USA erwägen Berichten zufolge gezielte Beschränkungen für chinesische Open-Weight-KI-Modelle
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Weiße Haus erwägt Berichten zufolge gezielte Beschränkungen für bestimmte chinesische Open-Weight-KI-Modelle statt eines pauschalen Verbots.
- •Open-Weight-Modelle sind nach ihrer Veröffentlichung schwerer zu kontrollieren, weil Entwickler sie herunterladen, verändern und außerhalb eines zentralisierten Anbieters hosten können.
- •OpenAI und Google DeepMind haben einen offenen Brief gegen die Regulierung von Open-Weight-KI-Modellen unterzeichnet.
- •Microsoft und Google bieten über ihre Dienste Zugang zu Open-Weight-Modellen an, und Google DeepMind entwickelt zudem eigene offene Modelle.
- •The New York Times berichtete, dass Anthropic und OpenAI trotz OpenAIs Unterzeichnung des Briefs gegen Regulierung privat für Beschränkungen chinesischer offener Modelle lobbyieren.

Die Trump-Regierung bereitet Berichten zufolge strengere Beschränkungen für chinesische Open-Weight-KI-Modelle vor, bevorzugt dabei jedoch gezielte Verbote bestimmter Modelle gegenüber einem pauschalen Verbot.
Laut The New York Times erwägt das Weiße Haus einen selektiveren Ansatz und verweist dabei auf nationale Sicherheitsbedenken. Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Debatte im Silicon Valley und in Washington darüber verschärft, ob Open-Weight-Modelle, die es Entwicklern ermöglichen, Modellgewichte herunterzuladen und zu verändern, neuen Regulierungen unterliegen sollten, wenn sie aus China stammen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Open-Weight-Systeme nach ihrer Veröffentlichung schwerer zu kontrollieren sind als geschlossene Modelle, die nur über gehostete APIs bereitgestellt werden. Sobald Modellgewichte breit verteilt sind, können Entwickler sie lokal ausführen, für spezialisierte Anwendungen anpassen oder über Drittanbieter-Dienste hosten. Dadurch unterscheiden sich Fragen der Durchsetzung von Regeln, die auf einen einzelnen zentralisierten Anbieter abzielen.
OpenAI und Google DeepMind unterzeichneten später einen offenen Brief gegen die Regulierung von Open-Weight-KI-Modellen. Der Brief wird von vielen großen Technologieunternehmen unterstützt, von denen die meisten geschäftliche Interessen an offenen KI-Modellen haben. Viele dieser Modelle stammen inzwischen vor allem aus China. Microsoft und Google verkaufen über ihre eigenen Dienste Zugang zu Open-Weight-Modellen, und mehrere Unterstützer des Briefs haben ebenfalls ein Interesse daran, die Marktmacht von Anthropic und OpenAI zu begrenzen.
Google DeepMind entwickelt außerdem eigene offene Modelle, darunter die Gemma-Serie. Microsoft hat seine Position zu Open-Weight-KI öffentlich über seine Open-Weight-Initiative beworben.
Die Petition kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung neue Beschränkungen für chinesische offene Modelle abwägt. The New York Times berichtet, dass das Weiße Haus gezielte Verbote bestimmter Modelle einem breiten Verbot vorzieht. Regierungsvertreter verweisen dabei auf nationale Sicherheitsrisiken, die mit der Zeit an Bedeutung gewinnen könnten. Ein modellspezifischer Ansatz würde stärker davon abhängen, wie Behörden riskante Veröffentlichungen identifizieren und wie Cloud-Anbieter, Marktplätze und Unternehmenskunden auf eine mögliche Sperrliste reagieren.
Derzeit liegen selbst neuere chinesische Modelle wie Kimi K3 bei Cybersecurity-Benchmarks noch deutlich hinter führenden westlichen Modellen zurück. The Times berichtet zudem, dass Anthropic und OpenAI privat für Beschränkungen chinesischer offener Modelle lobbyieren, obwohl OpenAI den Brief gegen Regulierung unterzeichnet hat. Beide Unternehmen stehen durch günstigere chinesische Modelle unter Preisdruck.