UBS sieht die De-Dollarisierung als langfristigen Trend und erhöht das Goldpreisziel auf 5.400 US-Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Laut UBS ist der Dollar-Index DXY im vergangenen Monat um 2,4 % gefallen, da die Sorgen über die Haushaltsaussichten der USA zugenommen haben.
- •Die Bank erwartet eine allmähliche Schwächung des Dollars mittelfristig bis langfristig, auch wenn geopolitische Spannungen und höhere Ölpreise vorübergehend Stützung bieten könnten.
- •Die UBS prognostiziert für die nächsten 12 Monate einen Goldpreis von 5.400 US-Dollar je Unze und nennt als Stützen die Käufe der Zentralbanken, Zuflüsse in ETFs sowie die Erwartung sinkender Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve.
- •Die Volksbank Chinas hat im Juli ihre Goldreserven um 20 Tonnen erhöht – der größte monatliche Anstieg seit Oktober 2023.
- •Die UBS bevorzugt eine selektive Anlage im britischen Pfund, in der norwegischen Krone, im neuseeländischen Dollar und im chinesischen Yuan statt breiter Leerverkäufe auf den Dollar.

Die UBS betrachtet die Schwäche des Dollars als strukturelles Thema und nicht als kurzfristige Schwankung, was auf anhaltende Zuflüsse in Gold, Rohstoffe und ausgewählte Währungen hindeutet, statt auf eine schnelle Umkehr. Nach Angaben der Bank deutet die Diversifizierung der Zentralbankreserven, einschließlich eines weiteren großen Goldkaufs der Volksbank Chinas, darauf hin, dass die Nachfrage des offiziellen Sektors den Goldpreis auch dann weiter stützen könnte, wenn sich die spekulative Positionierung ändert. Die UBS befürwortet zudem eine selektive Anlage im britischen Pfund, in der norwegischen Krone, im neuseeländischen Dollar und im Yuan statt breiter Dollar-Leerverkäufe, was für einen gezielteren Ansatz bei dieser Anlagestrategie spricht. Kurzfristig könnten Spannungen im Nahen Osten und höhere Ölpreise dem Dollar laut der Bank einigen Rückhalt verschaffen, was bedeutet, dass die breiter angelegte Abwertungsthese zeitweise unterbrochen werden könnte.
Die UBS erklärt, dass die De-Dollarisierung ein Trend sei, um den herum man sein Portfolio aufbauen sollte, statt ihn nur kurzfristig zu handeln – mit Gold als größtem Nutznießer.
Der Dollar-Index DXY ist den Angaben zufolge im vergangenen Monat um 2,4 % gefallen, angesichts erneuter Sorgen über die Haushaltsaussichten der USA. Die Bank erwartet, dass sich der allmähliche Abwertungstrend des Dollars mittelfristig bis langfristig fortsetzt, selbst wenn kurzfristig Unterstützung durch geopolitische Spannungen und höhere Energiepreise entsteht. Als Hauptkräfte hinter diesem Trend nennt die UBS die Sorgen um die US-Haushaltslage, die Unsicherheit über die Handelspolitik und die Diversifizierung der Reserven.
Gold ist in diesem Monat um rund 15 % gestiegen, und die UBS prognostiziert, dass das Metall in den nächsten 12 Monaten 5.400 US-Dollar je Unze erreichen wird. Weitere Kursgewinne könnten nach Angaben der Bank durch erneute Zuflüsse in Gold-ETFs, robuste Zentralbankkäufe sowie die Erwartung gestützt werden, dass die Märkte ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve zurückfahren. Die UBS betonte, dass die Volksbank Chinas im Juli ihre Goldreserven um 20 Tonnen aufgestockt hat – der größte monatliche Anstieg seit Oktober 2023. In der Praxis bedeutet dies, dass die Bank Gold weniger als taktische Absicherung und mehr als Kernbestandteil eines breiteren Themas der Reserven- und Portfoliodiversifizierung einordnet.
Über Gold hinaus sind breit gestreute Rohstoffe laut UBS eine differenzierte Renditequelle für Portfolios und können auch als Absicherung dienen, wenn steigende Inflationserwartungen auf Aktien und Anleihen drücken. Die Bank erwartet, dass die Ölnachfrage weiter steigt, insbesondere in den Schwellenländern, während Industriemetalle von der langfristigen Nachfrage im Zusammenhang mit Elektrifizierung, Energiewende und dem globalen Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren sollten. Die UBS weist zudem auf die Möglichkeit hin, dass witterungsbedingte Störungen im Zusammenhang mit El Niño das Agrarangebot einschränken und die Preise für Agrarrohstoffe steigen lassen könnten – ein Hinweis darauf, dass Rohstoffpositionen sowohl von makropolitischen Verschiebungen als auch von physischen Angebotsbedingungen beeinflusst werden können.
Bei den Währungen sieht die UBS Spielraum für eine breitere Erholung des Euros gegenüber dem Dollar, da die eingehenden Daten den Märkten ermöglichen, in diesem Jahr keine weiteren Zinserhöhungen der Fed und mögliche Zinssenkungen im Jahr 2027 einzupreisen. Die Bank erwartet zudem eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September, die ihrer Ansicht nach dazu beitragen könnte, den EURUSD über die Zeit Richtung 1,20 zu bewegen. Die UBS behält ihre neutrale Einstufung des Euros bei, sagt aber, dass das aktuelle Umfeld eine selektive Anlage in Währungen mit höheren Renditen begünstigt, darunter das britische Pfund und die norwegische Krone. Sie bevorzugt außerdem den neuseeländischen Dollar, unter Verweis auf die restriktive Grundhaltung der dortigen Zentralbank, sowie den chinesischen Yuan, gestützt durch starke exportgetriebene Währungszuflüsse. Ausgewählte Schwellenländerwährungen könnten laut UBS zudem Carry-Chancen bieten. Diese selektive Ausrichtung unterstreicht die Sicht der Bank, dass sich das De-Dollarisierungsthema ungleichmäßig über die Anlageklassen verteilt, statt in einer einzigen breiten Bewegung aufzutreten.
Die UBS kommt zu dem Schluss, dass Positionen in Gold, breit gestreuten Rohstoffen und ausgewählten Währungen dabei helfen können, Renditen zu stützen und das Portfoliorisiko zu steuern, solange der langfristige Abkehrprozess vom Dollar anhält. Die Bank fügte hinzu, dass ein aktiv gemanagter Ansatz bei Rohstoffen Anlegern helfen kann, sich in einem wandelnden Angebotsumfeld, bei geopolitischen Risiken und bei Veränderungen der Marktführung zurechtzufinden.