Uber setzt auf Drohnen-Abkommen mit Zipline und peilt bis 2029 eine Million Lieferungen pro Tag an
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Drohnen von Zipline sollen noch vor Ende 2026 damit beginnen, Uber-Eats-Bestellungen abzuwickeln.
- •Die erste Einführung erfolgt in Märkten, in denen Zipline bereits aktiv ist; eine spätere Ausweitung auf dutzende US-Städte ist geplant.
- •Uber und Zipline streben bis Ende 2029 bis zu eine Million Drohnenlieferungen pro Tag an.
- •Uber erwartet, dass Drohnenlieferungen Uber-Eats-Bestellungen in etwa fünf bis zehn Minuten abwickeln könnten.
- •Die Partnerschaft entspricht Ubers Strategie, externe Anbieter autonomer Technologie zu integrieren, statt jedes System selbst zu entwickeln.

Die Aktie von Uber (UBER) zieht Aufmerksamkeit auf sich, nachdem das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit und eine Investition in den Drohnenlieferungsspezialisten Zipline angekündigt hat – ein weiterer Kanal autonomer Technologie für Uber Eats auf der Suche nach neuen Wegen, das Liefergeschäft auszubauen.
Gemäß der Vereinbarung sollen die Drohnen von Zipline voraussichtlich noch vor Ende 2026 damit beginnen, Uber-Eats-Bestellungen abzuwickeln. Die erste Einführung erfolgt in Märkten, in denen Zipline bereits tätig ist; beide Unternehmen planen, den Dienst später auf dutzende US-Städte auszudehnen.
Zipline gehört zu den am längsten etablierten Anbietern im kommerziellen Drohnenlieferverkehr. Das Unternehmen begann 2016 in Ruanda mit der Lieferung medizinischer Güter per Drohne, dehnte sich später auf weitere afrikanische Länder wie Ghana aus und arbeitet seit 2020 in den USA mit Walmart zusammen – eine Bilanz, die erklärt, warum Uber die ersten Starts in Märkten verankert, in denen Zipline bereits aktiv ist.
Das langfristige Ziel ist deutlich größer: Uber und Zipline streben bis Ende 2029 bis zu eine Million Drohnenlieferungen pro Tag an – ein ambitioniertes Wachstumsziel für eine Technologie, die sich kommerziell noch in einem relativ frühen Stadium befindet.
Für Investoren ist die Ankündigung relevant, weil Uber Uber Eats zunehmend als mehr als eine klassische Restaurantlieferplattform positioniert. Schnellere Abwicklung, autonome Fahrzeuge und Drohnentechnologie könnten die Wirtschaftlichkeit und Bequemlichkeit von Lieferungen auf der letzten Meile verbessern und Uber helfen, in einem zunehmend umkämpften Quick-Commerce-Markt zu konkurrieren. Wettbewerber beschreiten ähnliche Wege: DoorDash hat in Australien und den USA bereits Bestellungen per Drohne gemeinsam mit Alphabets Wing zugestellt, und Walmart hat Drohnenliefer-Partnerschaften mit mehreren Anbietern aufgebaut, darunter Zipline. Die Partnerschaft verleiht Uber Eats zudem einen weiteren potenziellen Wachstumsmotor und untermauert Ubers breitere Strategie, mit autonomen Technologieunternehmen zu kooperieren, statt jedes System selbst zu entwickeln.
Schnellere Bestellungen könnten Eats ankurbeln
Einer der größten Anreize für Uber ist die Liefergeschwindigkeit. Das Unternehmen erwartet, dass die Drohnen von Zipline Uber-Eats-Bestellungen in etwa fünf bis zehn Minuten abwickeln könnten.
Diese Zeitersparnis könnte die Art der Käufe verändern, die Kunden über die Plattform tätigen. Statt vor allem Mahlzeiten zu bestellen, wenn sie Zeit haben, auf einen Fahrer zu warten, könnten Kunden Uber Eats zunehmend für kleinere, dringende Einkäufe nutzen, bei denen Geschwindigkeit im Vordergrund steht.
Uber is partnering with Zipline to bring drone delivery to Uber Eats customers: The companies aim to reach 1 million drone deliveries per day by the end of 2029, with first launches in Dallas and Houston pic.twitter.com/rqgzvfGo8Lh
— Quartz (@qz) August 17, 2026
Das könnte den adressierbaren Markt für Uber Eats erweitern und die Bestellfrequenz im Laufe der Zeit erhöhen. Ob diese Vorteile jedoch im großen Maßstab erreicht werden, hängt von behördlichen Genehmigungen, der operativen Zuverlässigkeit, Wetterbedingungen, geografischen Einschränkungen und der Akzeptanz bei den Verbrauchern ab. In den USA liegt ein großer Teil dieses regulatorischen Rahmens bei der Federal Aviation Administration: Anbieter kommerzieller Drohnenlieferungen fliegen unter den als Part 135 bekannten Zertifizierungsregeln für Luftverkehrsbetreiber – die Zipline bereits besitzt –, und Flüge außerhalb der Sichtweite des Betreibers erfordern eine gesonderte FAA-Genehmigung. Das Tempo dieser Regulierung ist damit eine zentrale Variable für den flächendeckenden Ausbau der Drohnenlieferung in den USA.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi hat die schnelle Lieferung als potenziell bedeutende Chance für die nächste Wachstumsphase von Eats beschrieben. Wenn autonome Lieferungen schließlich einen nennenswerten Teil der Bestellungen über kurze Distanzen abwickeln können, könnte Uber zusätzliche Flexibilität bei der Steuerung seines Liefernetzwerks gewinnen.
Für die UBER-Aktie geht das Aufwärtspotenzial daher über das reine Droffenziel in den Schlagzeilen hinaus. Anleger werden zunehmend prüfen, ob autonome Lieferungen einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Plattformökonomie von Uber leisten können. Kurzfristig sind die Meilensteine im Blick zu behalten: die ersten kommerziellen Uber-Eats-Drohnenflüge vor Ende 2026, das Tempo der Expansion über Ziplines bestehende Märkte hinaus sowie erste Anhaltspunkte dazu, wie sich der Dienst unter realen Bestellvolumen schlägt.
Uber setzt auf Technologiepartnerschaften
Das Zipline-Abkommen fügt sich in eine breitere Strategie ein, die Uber im Bereich der autonomen Mobilität verfolgt. Statt jedes autonome System selbst zu entwickeln, arbeitet Uber zunehmend mit externen Technologieunternehmen zusammen und integriert deren Dienste in seine Plattform. So kann das Unternehmen an entstehenden Verkehrsmärkten teilhaben und sich bei Hardware und autonomer Technologie auf spezialisierte Partner verlassen. Das Muster ist in Ubers Netzwerk bereits sichtbar: Waymos Robotaxis sind über die Uber-App in US-Städten wie Phoenix, Austin und Atlanta verfügbar, und die Gehwegroboter von Serve Robotics erledigen bereits in mehreren amerikanischen Märkten Uber-Eats-Bestellungen.
Uber hatte zuvor über seine frühere Elevate-Sparte Luftlieferungen erkundet, bevor sich das Unternehmen von der Entwicklung eines eigenen Drohnenbetriebs verabschiedete. Kürzlich kehrte es über eine Partnerschaft mit Flytrex, einem weiteren Drohnenlieferunternehmen, in den Sektor zurück.
Dieser Ansatz gibt Uber die Möglichkeit, mit mehreren Anbietern zusammenzuarbeiten, während sich der Markt für autonome Lieferungen entwickelt. Zugleich birgt die Strategie Risiken, denn Partnerschaften können sich verändern, Verträge können enden und Technologieanbieter können unterschiedliche kommerzielle oder regulatorische Wege einschlagen.