NachrichtenRohstoffe & ForexUBS hält trotz kurzfristiger Risiken an Goldziel von 5.000 Dollar für erste Hälfte 2027 fest

UBS hält trotz kurzfristiger Risiken an Goldziel von 5.000 Dollar für erste Hälfte 2027 fest

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • UBS prognostiziert, dass Gold in der ersten Hälfte von 2027 5.000 Dollar je Unze erreicht, was einem Aufwärtspotenzial von rund 18 % ausgehend vom jüngsten Ausbruch über 4.250 Dollar entspricht.
  • Die optimistische Einschätzung der Bank beruht auf drei Säulen: sinkende Realrenditen durch erwartete Leitzinssenkungen der Fed im Jahr 2027, Dollarschwäche infolge der US-Fiskaldefizite und nachhaltige Zentralbanknachfrage unter Führung der Schwellenländer.
  • Die jüngsten Goldgewinne wurden durch institutionelle Käufe aus China, anhaltende ETF-Zuflüsse und koordinierte US-japanische Bemühungen zur Stabilisierung des Yen befeuert, die das Risiko von Verkäufen US-Staatsanleihen verringerten.
  • UBS warnte, dass kurzfristige Belastungen wie erhöhte Ölpreise infolge des Hormuz-Konflikts, robuste US-Wirtschaftsdaten oder ein restriktiverer Zinspfad der Fed den Aufschwung verzögern und die Preise zurück auf etwa 4.000 Dollar drücken könnten.
  • Die Bank betrachtet potenzielle Rückgänge auf 4.000 Dollar oder darunter als Möglichkeiten zum Aufbau strategischer Goldpositionen und nicht als Gründe, ihre übergeordnete optimistische Einschätzung aufzugeben.
UBS hält trotz kurzfristiger Risiken an Goldziel von 5.000 Dollar für erste Hälfte 2027 fest

UBS erklärte in einem Kommentar, dass das Institut Goldpreise von 5.000 Dollar je Unze in der ersten Hälfte von 2027 erwartet, mit der Begründung, dass die mittel- bis langfristige Argumentation für das Edelmetall auch trotz bestehender kurzfristiger Risiken durch mehrere nachhaltige Treiber gestützt wird.

Analysten der Bank stellten fest, dass der Goldpreis kürzlich die Spanne von 4.000 bis 4.100 Dollar durchbrochen hat, in der er zuvor gefangen war, und erstmals seit Juni über 4.250 Dollar je Unze gestiegen ist. Das Ziel von 5.000 Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 18 Prozent ausgehend von diesem jüngsten Ausbruch.

UBS führte den jüngsten Anstieg auf institutionelle Käufe aus China und anhaltende Zuflüsse in börsengehandelte Fonds sowie auf jüngste gemeinsame Bemühungen der USA und Japans zur Stabilisierung des Yen zurück. Letztere hätten laut der Bank das Risiko eines Verkaufs von US-Staatsanleihen verringert, der den Goldpreis andernfalls über höhere Anleiherenditen belastet hätte.

Die positive Einschätzung beruht auf drei Säulen, so UBS.

Die erste sind sinkende Realrenditen – die inflationsbereinigte Rendite von Staatsanleihen, die sich typischerweise entgegengesetzt zum Goldpreis entwickelt. Die Bank erwartet, dass die Inflation allmählich nachlässt, was es der Federal Reserve ermöglichen würde, die Zinsen in diesem Jahr stabil zu halten, bevor sie 2027 ihren Lockerungszyklus wieder aufnimmt – eine Entwicklung, die die Opportunitätskosten der Haltung von nicht verzinstem Gold senken würde.

Die zweite ist eine Schwäche des Dollars. UBS verwies auf die hohen fiskalischen und externen Defizite der USA sowie auf die bereits erhöhten Anlagequoten der Investoren in Dollar-Assets als Spielraum für eine erneute Schwäche des US-Dollars. Die fiskalische Entwicklung hat zunehmend die Aufmerksamkeit von Ratingagenturen auf sich gezogen, was die Fragen zur langfristigen Dominanz des Dollars als Reservewährung verschärft.

Die dritte ist die Nachfrage der Zentralbanken, die die Bank als nachhaltiges Preisfundament beschrieb, das den Markt auch in Phasen schwächerer privater Investitionsnachfrage weiterhin stützt. Die Nettoankäufe des offiziellen Sektors lagen in den letzten Jahren auf Rekordniveau, so Daten des World Gold Council, wobei Zentralbanken der Schwellenländer – darunter China, Indien und die Türkei – die Aufkäufe im Rahmen breiterer Bemühungen anführten, ihre Reserven vermehrt aus Dollar-Beständen zu diversifizieren.

UBS war unumwunden davon, dass der Weg zu 5.000 Dollar nicht reibungslos verlaufen wird. Die Bank warnte, dass robuste US-Wirtschaftsdaten, Ölpreise, die Inflationsbedenken wieder aufleben lassen, oder eine Marktreaktion auf einen restriktiveren Zinspfad der Fed den Aufschwung verzögern und die Preise potenziell zurück auf etwa 4.000 Dollar drücken könnten.

Die Bank deutete an, dass Phasen der Schwäche in Richtung 4.000 Dollar oder darunter sich letztlich als Möglichkeiten zum Aufbau strategischer Positionen erweisen könnten, anstatt ein Grund zur Aufgabe der übergeordneten Einschätzung zu sein.

Die kurzfristigen Risiken, die UBS hervorhob, verdienen besondere Aufmerksamkeit. Das Risiko für Ölpreise ist angesichts des Konflikts um Hormuz derzeit erhöht, und der Zusammenhang zwischen Rohölpreisen und der kurzfristigen Entwicklung des Goldes ist sorgfältig zu beobachten: Anhaltende Energieinflation könnte die Fed länger im Wartestand halten und paradoxerweise den Goldpreis belasten, indem sie den Rückgang der Realrenditen verzögert, der der optimistischen Einschätzung zugrunde liegt. Robustere US-Daten oder ein restriktiverer Zinspfad der Fed könnten den Aufschwung zum Stillstand bringen.

UBS hält an seiner Gold-Prognose von 5.000 Dollar fest und setzt darauf, dass sinkende Renditen und ein schwächerer Dollar die kurzfristigen Belastungen durch Öl- und Geldpolitikunsicherheit überkompensieren werden, wobei die strukturelle Argumentation für eine Überperformance des Goldes bis 2027 reicht, anstatt auf einer einzelnen Datenüberraschung zu beruhen.