NachrichtenMakroUK-Verbrauchervertrauen steigt trotz Inflationswarnung auf Zweijahreshoch

UK-Verbrauchervertrauen steigt trotz Inflationswarnung auf Zweijahreshoch

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Verbrauchervertrauensindex von GfK stieg im August von -17 im Juli auf -14, sein höchster Stand seit August 2024.
  • Das Vertrauen bei großen Anschaffungen erreichte seinen stärksten Stand seit Dezember 2021.
  • Die Erwartungen an die persönliche Finanzlage für die kommenden zwölf Monate und an die Gesamtwirtschaft verbesserten sich beide auf jüngste Höchststände.
  • GfK erklärte, dass steigende Inflation und Unsicherheit im Nahen Osten und andernorts die Verbraucher in den kommenden Monaten vor Herausforderungen stellen könnten.
  • Auch andere britische Stimmungsumfragen, darunter YouGov/Cebr, BRC-Opinium, Barclays und LSEG/Ipsos, verbesserten sich im vergangenen Monat.
UK-Verbrauchervertrauen steigt trotz Inflationswarnung auf Zweijahreshoch

Das Vertrauen der britischen Verbraucher ist diesem Monat laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage auf seinen höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen und reiht sich damit in eine jüngste Serie stärker als erwarteter britischer Wirtschaftsdaten ein.

Der Verbrauchervertrauensindex von GfK kletterte im August von -17 Punkten im Juli auf -14 Punkte und lag damit deutlich über dem Ergebnis einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen, die einen Rückgang auf -18 Punkte erwartet hatte. Es war der stärkste Wert seit August 2024. Da der Index nach wie vor im negativen Bereich notiert, sind die pessimistischen Befragten weiterhin in der Überzahl; der Anstieg deutet daher eher auf eine Verringerung des Abstands zwischen Pessimisten und Optimisten hin als auf uneingeschränkten Optimismus.

Die Verbesserung war breit gefächert: Vier der fünf zentralen Teilindizes zogen im Laufe des Monats an. Herausragend war der Indikator für das Vertrauen bei großen Anschaffungen, der auf seinen höchsten Stand seit Dezember 2021 stieg. Er wird von Einzelhändlern und Anbietern langlebiger Konsumgüter genau beobachtet, da er Ausgaben für hochpreisige Güter tendenziell unmittelbarer abbildet als der Gesamtindex.

Die Erwartungen an die eigene Finanzlage für die kommenden zwölf Monate stiegen auf den höchsten Stand seit Januar, während die Aussichten für die Gesamtwirtschaft ein Zweijahreshoch erreichten. Die Umfrage deutet darauf hin, dass Haushalte zunehmend bereit sind, größere Anschaffungen zu tätigen – auch wenn das wirtschaftliche Umfeld insgesamt weiterhin unsicher bleibt. Der private Konsum macht einen großen Teil der britischen Wirtschaftsleistung aus; deshalb gelten Stimmungsbarometer wie das von GfK als Frühindikator dafür, ob die Verbraucher das Wachstum weiterhin tragen.

Neil Bellamy, Director Consumer Insights bei GfK, schlug trotz der besseren Werte einen vorsichtigen Ton an. Er sagte, die Inflation sei wieder auf dem Vormarsch, und die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten und andernorts stelle weiterhin Herausforderungen dar, welche die britischen Verbraucher in den kommenden Monaten auf die Probe stellen könnten. Seine Inflationswarnung deckt sich mit amtlichen Zahlen, die Anfang der Woche veröffentlicht wurden und einen Anstieg der britischen Inflation im Juli zeigten.

Die Ergebnisse von GfK fügen sich zudem in ein breiteres Muster bei den britischen Stimmungsumfragen ein. Andere Barometer, darunter YouGov/Cebr, BRC-Opinium, Barclays und LSEG/Ipsos, verzeichneten im vergangenen Monat ebenfalls Verbesserungen. Das stützt die Einschätzung, dass der jüngste Anstieg nicht auf einen einzelnen Datensatz beschränkt ist.

GfK erhebt die Verbraucherstimmung in Großbritannien seit 1974; die aktuelle Erhebung beruht auf Interviews mit 2.000 Erwachsenen zwischen dem 30. Juli und dem 12. August. Ob sich die aufgehellte Stimmung in tatsächliche Konsumausgaben niederschlägt, wird sich in den kommenden amtlichen Daten zum Einzelhandelsumsatz und zum Wirtschaftswachstum zeigen.


Anfang dieser Woche:

UK-Inflation zieht im Juli an, Kernpreise bleiben stabil


Info via Reuters.