Die britische Gesamtinflation zieht im Juli an, die Kernpreise bleiben bei 2,6% stabil
Wichtige Erkenntnisse
- •Die britische Gesamtinflation stieg im Juli auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr und entsprach damit den Erwartungen; im Juni hatte sie 2,6% betragen.
- •Die Kerninflation, ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak, blieb bei 2,6% und lag damit leicht über der Prognose von 2,5%.
- •Höhere Energiepreise nach der Juli-Änderung der Ofgem-Preisobergrenze trieben den Anstieg der Gesamtrate; Haushalte zahlen schätzungsweise im Durchschnitt 221 £ mehr für Energie.
- •Die Dienstleistungsinflation kühlte von 3,6% auf 3,4% ab, vor allem wegen eines geringeren Anstiegs der Flugpreise, während die Wareninflation von 1,7% auf 2,2% stieg.
- •Die Veröffentlichung dürfte die Bank of England im September nicht zu hastigen Maßnahmen veranlassen, auch wenn bis Jahresende ein weiterer Schritt möglich bleibt.

Die britische Verbraucherpreisinflation beschleunigte sich im Juli, wobei die Gesamtrate auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr stieg — im Rahmen der Erwartungen und nach 2,6% im Juni. Der Kernverbraucherpreisindex (Core CPI) lag bei 2,6%, leicht über der Prognose von 2,5% und unverändert gegenüber dem Juni-Wert. Beide Kennzahlen liegen weiterhin über dem Inflationsziel der Bank of England von 2%.
Wichtige Daten:
- Juli CPI: +2,9% y/y (erwartet +2,9%; zuvor +2,6%)
- Juli Core CPI: +2,6% y/y (erwartet +2,5%; zuvor +2,6%)
Während der Gesamtwert den Schätzungen entsprach, blieb die jährliche Kerninflation im Juli bei 2,6% stabil, also auf dem gleichen Niveau wie im Juni. Der Core CPI klammert Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak aus; deshalb hob der Anstieg der regulierten Energiekosten die Gesamtrate an, ohne sich in der Kernmessung niederzuschlagen.
Der Anstieg der Gesamtrate wurde vor allem durch höhere Energiepreise ausgelöst, nachdem sich im Juli die Ofgem-Preisobergrenze geändert hatte. Infolgedessen zahlen Haushalte schätzungsweise im Durchschnitt 221 £ mehr für ihre Energiekosten. Die Obergrenze wird vierteljährlich neu festgelegt, sodass Änderungen der regulierten Tarife in regelmäßigen Abständen in den Gesamt-CPI einfließen; die nächste planmäßige Anpassung ist im Oktober vorgesehen.
Die Dienstleistungsinflation schwächte sich im Juli leicht auf 3,4% ab, nach 3,6% im Juni. Dienstleistungspreise sind ein Indikator, den die Geldpolitiker der Bank of England genau beobachten, wenn es um binnenwirtschaftlich erzeugten Inflationsdruck geht, da dieser Bereich weniger stark von Schwankungen bei globalen Energie- und Rohstoffkosten betroffen ist. Das Office for National Statistics (ONS) führt die Abschwächung in diesem Monat vor allem auf einen geringeren Anstieg der Flugpreise zurück — sie stiegen zwischen Juni und Juli 2026 um 11,7%, verglichen mit einem Anstieg von 30,2% im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Laut ONS kam der dämpfende Effekt der Flugpreise fast vollständig von europäischen Strecken, wo die Preise um 4,3% fielen, nachdem sie im Juli 2025 noch um 38% gestiegen waren.
Auch die Lebensmittelpreisinflation ließ im Juli nach und fiel von 1,7% im Vormonat auf 1,3%. Die Warenpreisinflation stieg jedoch wieder über 2%, wobei die Schätzung für Juli bei 2,2% lag, nach 1,7% im Juni. Dieser stärkere Anstieg hält die Kernpreise im aktuellen Bericht zäher.
Insgesamt dürfte die Veröffentlichung die Bank of England im September nicht zu raschen geldpolitischen Maßnahmen veranlassen, lässt aber die Möglichkeit eines weiteren Schritts bis zum Jahresende offen. Nun richtet sich der Blick auf die noch ausstehenden Monatsdaten vor diesen Entscheidungen, darunter die August-Verbraucherpreiszahlen und die Arbeitsmarktdaten, die das Monetary Policy Committee zusammen mit seinen vierteljährlichen Prognosen berücksichtigt.
GBP/USD lag am Tag um 0,1% höher bei 1,3541 und veränderte sich nach dem Bericht nur wenig.
Quelle: ForexLive