NachrichtenMakroTyler Cowen teilt ein von Astra generiertes Gedicht im Stil von Rilke

Tyler Cowen teilt ein von Astra generiertes Gedicht im Stil von Rilke

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Ökonom Tyler Cowen forderte Googles Astra auf, ein deutsches Gedicht im Stil von Rilke zu schreiben, und veröffentlichte das einzige, unbearbeitete Ergebnis.
  • Astra ist der multimodale KI-Assistent von Google DeepMind, der Text, Audio und Video in Echtzeit verarbeiten und beantworten kann.
  • Die KI erstellte bereits beim ersten Prompt ein deutschsprachiges Gedicht mit dem Titel „Die Hand im Schlaf“.
  • Rilkes Werk ist ein gängiger Maßstab dafür, ob KI stilistisch treue Verse statt generischer Ergebnisse hervorbringen kann.
  • Die Formulierung „no cherry-picking“ greift die Skepsis auf, dass beeindruckende KI-Ergebnisse aus vielen Versuchen ausgewählt werden – der künstlerische Wert des Ergebnisses bleibt jedoch interpretationsabhängig.
Tyler Cowen teilt ein von Astra generiertes Gedicht im Stil von Rilke

Der Ökonom Tyler Cowen demonstrierte auf Marginal Revolution die kreativen Fähigkeiten von Googles Astra, indem er das System aufforderte, ein Gedicht zu schreiben – wie er betonte, mit „one prompt, no cherry-picking“ (ein Prompt, keine Auswahl der besten Ergebnisse).

Astra ist der KI-Assistent von Google DeepMind, der vom Unternehmen als multimodaler Agent vorgestellt wurde, der darauf ausgelegt ist, Text, Audio und Video in Echtzeit zu verarbeiten und darauf zu antworten. Cowen, Ökonom an der George Mason University, der auf Marginal Revolution regelmäßig frontier-KI-Modelle testet und kommentiert, nutzte die Demonstration als Praxistest dafür, wie weit die generative Bandbreite des Modells über konventionelle Aufgaben hinausreicht.

Sein Prompt lautete: „Now a short poem in the style of the very best Rilke, in German:“ („Nun ein kurzes Gedicht im Stil des allerbesten Rilke, auf Deutsch:“)

Astra antwortete mit dem folgenden deutschsprachigen Gedicht mit dem Titel „Die Hand im Schlaf“:

Nun liegt sie offen. Alles, was sie hielt,
ist in die eigne Schware heimgekehrt.
Nur eine kleine Höhlung bleibt,
als hätte ein Vogel hier geruht
und sie gelehrt,
auch das Entwichene noch zu umgeben,
behutsam, ohne Wunsch nach Wiederkehr.

Rainer Maria Rilke (1875–1926) war ein österreichischer Dichter, der weithin als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts gilt und für seinen lyrischen, kontemplativen Stil bekannt ist. Seine Gedichte, geprägt von präziser Bildsprache und Themen der Vergänglichkeit, bleiben ein gängiger Maßstab dafür, ob KI-Systeme stilistisch treue Verse statt generischer Ergebnisse hervorbringen können – was ihn zu einer naheliegenden Wahl für ein solches einmaliges kreatives Experiment macht.

Der Hinweis „no cherry-picking“ bezieht sich auf eine wiederkehrende Debatte rund um KI-generierte Kunst: Skeptiker merken häufig an, dass beeindruckende Beispiele aus vielen Versuchen ausgewählt sein könnten. Die Veröffentlichung einer einzelnen, unbearbeiteten Antwort auf den ersten Prompt umgeht diesen Einwand – zumindest anekdotisch. Ob solche Ergebnisse echte stilistische Meisterschaft darstellen oder eine geschickte Nachahmung von Rilkes Idiom, bleibt eine Frage der Interpretation.

Quelle: Marginal Revolution