separat einen Rahmen für systemische Stablecoins geschaffen, die Zahlungen oder die Finanzstabilität beeinflussen können.
Abgeordnete, die Änderungsantrag 88 unterstützten, argumentierten, dass diese einzelnen Arbeitsbereiche noch keine übergreifende Strategie für Regulierung, Infrastruktur, Bankzugang und die breitere Wirtschaft für digitale Vermögenswerte darstellten. Im Mittelpunkt der Debatte steht daher nicht nur die Frage, ob einzelne regulatorische Initiativen vorankommen, sondern auch, ob sie in einem umfassenderen nationalen Rahmen koordiniert werden.
Gesetzentwurf muss noch dritte Lesung und Verfahren im Unterhaus durchlaufen
Der Änderungsantrag ist nun Bestandteil des Financial Services and Markets Bill, doch der Gesetzentwurf ist noch nicht zum Gesetz geworden. Er befindet sich weiterhin im Oberhaus, wo die dritte Lesung für den 15. September angesetzt ist.
Nach Abschluss der Beratungen im Oberhaus muss der Gesetzentwurf an das House of Commons weitergeleitet werden. Dort können Mitglieder des Parlaments seine Bestimmungen prüfen und ändern. Etwaige Unterschiede zwischen den beiden Kammern müssten anschließend vor der königlichen Zustimmung beigelegt werden. Die nächsten formellen Entwicklungen sind daher die noch ausstehenden parlamentarischen Verfahrensschritte des Gesetzentwurfs und nicht die unmittelbare Veröffentlichung einer Strategie des Finanzministeriums.
Primäre parlamentarische Quelle: (HL)
Quelle: https://cryptoadventure.com/house-of-lords-backs-uk-digital-asset-strategy-in-194-138-vote