VAE treibt über die Hälfte der indischen FCNR(B)-Dollar-Mobilisierung an, berichten Bankvertreter
Wichtige Erkenntnisse
- •Über 10 Milliarden USD wurden aus den VAE im Rahmen des indischen FCNR(B)-Schemas mobilisiert – mehr als die Hälfte der gesamten FCNR-Dollar-Mobilisierung der RBI.
- •Die Ausnahme inkrementeller FCNR(B)-Einlagen von CRR- und SLR-Anforderungen durch die RBI im Juli 2023 sollte Banken dazu anregen, verstärkt Fremdwährungseinlagen zu akquirieren.
- •Indiens rund 3,5 Millionen Expats in den VAE bilden eine der größten indischen Diaspora-Bevölkerungen weltweit und sind die wesentlichen Treiber dieser Einlagenzuflüsse.
- •Operative und regulatorische Hürden bei indischen Bankfilialen in den VAE schränken das Potenzial des Schemas ein; Branchenteilnehmer gehen von deutlich höheren tatsächlichen Mittelzuflüssen aus.
- •Die Haltung Singapurs zur Quellensteuer hat eine zusätzliche Barriere für die FCNR(B)-Mobilisierung aus diesem Rechtsgebiet geschaffen und schränkt die Diversifizierung der Finanzierungsquellen ein.

Die Vereinigten Arabischen Emirate entwickeln sich zur wichtigsten Finanzierungsquelle für Indiens spezielles Einlagenschema Foreign Currency Non-Resident (Bank) (FCNR(B)). Attraktive Dollar-Zinssätze und günstige steuerliche Anreize ziehen erhebliches Kundeninteresse auf sich, so Bankvertreter, die mit der Sache vertraut sind.
Branchenschätzungen zufolge wurden im Rahmen der FCNR(B)-Initiative der Reserve Bank of India bisher mehr als 10 Milliarden USD aus den VAE mobilisiert. Die große und finanziell aktive indische Expat-Gemeinschaft in dem Golfstaat – auf etwa 3,5 Millionen Menschen geschätzt und eine der größten indischen Diaspora-Bevölkerungen weltweit – gilt als wesentlicher Treiber dieser Zuflüsse und sollBerichten zufolge für über die Hälfte der gesamten FCNR-Dollar-Mobilisierung der RBI verantwortlich sein.
FCNR(B)-Einlagen ermöglichen es Nicht-residenten Indern, Termineinlagen in Fremdwährungen – vor allem US-Dollar, Britisches Pfund, Euro und Japanischer Yen – bei indischen Banken zu unterhalten. Die Einlagen sind in Fremdwährung denominiert, was bedeutet, dass das Wechselkursrisiko von der Bank und nicht vom Einleger getragen wird. Die RBI lässt diese Einlagen als Instrument zu, um Devisenzuflüsse anzuziehen und die Devisenreserven des Landes zu stärken. Die aktuelle Mobilisierungswelle folgt auf die Entscheidung der RBI vom Juli 2023, inkrementelle FCNR(B)-Einlagen von den Anforderungen an die Mindestreserve (CRR) und die statische Liquiditätsquote (SLR) auszunehmen – eine Maßnahme, die Banken dazu anregen soll, gezielt Fremdwährungseinlagen zu akquirieren.
Trotz der starken Dynamik haben Bankvertreter auf operative Einschränkungen hingewiesen, die das volle Potenzial des Schemas begrenzen. Mitarbeiter indischer Bankfilialen und Repräsentanzen in den VAE stehen vor regulatorischen und logistischen Hürden bei der Neukundengewinnung und Transaktionsabwicklung, so mit der Situation vertraute Personen. Diese Engpässe haben einige Marktteilnehmer zu der Einschätzung veranlasst, dass die tatsächlichen Mittelzuflüsse deutlich größer ausfallen könnten, wenn diese Reibungsverluste reduziert würden. Das starke Engagement aus den VAE spiegelt zudem die vertieften wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern wider, gestärkt durch das Comprehensive Economic Partnership Agreement zwischen Indien und den VAE, das im Mai 2022 in Kraft trat.
Das spezielle FCNR(B)-Fenster wurde als Teil der breiteren Bemühungen der RBI eingeführt, die Devisenreserven aufzufüllen und den Liquiditätsdruck auf inländische Banken zu mindern. Ein damit verbundener Anstieg der FCNR(B)-Zuflüsse über dieses spezielle Fenster soll dazu beitragen, die Liquiditätsbelastung im gesamten Bankensektor zu entschärfen.
Inzwischen haben andere Rechtsgebiete eigene Herausforderungen aufgezeigt. Singapur beispielsweise hat seine Position zur Quellensteuer beibehalten, was eine zusätzliche Hürde für die FCNR(B)-Mobilisierung auf diesem Markt darstellt.
Die RBI hat FCNR(B)-Einlagen in der Vergangenheit als Instrument zur Stabilisierung der Rupie in Phasen von Währungsschwankungen eingesetzt. Während des Taper Tantrum 2013 richtete die Zentralbank ein spezielles Vorzugs-Swap-Fenster für FCNR(B)-Einlagen ein, das in kurzer Zeit rund 34 Milliarden USD anzog und die Devisenreserven Indiens seinerzeit erheblich stärkte.
Quelle: Economic Times